Hallo AfD, ich möchte reden! – Plädoyer für unsere Kinder

Hallo Ihr Alle,

ja heute meine ich ALLE. Alle denkenden, fühlenden, lesenden oder hörenden Menschen. Eure Menschenwahl steht an, nirgendwo kommt man mehr an dem Thema vorbei, nicht mal beim Einkaufen, hat Mami erzählt: Sie kam neulich vom Edeka – da gibt es prima Hähnchenscheiben für mich, so ganz dicke! – als sie an der Ecke neben dem griechischen Imbisswagen einen blauen Parteistand sah. Blau, ein schönes blau. AfD-blau.

Sie entschied, erst die Einkäufe in den Kühlschrank zu räumen und das Internet nach dem genauen Programm zu befragen, um dann erneut aufzubrechen. Aber dieses Mal mit einer anderen Mission: AfD, ich möchte reden!

Bei Euch Menschen ist Außenwirkung ja wichtig und sie wollte natürlich ernstgenommen werden, also zog sie zu dieser kleinen Tour etwas ganz anderes an als zum Einkauf zuvor: Pinkes Sommerkleid, pinke Einkaufstasche, pinke Pumps.

An dem Stand waren zwei Männer und eine Frau. Die Männer verteilten Flyer, die Frau sorgte dafür, dass immer genügend Werbegeschenke griffbereit lagen.

Hier Mamis Gedankenprotokoll des Gesprächs. Mami in pink, die Frau in blau.

“Guten Tat, ich hab grad Mittagspause und wollte mal fragen, wann das Leben so unfair zu ihnen war, dass Sie mich hassen?” “Warum sollte ich Sie hassen?” “Ich bin behindert, studiere, auch noch Psychologie, bin weiblich und Kinderkriegen ist nicht mein Hobby!” „Ich hab auch studiert. Verheiratet. Keine Kinder. Und ne Frau bin ich auch. Also ich hasse Sie nicht.” “Und warum stehen Sie dann an einem Stand, dessen Partei gegen Inklusion ist? Dann hätte ich jetzt vielleicht kein Abi, kein Studium.” “Ich möchte Förderung für ALLE Menschen. Und wenn das für einige an Sonderschulen besser geht, dann warum nicht?” “Sie sagen für ALLE, warum werben Sie dann für diese Partei neben einem Griechischen Imbiss wo ums Eck Kinder vieler Nationen spielen?” “Ich habe nichts gegen Ausländer. Ich war Integrationshelferin!” “Da sagt Ihre Parteispitze aber Anderes.” “Ja, die ist mies!” “Mies?” “Ja, wir hoffen, wir werden den Höcke bald los. Hetzer will ich in meiner Partei nicht haben! Wirklich nicht!” “Also werben sie für eine Partei, deren Anführer Sie nicht mögen? Warum?” “Weil sich was ändern muss!” “Dem stimme ich zu. Sofort!” “Oh. Ok.” “Ich stimme zu, dass es so nicht bleiben kann. Aber nicht auf dem Rücken der Immigranten. Genauso wenig wie auf unserem!” “Aber Deutschland wird immer unsicherer. Allein Berlin hat 50% Immigrantenkinder. Einige gut, aber viele auch nicht!” “Deutsche auch, ja.” “Ja, ein paar schon.” “Wissen Sie, mein Opa hat im 2.WK gekämpft. Er war vorher als Jugendlicher in Nürnberg, er wollte das sehen Er kam wieder, ging sofort ins nächste Parteibüro, und zog seinen Eintrittsantrag zurück. Er sagte, das wolle er niemals mitmachen.” “Mutiger Mann!” “Ja. Die haben ihm gedroht. Er ist trotzdem 97 geworden. Und glücklich. Er sagte, niemals wolle er sowas wieder.” “Ich verstehe.” “Er ging nach Amerika. Ja, dieses rassistische Land, wie er sagte, um Dinge auch zu ändern.” “Oh.” “Er sagte nie wieder darf unser Land rechts werden. Er wusste, wovon er sprach. Deshalb kann ich das nicht unterstützen, diese Art Änderung.” “Also ich möchte kurz klarstellen: Das möchte ich auch nicht. Die meisten der Mitglieder wollen das auch nicht! Die unteren.” “Und wie stellen Sie sich das mit der Partei dann weiter vor?” “Ausschlussverfahren für Höcke. Die lauten Hetzer müssen raus! Alle!” “Und dann?” “Dann brauchen wir die Sicherheit in diesem Land.” “Und dafür sollen 12Jährige vollstrafmündig werden?“ “Ja! Wer ändert denn sonst etwas an den Banden, die Kinder losschicken? Unbelehrbare Kinder, wie hilft man denen?” “Das kann ich Ihnen verraten: Wenn wir was ändern sollten, dann deren emotionale Bindung, nicht deren Wohnort in Sicherheitsverwahrung!” “Und das soll helfen?” “Ich kann Ihnen zumindest was über die Empirie dazu erzählen. Und die ist ziemlich eindeutig, was das angeht.” “Ja?” “Geben Sie einem Kind EINE zuverlässige Person, die an es glaubt, und sie bewahren es mit hoher Wahrscheinlichkeit davor, ein Straftäter zu werden.” “Auch bei den ganz schlimmen Familien?” “Ja, auch da. Und das letzte was ein Kind mit 12Jahren ist, ist fertig ausgereift!”

“Auch wenn die Eltern nicht wollen?”

Da hat sie von den Studien erzählt. Von den Kindern die nicht drogenabhängig werden. Von den Kindern die durch Lehrer/ Nachbar / Tante / Onkel wenauchimmer gerettet wurden, egal was ihre Eltern waren. Von den Kindern, die alles testen, um zu wissen, wann sie eben doch keiner mehr liebt. Von den Kindern, die in den Heimen sind. Davon, dass das völlig Nationalitätenabhängig ist. Dass wir zu wenig Pflegefamilien haben aber auch zu lange Kinder in Heimen behalten. Davon, dass wir manchmal viel früher nach Kindeswohl gehen müssten, was ihre ‘ansteigende Kriminalität’ erklärt. Davon, dass eigentlich dringend davon abgeraten wird, diese Kinder zusammen zu betreuen, weil es sie nachweislich kaputter macht.

“Warum denn?” Entsetzen. “Ist das billiger?” “Haha, nein. Viel teurer.” “Im Ernst???” Verstörung. “Ja. Heim kostet mehrere Tausende im Monat. Pflegeeltern so ungefähr 1000€ Kostenerstattung. Grob.” “Ohaaa. Das wusste ich nicht!” “Jetzt rechnen Sie mal die Gefängnisunterbringung pro Kind durch. Wärter. Lehrer. Erzieher. Betreuer. Psychologen.”

Nicken. “Bewehrungshelfer!” “Genau. Und jetzt stellen Sie sich vor, eine Straftat eines Kindes wäre ein Hilferuf.” “Okay?“ “Dann bräuchten wir pro Kind vllt einen Betreuer, wenn es in der Familie bleiben kann, der für es da ist. Vielleicht 1 auf 2 Kinder.” “Und dann?” “Ein Betreuer der da ist. An es glaubt.” “Und wenn die Familie aber bleibt wie sie ist?” “Das Kind wird es aber nicht.” “Weil?” “Weil es nicht um Meinungen geht. Um intelligent sein. Ich würde niemals mit einem NPDler inhaltlich argumentieren.” “Oh.” “Es geht ums emotionale. Das was wir im Gehirn schon nachweisen können, was da verkümmert, wenn uns keiner liebt. Das braucht jeder. Und wenn der Betreuer Alternative Emotionen bietet, dann ist die Meinung der Eltern erstmal sekundär. Aber im Gefängnis? Alternativen?” “Sie meinen, das ist möglich?!” “Ja! Wir sind uns einig, es muss sich was ändern. Wirklich. Aber bitte für die Kinder!” “Ich verstehe ihren Standpunkt.” “Ich habe mit diesen Kindern gearbeitet. Ich hab ihr Leid gesehen. Und wegsperren will ich sie nicht!” “Ich glaube Ihnen.” “Ja, wenige brauchen nen Warnschuss. Aber die meisten brauchen Liebe. Und das passt nicht zu Ihrem Parteiprogramm.” “Ja, wir gesagt, intern wird viel diskutiert, wenn wir die Lauten da oben nicht loswerden, dann sind wir bald kaputt.” “Nicht nur Sie. Auch die Kinder.” “Ja, wir müssen was tun!” “Ja, müssen Sie. Und die richtigen müssen laut werden!” “Ja, stimmt.” “Aber was immer Sie ändern, ändern Sie es für die Kinder. Die sind unsere Zukunft, nicht unsere Gegner.” Ernster Blick. Dann: “Sie haben mir viel zum Nachdenken gegeben. Ich danke Ihnen!” “Gerne. Ich geh dann mal einkaufen.” “Ja!”

Keinen Flyer, keine Gummiente, nix. Sie akzeptierte es so.

“Viel Erfolg beim Studium noch! Und helfen Sie vielen Kindern! Bitte!” Ernster Blick. “Ich versuchs. Viel Erfolg beim drüber nachdenken.” “Danke.”

Dann hat Mami noch die Leckerli-Stangen vom Netto gekauft und ist wieder nach Hause gekommen.

Liebe Menschen, in sechs Tagen wählt Ihr. Egal ob studiert oder nicht, egal wieviel Ihr besitzt und ob ihr mal Kinder wollt oder nicht: Ihr wart alle mal Kinder. Schutzbedürftig, schwach und auf Liebe angewiesen. Wann habt Ihr Euch das letzte Mal so richtig alleine gefühlt? Davor schützt kein Bildungsgrad. Wünscht Ihr das wirklich irgendeinem Kind? Fragt Euch das bitte, bevor Ihr Euer Kreuzchen macht. Die Kinder sind Eure Zukunft. Eure Rente. Wenn Ihr gelitten habt, so tut mir das leid, wirklich, ich habe das früher auch, wie Ihr auf diesem Blog nachlesen könnt. Aber das heißt nicht, dass andere auch leiden müssen.

Und, wie viele Kinder hast DU auf dem Gewissen? Wie vielen Kindern hast DU nicht zugehört? Hast DU nicht geholfen? Hast DU ausgelacht? Hast DU nicht gerngehabt aus Gründen, die DU nicht mal nennen könntest?

Und wie viele davon haben es verdient, weggesperrt zu werden?

Also, AfD, ich möchte reden! Meldet Euch! Sagt mir, warum Ihr Kinder einsperren wollt, statt sie zu lieben. Kinder, die die jeden lieben, der sie liebt. Warum? Ich warte.

Meauu!

Schneekönigin Kuka

Trolle trollen leicht gemacht – Selbstversuch als Trollzielscheibe

Ihr Lieben,

nach so viel körperlicher Gesundheit, müssen wir heute mal über seelische Gesundheit reden. Ich möchte Euch heute Mamis neustes Experiment vorstellen: Ein paar Tage als Zielscheibe von selbsternannten Online-Trollen, die ihre Zeit in sozialen Netzwerken dazu nutzen, möglichst unsozial zu sein.
Schon einige Nutzer sind wegen der Hassattacken zusammengebrochen.
Längst gibt es Nervenzusammenbrüche und auch Suizide wegen dem so genannten Cybermobbing.
Zu Mamis Schulzeiten gab es zwar Mobbing zu genüge, aber nicht online. Die letzten Jahre wurde dies immer mehr zum Alltag und schon lange ist es keine Kinderbeschäftigung mehr, andere öffentlich zu demütigen, auch Erwachsene nutzen diese wenig erwachsene Art des Stressabbaus.
Nachdem Mami immer wieder mitbekommen hat, wie andere auf Twitter angefeindet wurden, hat sie beschlossen, sich einmal selbst zur Zielscheibe zu machen.

Ihre Erfahrungen dazu möchte ich mit Euch teilen, damit alle etwas davon haben:
Immer wieder Zeugin von Hassattacken geworden, beschloss im am Dienstagabend (24.10.16), die Strategien der Trolle kennenzulernen und dabei dem ein oder anderen seine Beschränktheit aufzuzeigen.
Trolle finden ist dabei ganz einfach: Man sucht sich den grade am kontroversesten diskutierten Hashtag (#) auf Twitter raus und nimmt eine Anti-Mainstream-Haltung (auch: Weltverbessererposition) ein, dann kommen die Trolle ganz von alleine.
Ich habe dies mit dem Hashtag #gastoderspast gemacht, Weiteres dazu findet Ihr hier!
Ich habe das Verhalten der Trolle tagelang beobachtet und analysiert und kann behaupten, ich habe neben diversen Beleidigungen auch auf psychologischer Ebene einiges gelernt!

Die wichtigste Trollregel: Trolle niemals alleine!

Schließlich macht Trollen nur mit Publikum Spaß und Mobbing lebt nun mal von einem Machtgefälle: Um zu Mobben, muss man in Zahl oder Position der Zielperson überlegen sein.
Es handelt sich also um ganze Netzwerke, deren Mitglieder aktiviert werden, manche gleichzeitig, andere zeitversetzt, manche aktiv mit Nachrichten, andere passiv durch verbreiten (rten/teilen) und loben (faven/ liken) der Nachrichten.
Alle haben gemeinsam: Sie haben irgendwelche erfundenen Namen und maximal ihre Augen auf ihrem Profilbild. Benehmen haben alle recht wenig, dafür umso mehr Zeit. Manche kleben wie Kletten, andere verlieren nach kurzer Zeit das Interesse. Aber es kommen immer wieder neue dazu, wie so Fruchtfliegen.
Oder um eine treffendere Parallele zu ziehen: könnte man sie auch mit den Römern von Asterix und Obelix vergleichen:
Sie kommen immer wieder und kassieren ihre (verbalen) Prügel, sehen ihre Niederlagen aber nicht wirklich ein. Die spinnen, die Trolle. Aber Zaubertrank kann bekanntlich helfen, man muss nur in einen Kessel voller gesundem Selbstbewusstsein und Verstand gefallen sein: Solange man die Nachrichten als Produkt jämmerlicher Komplexe sieht und nicht persönlich nimmt, können einem die Trolle nicht viel. Es ist lediglich eine Art Psychoterror, gegen den man sich gut wehren kann. Die Methoden sind vielfältig, zielen aber alle darauf ab, den Empfänger in Angst, Wut und Hilflosigkeit zu versetzen und möglichst lange dort zu halten, um eigene Macht zu demonstrieren.
Dies ist nur zu durchbrechen, wenn man sich dessen bewusst wird und die einzelnen Methoden verstanden hat.
Da gibt es die plumpen Beleidiger, die diverse Worte nutzen, um andere möglichst schnell möglichst wütend zu machen. Als Frau bekommt man vermutlich andere zu hören als als Mann.

Hier einige Beispiele:

– Aufforderung, zu putzen oder in die Küche zu gehen
– Body shaming: Aussehen möglichst schlecht machen: Gewicht, Gesicht etc..
– Männer: Kriegst keinen ab, hattest nie wen, bist untervögelt!
-> Daran schließen sie Äußerungen an, die mit Inzest zu tun haben, ebenfalls ohne weiter geistreich zu sein!
– Alter: Ich wurde an einen Tag als 14 jährige, U 16, 30-Jährige und Ü 40 bezeichnet, auch mal gleichzeitig.
– Behinderung: Regelmäßig CAPSLOCKTE mich jemand an mit „OB DU BEHINDERT BIST?“, Autist, Spast etc.
– Gender: Transe in alle Formen
– Prostituierte: Hure(nkind) in Varianten
– Abstammung: Jude (ja, wirklich), Zigeunerin, Rumänin
– Opferblaming: Als Kind geschändet, von der Mutter verstoßen
– Geschlechtsmerkmale: Fotze & Vagina sind also eine Beleidigung. – Werden Männer als Penis bezeichnet?
– Sonstiges: Untermensch, auf Kopf gefallen, Zeugungsfehler, naiv

Interessant hierbei:

Meine Intelligenz wurde erst zum Schluss angezweifelt. Über mich sagt das eher weniger aus, wohl aber über deren Frauenbild. Traurig.
Meine persönlichen Highlights: „Seit wann lebst Du offiziell als Frau?” und „Öko-Schlampen-Fotzenvieh” (Lässt sich prima auf die Melodie von „Alle Vögel sind schon da!“ singen… 😉 ).

Ihr seht, bitte einfach drüber lachen, zu mehr ist das nicht nutzbar.
Und an meinen alten Blogeintrag denken: Beleidigungen funktionieren nur, wenn man etwas Negatives mit den Bezeichnungen verbindet!
Aber dies war nur der plumpe Teil, ich bekam es auch mit psychologischen Tricks zu tun, die ich erst selbst erkennen und verstehen musste:

Sie begannen, sämtliche Aussagen von mir so zu drehen, dass man irgendeine Form von Diskriminierung darauf anwenden konnte; wobei sie sich immer und sofort angegriffen fühlten. Und so gehts dann auch weiter:
Sie reden dir Schuld ein, dass Du andere grade diskriminiert hast. Dabei involvieren sie immer mehr Trolle, denn sie brauchen ja die Plattform, ihren Ruhm. Gleichzeitig reden sie Dir ein, wie einsam Du bist, so ohne Freunde und Partner, den Du mit Deinem Aussehen natürlich nicht hast. Sie machen dich zum arbeitslosen Untermensch, mit Internetsucht und würden jede von Dir ausgeübte Beschäftigung durch den Dreck ziehen.
Sie versuchen Angst zu erzeugen, indem sie dich von angeblichen Hexen verfluchen lassen wollen. Ihre Namen klingen dabei möglichst dramatisch, genauere Präferenzen können sie aber nicht vorweisen! Auch das Drohen beherrschen sie verschieden gut: Manche plump mit einem Bild von Waffen, andere sagen dir bedrohlich “pass auf dich auf Unfälle passieren. Du wohnst ja eh alleine!” Sie nennen sich “King” und schreiben unter Diskussionen, „gewonnen“ mit der Begründung, „muss ich nur keine Mühe geben”. Alles was sie wollen: Dir den Glauben an dich selbst nehmen.
Wenn all das nicht erfolgreich war, packen sie Ihr Photoshop aus – oder doch nur Paint, den Skills nach zu urteilen – und schneiden dich in Bilder rein oder malen dir einen Schleier, um das mit „IS“ zu deklarieren… Sie suchen nach weiteren Netzwerkprofilen von Dir und sind sich nicht zu schade, anzukündigen: “Ich melde mich mit der Mailadresse von deinem Blog jetzt bei Gayporn-Portalen an!” – Bis heute nicht passiert. Sie wollen, dass Du glaubst, sie wüssten alles von dir, auch wenn es nur deine Spam-Mailadresse ist. 😉
Sie faven sich alle immer gegenseitig, um wie eine Übermacht zu wirken – auch nach Tagen noch, man will dich ja möglichst oft an ihre Existenz erinnern, und deine Notifications sind da ihr stärkstes Mittel – und kreieren gerne neue Accounts, um als mehr zu wirken als sie sind. Einfach zu überprüfen: Wenn der Account nur 3 Tweets enthält, von denen zwei Beleidigungen sind und der nur einem folgt, der ihm wiederrum folgt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um die gleiche Person handelt! Sie schreiben dir als Pärchen, um ihren Zusammenhalt zu demonstrieren und wie alleine du ja bist. – Was für eine Pärchenbeschäftigung…
Sie hoffen, dass Du drauf anspringst, deine Netzwerkfreunde dazu rufst und Dich in Diskussionen verstrickst, die du verlieren kannst, da sie jede Logik entbehren. Auch zu völlig belanglosen Themen!

Das sind reine Machtspiele.

Außerdem entbehren sie sämtlicher Rechtschreibung; Worte werden geschrieben wie gesprochen und dabei verniedlicht, ist ja alles nur Spaß, nur ein Spiel, das gewonnen hat, wer vom anderen geblockt wird – oder wenn der andere seinen Account löscht.
– Aber mal ehrlich, das war das Schulmobbing doch auch schon immer: Nur ein Spiel. ODER?
Sie versuchen, Dir möglichst viel Privates zu entlocken, um dich unter Druck setzen zu können. Dies tun sie entweder durch plumpe Fragen oder durch das in den Raumstellen von Behauptungen, denen Du widersprechen sollst.
Dabei setzen sie auf dein Grundbedürfnis, nie schlecht da zu stehen. – Wer will schon gerne als einsam und ohne Freunde dargestellt werden? Wer will schon arbeitslos sein? (Na, du hast doch nicht grade wirklich darüber nachgedacht, ihnen deinen Arbeitgeber zu verraten, um dich zu rechtfertigen?!)

Genau das ist die Grundlage des Trollens:
Rechtfertige Dich! Solange, bis Du es nicht mehr erträgst.
Um Dich möglichst lange zu malträtieren, sagen sie dir in regelmäßigen Abständen, dass du eh nicht mehr lange durchhältst, dann alle blockst und mit Anzeigen drohst. Damit wollen sie dich genau davon abhalten! Das Letzte, das sie wollen, sind Anzeigen, die gut und zeitnah mit Screenshots belegt werden können. Schnell wird es zu viel, die meisten verlieren den Überblick und damit die Möglichkeit, sich zu wehren.
Ist ähnlich perfide, wie Kindern zu sagen, sie dürfen nicht petzen, wenn sie geschlagen werden.

Soweit zu den Methoden, nun zum Handeln. das daraus resultiert.
Als allererstes gewöhn dir ab zu glauben, es wäre relevant, was anonyme Menschen im Internet über dich denken.
Es ist egal, ob sie dich für arbeitslos, psychisch krank oder hässlich und einsam halten. Vergiss das niemals!
Dann kannst du nämlich nach außen hin alle anderen raushalten!
Ich habe meine immerhin 1000 Follower gebeten, sich rauszuhalten, mich bloß nicht zu verteidigen. Sie haben sich alle daran gehalten und ich bin sehr froh darüber. Ich habe die Trolle damit sich seIbst überlassen ohne ihnen weiteres Publikum zu bieten. Gleichzeitig habe ich möglichst viele der Nachrichten weiter verbreitet, das schafft Zeugen, sollten sie notwendig sein. Und habe die Beleidigungen sofort gescreenshotet, alles andere war irrelevant, um Anzeige zu erstatten. Dies war nötig, um am Freitag sofort mit ausreichend Material bei der Polizei aufzuschlagen. Nicht, weil mich auch nur irgendeine Nachricht getroffen hätte, aber um andere zu schützen, denn ich bin ja kein Einzelfall!

Über den weiteren Verlauf werde ich beizeiten berichten.
Wichtig: Nicht mit der Anzeige drohen, einfach machen! Ich wurde mehrfach indirekt gefragt, ob ich vorhabe, zur Polizei zu gehen. Ich habe es ignoriert, die Accounts sind ungelöscht viel einfacher zum Nutzer zurückzuführen!
Das hat nichts mit Schwäche zu tun, nicht mal mit empfundener Wut oder richtigem Verletztsein! Die Würde des Menschen ist und bleibt einfach unantastbar! Anzeigen ist KEIN Petzen! Merkt Euch das bitte!
Und was habe ich den Trollen dann geantwortet, wenn schon nicht das von ihnen erwartete Jammern, Fluchen, Schimpfen und mit Anzeigen drohen?
Mein Motto war stets: Die Gegenseite soll sich möglichst offensichtlich strafbar machen, das macht weniger Arbeit!

Dabei bin ich selbst niemals ausfallend geworden, es gibt keine Äußerung, die man rechtlich gegen mich verwenden könnte. Ich habe einen anderen Weg gewählt, die Trolle zu trollen:
Ich habe mich entsetzlich dumm gestellt. Ich habe auf „OB Du BEHINDERT BIST“ mit „natürlich, steht doch in meiner Twitterbeschreibung” geantwortet. Auf Beleidigungen je nach Inhalt mit „Die ist neu“, „Das kannst Du aber besser“ oder „Die hatten wir schon“ reagiert. Habe mir ‘Frau’ definieren lassen und gesagt, ich werde bekocht, ich muss nicht in die Küche. Habe Bilderverunstalter für Kreativität gelobt und auf „Da weiß jemand Neues aus meinem Sexleben, einfach da nachfragen!“ hingewiesen. Ich habe festgestellt, dass Trolle 100 Worte für Penis kennen, aber Liebe nicht. Dass ich schrecklich einsam bin, weil mich niemand verteidigt. Und dass keine Antwort dumm genug ist, um als absichtlich doof erkannt zu werden. Sie glauben dir jede blöde Frage und Antwort, und merken nicht, dass nicht sie dich manipulieren, sondern du sie. Nicht die haben mit mir gespielt, es war andersrum.

Nur dass ich freundlich war, meine Gegenüber kannten eher wenig Hemmungen: So habe ich mehrere eindeutige und weniger eindeutige Aufforderungen zum Suizid erhalten, abgeschwächte Versionen empfahlen mir Selbstverletzung, diverse Aufforderungen, mich zu löschen und wurde auf unlogischste Art und Weise als rechter Flüchtlingshetzer, behindertenfeindlich etc. verleumdet.
Getroffen haben mich nicht die Äußerungen, wohl aber der viele Hass, der offenbar durch die Anonymität noch verstärkt wird. Es lässt sich vor einem technischen Gerät wohl einfacher ausblenden, dass am anderen Ende wirklich ein Mensch sitzt, mit Gefühlen und auch einer Geschichte. Es ist ja nur ein Account, den man löschen kann im ach sooo rechtsfreien Internet.

Sicher? Es ist eben nicht egal, ob Du ein Hakenkreuz in deiner Selbstbeschreibung nutzt oder den Kopf von anderen auf einen nackten adipösen Körper photoshopst. Das ist und bleibt strafbar!
Aber darf sich ja nun die Polizei drum kümmern.

Bis dahin unterhalte ich wohl weiterhin jeden Abend meine Follower mit „Trolle Trollen leicht gemacht“.
Schicke auf Fragen nach Telefonnummern die von Benimmkursen und Jugendhilfe, biete Hilfe bei der Nutzung von Photoshop an.
Und warte auf weitere Manipulationsversuche.

Oder ich werde einfach uninteressant, wir werden sehen.

Ich habe auch schon Trolle erlebt, die mich anbettelten, sie nicht weiter zu nerven und andere davor warnten, mich zu trollen (Goethes Zauberlehrling lässt grüßen!). Und eine Entschuldigung von einem Troll erhalten, der danach ernsthaft um ein Date bat. Es gibt halt nichts, was es nicht gibt!
Aber ich erfreue mich auch seit Tagen an den vielen persönlichen Nachrichten, die mich direkt oder indirekt erreichen: Da machen sich Menschen Sorgen um mein Wohlbefinden, gratulieren mir zu meinem Trollen der Trolle und äußern ihr Entsetzen über so viel dreiste Dummheit im Netz. Ich habe selten so viele liebe Direktnachrichten erhalten wie in den letzten Tagen (die eine „in paar Tagen löschst Du dich freiwillig“, die ich gescreenshotet verbreitet habe, zähle ich nicht dazu, nein!), sonst ist es eher still in meinen Nachrichten.

Auch habe ich einige Follower hinzugewonnen (die Trolle bin ich durch Blocken-Entblocken immer ganz schnell wieder losgeworden).

Außerdem hatte ich zwei sehr interessante Gespräche mit zwei Trollen, die mich lehrten, es gibt verschiedene Arten von Trollen, nicht nur die, die straffällig werden (Beizeiten dazu mehr)!
Die Menschheit ist also noch nicht verloren, es gibt noch ganz viele liebe Menschen, sie sind nur unauffälliger. Danke dafür! Und danke an alle Follower, die die vielen Tweets ertragen haben ohne mich zu verteidigen.

 

Mami wird berichten. Und sollte einer von Euch mit seinen Trollen nicht klarkommen, melde der sich, sie übernimmt das gerne.
Wenn genug Material zusammenkommt, könnte sie glatt eine Uniarbeit daraus machen.

Stay strong!

Schneekönigin Kuka

FunktioNIEREN Teil 2 – Kenne Deine Freunde. Was bleibt?

Hallo Ihr Lieben,

wie versprochen folgt heute der zweite Teil. Denn noch ist nicht alles gesagt. Es gibt noch ein paar ganz persönliche Dinge, über die mal geschrieben werden muss – und vielleicht auch mal gelesen werden muss.

Menschen wie Tiere haben ja ziemlich verschiedene Charakter, manche sind gesellig, andere eher zurückgezogen und schüchtern und manche sind halt irgendwas dazwischen. Das ändert sich auch über die Lebensspanne eher selten, Temperament ist angeboren.

Und doch, unter Druck können sich Menschen tatsächlich ändern, manchmal so sehr, dass sie am Ende gar nicht mehr wissen, wer sie sind – oder wie.  So kann aus einem zurückhaltenden aber offenen Menschen bei genug Ablehnung von außen ein zurückgezogener Mensch werden. Der Mensch muss dabei nicht unbedingt unglücklich werden, aber er wird halt anders. So gibt es Menschen, die sich ihr lebenlang anders verhalten, als sie eigentlich wollen. Manche Menschen sind trotzdem zufrieden, sie kennen es ja gar nicht anders. Andere werden total unglücklich. Und manche bekommen eine zweite Chance. Dann passiert irgendwas in ihrem Leben, dass ihnen die Kraft gibt, sich zu ändern, zu bemerken, dass sie so nicht sind und sich überlegen sollten, was sie wollen.

So ist das, sagt Mami, wenn man nach 11,5 Jahren Schule inklusive Mobbing, einem stressigen FSJ und 2 Umzügen in 3 Jahren mit 22 zurückblickt und sich fragt, womit man eigentlich bisher sein Leben so verbracht hat? 2 Weiterführende Schulen. 2 Umzüge. 2 Studiengänge. ” 2 OPs begleitet und auf deutlich mehr als zwei Widersacher getroffen.

Und 2 Freunde gefunden. So zwei richtig tolle. An dieser Stelle möchte ich betonen, Mami hat durchaus mehr als 2 Freunde, aber beste Freunde hat man selten mehr als 2. Es waren einige Menschen da, die durch diese Zeit begleitet haben, wenn auch die Schulzeit ziemlich einsam war. Aber da sind zwei Menschen, die alles verändert haben, und es wird Zeit, mal über die zu reden: Der eine tauchte in einer Zeit auf, als Schule fast unerträglich geworden war und zeigte ihr, dass jeder Mensch irgendwo jemand finden kann, der ihn mag, egal was die anderen sagen. Dass auch der verachteste Mensch geliebt werden kann, auch wenn er völlig anders ist als der Mainstream und sich nicht an Aussehens-Normen hält.

Wenn so ein Mensch ins Leben platzt, dann sollte man ihn festhalten und auf ihn aufpassen. Auch wenn sich die Zeiten drumherum längst geändert haben, er war der Grund, warum alles besser wurde. Für so einen Menschen tut man dann ziemlich viel oder? Genau das ist der Grund, warum Mami das alles durchgezogen hat. ‘Einfach gehen’ ist nicht immer einfacher als bleiben.

Der andere Mensch trat etwas später in ihr Leben und zeigte ihr, dass sie nicht alleine ist in ihrem Denken. In all der Zeit war er immer für ein paar aufmunternde Worte verfügbar, hat zugehört und mitgedacht. Mami sagt, das ist das Wichtigste überhaupt. Dass einer da ist, wenn sonst grade die ganze Welt aus den Fugen gerät.

Wenn aus den eigenen Reihen geschimpft wird, weil sie es selber nicht  hinbekommen haben. Wenn es dort nicht interessiert, dass zwei junge Menschen versuchen, zu überleben und dabei was anderes als schlechte Nachrichten gut gebrauchen könnten. Dass jemand, der totkrank ist, grade keine Lust auf das gejammere von Menschen hat, die sich eigentlich um ihn kümmern sollten. Wenn der einzige Zufluchtsort der eigene Partner ist, weil der Rest sich als nutzloser Panikhaufen erweist, der miese Stimmung verbreitet. Wenn ‘Essen, trinken, bewegen und auf Toilette gehen’ zum höchsten Gut werden. Wenn die Entzündungswerte ein Ostern in den eigenen vier Wänden fast verhindern. Wenn man nur noch mit Mundschutz aus dem Haus darf. Wenn jede kleine Erkrankung gefährlich wäre. Wenn keiner versteht, dass es nicht nur den Betroffenen völlig fertig macht, sondern auch die, denen sein Wohlergehen am Herzen liegt.

Dann, dann braucht man mindestens einen Menschen – neben einer verständnisvollen Katze, das hilft auch etwas! – der DA ist.

Hierzu sei erwähnt, es waren schon mehrere Menschen, die sich als wirkliche Freunde erwiesen! Gott sei Dank.

Was bleibt also? Es bleibt eine Erkrankung, die hoffentlich die nächsten 15-30 Jahre wartet, bis man sich wieder richtig um sie kümmern muss. Es bleiben Immunsuppressiva, die zu Wachsamkeit gegenüber Krankheitserregern anregen sollte. Es bleiben zwei Menschen, die irgendwie durch all das durchgekommen sind und nun neu leben lernen dürfen und müssen.

Denn stellt Euch mal vor, ihr lebt Monate bis Jahre im Stress. Und plötzlich ist er weg. Die stundenlange Regenerationszeit ist nicht mehr nötig. Statt Kraft sparen kann sie nun genutzt werden. Plötzlich ist konzentration wieder möglich. – Das ist möglich? Ja, doch. Mami verschwand für 1,5 Wochen (so lange war sie vorher noch nie alleine weg!) und kam verändert wieder. Viel mehr Kraft und Elan, ein Bisschen versöhnt mit sich und der Welt. Offen geblieben ist nur ein ganz bestimmtes Danke, eine ganz bestimmte Anerkennung, was zwar längst fällig gewesen wäre, aber niemals gesprochen werden wird. Das ist so. Damit muss man leben.

Was bleibt? Ich bleibe natürlich. Bei Mami und Papi, hoffentlich noch sehr lange. Mami sagt: “Es bleibt das Wissen, wer unsere Freunde sind. Und wo ich suchen muss, wenn ich meine Feinde brauche. Das Wissen, das wirklich geschafft zu haben. Und die Dankbarkeit, dass es bisher gut ausgegangen ist.”

Wir nehmen also das Beste daraus mit: Die Liebe für Freunde, die blieben. Und das Mitleid für die Feinde.

Und wir sagen: DANKE! An alle die da waren und da blieben. Jeder von Euch hat uns ein bisschen gerettet.

Bleibt gesund!

Eure Schneekönigin Kuka

FunktioNIEREN Teil 1 – Überleben statt Leben; Transplantation mit 22.

Hallo Ihr Lieben,

lange ist es her, dass ich mich das letzte Mal  meldete. Das hat einen guten Grund, hier ist im letzten Jahr so viel passiert, dass ich keine Zeit hatte. Jetzt, wo das Gröbste überstanden ist, habe ich beschlossen, Euch zu erzählen, was hier so abgegangen ist, es wird also ein recht persönlicher Blogeintrag. Und es wird auch noch  einen geben, das alles passt nciht in einen.

Mami hatte ja schon lange gesagt, es würde etwas passieren und ab Anfang November habe ich das auch gespürt und mich zum Schlafen am liebsten in die Transportbox verkrochen, tagelang.

Erst war da nur eine Doppelgeburtstagsfeier im kleinen Kreis. Dann fuhr Papi weg. Und dann passierte alles irgendwie auf einmal. Papi im Krankenhaus. 600km weit entfernt. Der Blutdruck war durch Chemie nicht mehr in den Griff zu bekommen. Wir sind ja in Deutschland, da ist die Medizinische Versorgung ganz toll. – Denkt Ihr das wirklich? Pflegestreik hat seinen guten Grund! Überall übernächtigte Ärzte, die keine Zeit für ihre Patienten haben und ihnen nicht mal richtig zuhören. Nebenwirkungen? Die hat hier sonst keiner, kann gar nicht sein.

Nach einer Woche kam er wieder heim. Helfen hatte ihm keiner können, aber ein Termin in der Charite war bereits seit Monaten vereinbart, nur hatte damals keiner wirklich geglaubt, dass es so akut sein würde. Plötzlich war da das Thema Transplantation. Wie eine Sackgasse. Vor so vielem kann man notfalls weglaufen: Arbeit, schlechten Freunden, manchmal auch Krieg. Aber nicht vor dem eigenen Körper.

Jeder Mensch (Tiere auch, aber das ist hier irrelevant) hat 2 Nieren, um zu überleben. Sie filtern Giftstoffe und verarbeiten aufgenommene Flüssigkeit zu Urin. Außerdem regeln sie unseren Blutdruck mit.  Manchmal passiert es, dass eine Niere ausfällt (bei Schwangerschaften zum Beispiel), dann kann die andere meistens aber den Körper weiterversorgen, denn genaugenommen braucht jeder nur 1 Niere, die richtig arbeitet. Mit 50% Nierenleistung kann ein Mensch also theoretisch gut leben. Aber weniger wird gefährlich. Weniger kann es zum Beispiel werden, wenn der Körper durch Gendefekte oder ähnliches seine Nieren selbst zerstört. Hier ist die Medizin noch ziemlich hilflos, sie kann höchstens die Symptome bekämpfen: Blutdruck senken mit Chemie. Vitamin D geben, das nicht mehr ordentlich verarbeitet wird oder dazu anregen, auf den Kaliumgehalt im Blut zu achten. Kalium ist für den Körper überlebenswichtig, es ist in jeder unserer Zellen. Die Nieren passen auf, dass nie zu viel da ist – außer sie funktionieren nicht mehr. Dann ist alles gesunde plötzlich ungesund: Kartoffeln. Spinat. Vollkorn. Hochwertiges Wasser. Bananen. Gemüse. (Trocken)Obst… Aber auch Genussmittel wie Schokolade und generell Kakao sind tabu. Der Stoffwechsel wird schlechter, Inhaltsstoffe werden nicht mehr so gut aufgenommen. Und mit jeder Nahrungsaufnahme kommt neues Gift in den Körper. Also stellt der Körper das Hungergefühl ein. Man magert ab. Die Kräfte schwinden. Und irgendwann reicht es vielleicht grade so, um alle Pflichten zu erfüllen, den Rest des Tages muss geschlafen werden. Ausgeschlafen gibt’s dann sowieso nicht mehr, das Kraftdefizit kann auch ein sehr junger Körper irgendwann nicht mehr ausgleichen. Und das sind nur die sichtbaren Probleme, alle anderen könnt ihr Euch ergooglen.

Dies alles passiert sehr schleichend, ab dem Zeitpunkt, wenn die Nieren weniger als 50% ihrer Leistung erbringen, man bekommt das nicht so schnell bewusst mit. Menschen mit feiner Nase können irgendwann einen Unterschied riechen, der Körpergeruch wird anders, wenn nicht mehr alle Giftstoffe abtransportiert werden können. Und die Ärzte können alle paar Monate bei den Kontrolluntersuchungen bedrohliche Fakten um sich werfen und damit den Patienten für ein paar Tage wieder den Lebensmut nehmen. Sie können, müssten es nicht, wenn sie psychologisch anständig ausgebildet wären.

Irgendwann muss man sich entscheiden: Den Ärzten das eigene Leben in die Hände geben oder Arzt in eigener Sache werden. Damit ist nicht gemeint, sich irgendwelches Halbwissen anzueignen, sondern richtig zu recherchieren: Wie funktioniert der Blutdruck? Wie der Puls? Was tun die Nieren eigentlich? Wie wirken die Medikamente? Was passiert bei zu viel Kalium im Körper?

Es gibt 1000 Dinge zu beachten – und bisher hat Mami noch keinen Ort gefunden, wo sie alle zusammengetragen wurden. Alles Wissen befindet sich Bruchstückhaft bei Betroffenen und Ärzten und nicht jeder gibt dieses Wissen auch weiter. Zeitmangel und die Unwissenheit dazu, wie man Betroffenen wirklich helfen kann, sind wohl schuld.

Auf der einen Seite ist da also die Angst, dass irgendwann diese überlebenswichtigen Organe versagen und auf der anderen kommt dann eine riesige Hilflosigkeit hinzu durch zu wenig Informationen und die Tatsache, dass die Psyche in unserer Gesellschaft immer noch fast unsichtbar erscheint. Was man nicht sieht, dem glaubt man nicht so wirklich. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich Menschen immer noch wundern, dass so eine Erkrankung nicht nur den Erkrankten betrifft, sondern genauso sein Umfeld, sofern es sich für ihn und sein Wohl interessiert.

Da sind die Menschen nach dem Abi grade zum Studium 600km weit weggezogen, haben gelernt, wie das ist, alleine zu leben, wie das so funktioniert alles, dieses ‚Erwachsen sein‘ – und dann geht es plötzlich nicht mehr so, wie es sollte: Wenn einer nicht mehr funktioNIEREn kann, dann muss halt der andere ran, ne? Klingt doch ganz einfach: Das bisschen Studium, da kann man nebenbei doch locker kochen, abwaschen, putzen, bügeln, Wäsche waschen, einkaufen und warum hat man dann eigentlich keine Lust mehr auf zig soziale Kontakte nebenher? Ihr Menschen lebt immer noch in einer ziemlich eingestaubten Gesellschaft, wenn ihr meint, dass das alles die Arbeit der Menschen Gruppe ist, die ihr ‚Frau‘ nennt. Bei uns war das alles ziemlich fair aufgeteilt: Ich mach den Großteil vom Dreck und Mami und Papi den Rest, so halbe halbe. Und dann konnte Papi aber nicht mehr. Er hats versucht, aber er konnte halt trotzdem nicht mehr. So verschob sich unauffällig die Aufteilung. Beide hatten ja auch noch das Studium. Dazu kommt dann die Angst vor dem Ungewissen. Abhängigkeit von Ärzten, ihren Einschätzungen, den Werten und den bescheidenen Behandlungsmethoden.

Wenn der Blutdruck also gar nicht mehr zu regulieren ist, bedeutet das: Dialyse. Vor 50 Jahren hätte es bedeutet: Friedhof. Aber der Mensch hat eine Maschine entwickelt, die zumindest teilweise die Aufgaben der Nieren übernehmen kann: Wasser und einige Gifte können herausgefiltert werden. Dafür muss ein Zugang gelegt werden, denn das Blut muss durch sämtliche Schläuche in der Maschinedurch um gewaschen zu werden, wireless geht das nicht. Nieren filtern die komplette Zeit über, die Maschine kann das natürlich nicht. 3 mal die Woche, meist 4h (je nach Nierenleistung), liegt man dann in einem Zentrum (gibt auch Dialyse für zu Hause: Googlet Bauchfelldialyse) und wartet, dass die Maschine einem das Leben rettet. Wieder und wieder. Es ist großartig, dass es sowas gibt – und unendlich traurig, dass es sowas geben muss. Mami sagt: „Das Leben ist nicht fair. Da stehst du dann mit Anfang 20 in einem großen Raum, der nach Desinfektionsmittel riecht, musterst all die alten Leute, die nicht mehr auf die Transplantationsliste kommen, und denkst dir ‚Verdammt, das ist mindestens 50 Jahre zu früh!‘ und willst eigentlich nur losheulen.“ Aber so wichtig weinen ist, diese Tränen kann in dem Moment keiner gebrauchen. Schließlich will man ja für den Menschen da sein, der selber ja genauso wenig dafür kann. Stützen. Trösten. Mut zusprechen. Da sein. – Aber wer ist eigentlich für die da, die immer für alle anderen da sind? Ich kann Euch sagen:  Kaum jemand. Wer immer auf die anderen aufpasst, wird nämlich schnell für unverwundbar gehalten. Es urteilt sich einfach leicht, wenn man selbst nicht in dieser Situation steckt, es geht doch immer einem selbst am schlechtesten, oder?

Anders ist nicht zu erklären, dass sich Menschen fragten, warum Dinge wie der Haushalt schleifen gehen, wenn man mit der Angst und Ungewissheit versucht, das Studium weiterzuführen und gleichzeitig auf einen Menschen aufzupassen, soweit das eben geht.

Ich hab mir Mühe gegeben. Ich hab Mami viel Liebe gegeben. Aber ich weiß auch, das reicht eben nicht. Jeder Mensch braucht mindestens einen anderen Menschen, auf den er sich verlassen kann. Immer. Das kann ihn vor Depressionen und anderen Psychischen Erkrankungen schützen.

Wie viele von Euch HABEN jemand, den man immer kontaktieren kann? Der Tröstet, zum Lachen bringt und für kurze Zeit die Sorgen des Alltags vergessen lässt? Und wie viele von Euch SIND so jemand?

Wie viele von Euch haben sich schon öfter mal gedacht ‚ach, das ist doch alles nicht so schlimm, warum stellt der sich so an?‘ Vermutlich alle. Das gehört dazu. Urteilen ist menschlich. Aber wie viele von Euch haben das der Person auch so gesagt? Und wie viele haben stattdessen gesagt ‚ich sehe, Du bist überfordert, kann ich dir helfen?‘

Wenn man schon mit aller Kraft zu überleben versucht, dann sind Vorwürfe jedenfalls das Letzte, was man braucht. Mami hätte jederzeit geteilt mit irgendwem: Den Haushalt. Das Studium. Die Recherchen im Internet über Medizinisches. Die Suche nach Dingen, die die Lebensqualität erhöhen (Schokolade mit wenig Kalium). Und all die Nebenwirkungen der Medikamente (Wutausbrüche, Schwächeanfälle). So wird aus einem ganz normalen Tag ein ‚Mir ist schwindelig, kannst du mich abholen kommen?‘ mit allen Konsequenzen. ‚Ich hab Wasser in den Füßen, kannst du sie mir massieren?‘ ‚Mein Puls ist so niedrig, der Arzt hat gesagt, ich soll trotzdem weiter die Medikamente nehmen, kannst du mir sagen, was ich tun soll?‘ Ja, Mami konnte. Ja, Mami hats gemacht. Ja, sie würde das jederzeit wieder machen.

Aber nein, so richtig verstanden, was sie da eigentlich tut, hats irgendwie kaum jemand.

Es folgten ewige Zeiten, in denen fast keiner zu Hause war und ich die Tage mit mir selber verbracht habe.  Ich hab mich nicht beschwert, Mami hatte genug anderes zu tun: Papi daran hindern, die Medikamente zu nehmen, die vermutlich einen Herzstillstand bei ihm bedeutet hätten (Danke, Arzt. NICHT!), 20h am Tag der Transplantation unterwegs sein. 2 Wochen jeden Tag ins Krankenhaus fahren, sich um Papi und seinen Vater, der eine seiner Nieren seinem Sohn gab (was das für ein Aufwand ist, könnt ihr gerne erfragen/ ergooglen, das würde den Text sprengen), zu kümmern.

– Wie man dabei nur den Haushalt vernachlässigen kann, ist manchen übrigens immer noch ein Rätsel. Es gibt tatsächlich immer Menschen, die wüssten, wie sie alles besser machen würden ohne selber wirklich zu helfen, selbst wenn sie durchaus in der Position wären, etwas zu tun.

Papi hat alle OPs gut überstanden, nimmt jetzt Immunsuppressiva (damit die Niere nicht abgestoßen wird) und geht regelmäßig zur Kontrolle seiner Werte. Studium hat er weiter gemacht. Und seine Kräfte sind relativ zurück gekehrt.

Und Mami? Die trägt jetzt meist die schweren Taschen (Einkäufe, Koffer etc.), denn das soll Papi nicht. Ansonsten hat sie irgendwie die Prüfungen etc. überlebt und sich danach für eine Woche in wohlverdienten Urlaub begeben. Sie kam ganz anders zurück. Aber davon erzähl ich Euch morgen, denn das ist eine eigene Geschichte.

Für heute will ich Euch mitgeben: Seid froh, wenn ihr funktionieren könnt, seid froh, wenn ihr Freunde habt, die immer da sind. Seid froh, wenn ihr leben könnt statt ständig mit überleben beschäftigt zu sein. Und fragt Euch, ob ihr in Eurem Umfeld nicht manchmal zu schnell urteilt über das Verhalten derer, die vielleicht mit ziemlich viel nebenbei kämpfen, es aber Euch nicht unbedingt auf die Nase binden. Ob sie vielleicht Hilfe brauchen statt Abwertung. Und ob ihr denen, die krank sind wirklich erzählen wollt, wer ihnen gut tut. Es könnte nämlich sein, dass ihr jemandem die einzige Person, die immer für ihn da ist, versucht schlecht zu machen. Was das bei ihm auslöst, könnte man sich nämlich auch mal vorher überlegen!

Meauu, bleibt gesund!

Schneekönigin Kuka

K L M – An diesem Krisenmanagement leiden Menschen

Guten Tag Ihr Lieben,

da bin ich wieder, und ich bin noch viel wütender als in meinem letzten Post. Ich möchte Euch erzählen, was ich heute Morgen zu Hause mitbekommen habe, denn wir alle fragen uns, wie so etwas bei einer professionellen, großen Airline passieren kann?!

Man nehme eine kleine Reisegruppe von 5 Jugendlichen, alle zwar mit Cochlea Implantaten versorgt, aber medizinisch und rechtlich gehörlos bzw. taub, also schwerstbehindert, die eine Woche Ferienfreizeit in England gemacht hatte und nun wieder nach Hause wollte.

Der nette Plan: Am späten Nachmittag des gestrigen Tages (Samstag) sollte die Maschine von Leeds nach Amsterdam starten, mit einer Stunde Umsteigezeit wollte sich die Gruppe dann teilen, der eine Teil wollte nach Hamburg weiter, der andere nach Frankfurt, wo man jeweils kurz vor der nächtlichen Schließzeit eintreffen sollte.

Die bittere Realität: Am Flughafen in Leeds angekommen erfuhr unsere Gruppe, dass ihr Flieger Verspätung habe. Der Grund war ein Unwetter, dass Amsterdam in Atem hielt, es stürmte mit über 100km/h ziemlich kräftig. Die Informationen vor Ort waren ähnlich durchgepustet: Während im Internet längst von zwei und mehr Stunden Verspätung die Rede war, versuchte man die Passagiere offenbar bei Laune zu halten, indem sich die angezeigte Verspätungszeit immer nur leicht erhöhte. Zum Schluss waren es knapp vier Stunden Verspätung, die der Pilot durch einen flotten Flug noch etwas zu kürzen wusste. Die Ankunftszeit lag trotzdem kaum vor Mitternacht, was es bei, deutschen Nachtflugverboten unmöglich machte, direkt weiter zu reisen. Selbst die Zugverbindungen vom großen Amsterdamer Flughafen ins Umland, sowie ins deutsche Nachbarland waren überraschend bescheiden. Der Flughafenservice von KLM funktionierte bis hierhin noch gut, unsere Reisegruppe wurde abgeholt, wie das bei Gehörlosen ein üblicher, kostenloser Service ist, und schließlich wurde beschlossen, man könnte am Flughafen einige Stunden schlafen, wie andere gestrandete Passagiere und dann am Morgen mit den ersten Fliegern endlich nach Hause.

Die fatalen Fehler: Eine Umbuchung konnte am selben Abend nicht mehr erfolgen und damit fingen die richtigen Probleme an. Trotz einer riesigen Menschenmenge, die wegen der Wetterprobleme nun festsaß, hielt es die Fluggesellschaft nicht für nötig, einen Schalter nachts offenzulassen, sondern gab den übermüdeten gehörlosen Jugendlichen die Information, man müsse sich halt ab 4 Uhr anstellen, dann könne eine Umbuchung erfolgen. Ab dem Zeitpunkt dieser Information war unsere Reisegruppe ganz auf sich gestellt. Niemand vom Bodenpersonal von KLM wollte irgendeine Verantwortung übernehmen. Man hätte erwarten können, das den Gehörlosen angeboten worden wäre, daß man sie morgens rechtzeitig wecken könne, denn die notwendigen Wecker waren alle in den Koffern verpackt, um dann umgehend für sie oder gemeinsam mit ihnen, die Umbuchung vorzunehmen. So standen unsere 5 Gehörlosen morgens völlig übermüdet, mit unzähligen anderen verloren in einer endlosen Schlange. Derweil hob der erste Flieger nach Hamburg schon ohne sie ab. So beschloss eine aus der Gruppe mit etwas besseren Englischkenntnissen, sich Hilfe zu suchen, um wenigstens den nächsten Flieger nach Hamburg bzw. Frankfurt zu erreichen.

Die unglaublichen Reaktionen: Sie zog also los, sprach KLM-Mitarbeiter höflich mit den Worten: „Excuse me!“ an und wurde demonstrativ stehen gelassen. Ungelogen, vier weitere Versuche bei Kollegen endeten ebenfalls mit Abweisen bzw. dem Hinweis, man habe zu tun. Erst als sie völlig fertig und verzweifelt in Tränen ausbrach und andere Passagiere auf sie aufmerksam wurden, nahm die Ignoranz ein Ende und eine der zuvor erwähnten Mitarbeiterinnen war zwar bereit ihr zuzuhören, nicht aber deren Mutter am Mobile, um sich von ihr die Situation schildern zu lassen. Jetzt ging es trotzdem wider Erwarten ganz schnell, und sie bekam als Gehörlose plötzlich einen Platz auf der nächsten Maschine. Als sie dann noch um weitere Umbuchungen für die anderen Gehörlosen nach Frankfurt und Hamburg bat, machte die überraschte Mitarbeiterin, nun deutlich freundlicher, auch dieses möglich. So bekam die Reisegruppe tatsächlich noch ihre Umbuchung auf die nächsten beiden Flüge und alle Beteiligten hofften, nun bald wieder zu Hause zu sein.

Daraufhin teilte sich die Gruppe.

Die „Frankfurter“ bestiegen das Flugzeug nach Frankfurt und an Bord klappte der Service wieder. Nur einer der Koffer bekam von KLM eine Runde Extra-Urlaub spendiert und ist nicht mitgekommen. Hoffentlich ergeht es ihm besser, als der anderen Gruppe!

Nun wird es skurril! Die „Hamburger“ saßen völlig übermüdet und wartend am Gate, als kurz vor dem geplanten Boarding ein Mitarbeiter von KLM erschien und verkündete, der Flug sei gecancelt und wieder entschwand. Fassungslos und verzweifelt blieb unserer Gruppe, erneut allein gelassen und verloren zurück. Andere Passagiere machten sich auf den Weg, um neue Lösungen zu finden. Das skurrile an der Sache war, daß das Flugzeug entgegen der Ankündigung tatsächlich ordnungsgemäß nach Hamburg abhob und laut Internet auch pünktlich dort landete. Aber eben u.a. ohne die drei gehörlosen Jugendlichen. Was sich hinter diesem Spuk verbarg, hat sich bisher niemandem aus der Gruppe erschlossen. Nun waren unsere Hamburger endgültig völlig am Ende. Verzweifelt meldeten sie sich hilfesuchend wieder zu Hause. Von hier versuchte man nun Unterstützung zu mobilisieren.Der behinderte Behindertenservice: Kommen wir zum Höhepunkt was den miserablen Umgang der KLM mit ihren behinderten Jugendlichen angeht. Die Telefonnummer von KLM CARE, welche sich um „Reisende mit Einschränkungen“ kümmert, wurde gegooglt und von Elternseite aus Deutschland angerufen (Tel.: 003180055622737).Erfreulicherweise landete man nicht in der Warteschleife. Die Mitarbeiterin hörte zwar zu, erklärte aber sofort, daß man nicht helfen könne, da man weder Umbuchungen vornehme, noch einen Mitarbeiter vor Ort am Flughafen habe, der sich der Gehörlosen annehmen könne, da man seinen Standort in der Stadt habe. Statt notwendiger Hilfe wurde angeboten, zur Reservierungsnummer durchzustellen. Auf die Frage, ob das alles an Unterstützung sei, die man von ihnen zu erwarten habe, wurde man in die völlig überlastete Warteschleife gehängt, in der verschiedene Eltern der Gehörlosen schon seit 4 Uhr früh ewig und völlig vergeblich gehangen haben. Nicht mal hier gibt es anscheinend eine interne schnelle Notfallnummer.

Der kleine Trost: Als man von Elternseite kurz davor war, die Polizei als Freund und Helfer anzurufen, unternahm die Gruppe einen letzten Versuch am Counter. Offensichtlich hatte sich zwischenzeitlich, dank anderer Passagiere, schon der skurrile Spuk bis zum Counter durchgesprochen. Da alle weitern Flüge für den selben Tag nach Hamburg bereits hoffnungslos ausgebucht waren, was ja nicht weiter verwunderlich ist, akzeptierten unsere drei das Angebot auf Kosten von KLM eine Nacht im Hotel zu bleiben und am nächsten Morgen mit der ersten Maschine gen Hamburg zu starten, Verpflegung und Taxi werden hoffentlich übernommen. Da die drei mittlerweile mit Boardingpass versorgt sind, hoffen wir auf eine reibungslose Heimreise ohne weitere Skurrilitäten morgen.

Ich möchte hier anmerken, dass es sich hierbei um eine Doppelbelastung für die Gruppe handelte. Sie war eben nicht nur übermüdet, auch aus Sorge möglicherweise morgens zu verschlafen, wie es bei normal Hörenden auch sein kann, sondern auch durch ihre Gehörlosigkeit und die damit verbundenen Kommunikationsprobleme verbunden mit der ständigen Sorge, keinen Zugang zu notwendiger Information zu haben, wie z. B. sämtlichen Lausprecherdurchsagen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Hörgeschädigte nicht in der Lage sind, alleine zu reisen, sondern nur, dass die Bedingungen und Arbeitsprozesse gezielt angepasst werden müssen. Schriftliche Updates zusätzlich zu Lautsprecheransagen würden vermutlich allen Passagieren helfen, werden bislang aber leider überall vernachlässigt.

Ich hoffe, jedem ist klar, dass diese Geschichte eine unerhörte Sache ist.

Fehlendes Krisenmanagement besonders auf Kosten Behinderter ist absolut inakzeptabel. Noch unverständlicher ist aber die Reaktion von KLM CARE, die, wie ich finde, einen ordentlichen Shitstorm verdient hat. Wir fordern also, dass KLM sich sofort mit seinem lückenhaften Krisenmanagement befasst, damit „die älteste Fluglinie der Welt“ sich nicht noch zur ‚unflexibelsten und inkompetentesten Fluglinie unter den großen mit Note Mangelhaft in Sachen Inklusion‘ umbenennen muss! Es müsste reichen, dass K L M sich in Langform nun erstmal ‘ an diesem Krisenmanagement Leiden Menschen’ nennen darf! Um sicher zu gehen, dass eine Auseinandersetzung stattfindet, fordern wir außerdem eine öffentliche Stellungnahme zu diesem Umgang mit Gehörlosen und Schwerhörigen im Allgemeinen und Jugendlichen im Besonderen!

Meine Bitte: Liebe Benutzer des Internets, die meisten von Euch werden wohl soziale Medien und E-Mailadressen besitzen, deshalb meine Bitte: Im Namen der Inklusion bereitet KLM auf Twitter, LinedIn und Facebook einen angemessenen Shitstorm, damit sie die Notwenigkeit einer Veränderung sehen, und damit vielleicht auch andere Fluggesellschaften prüfen, ob sie besser gehandelt hätten!

Der angebliche 24h-Service von KLM auf Twitter reagierte jedenfalls erst, als alles zu spät war. @KLM_DE reagierte gar nicht, erst der später angetwitterte Hauptaccount @KLM reagierte, wobei es keinen Hinweis gab, dass nur @KLM und nicht @KLM_De Hilfe anbietet, wie es zum Beispiel bei der Deutschen Bahn üblich ist, wenn man statt dem Hilfeaccount den normalen Informationsaccount antwittert.

Solange diese Missstände nicht behoben sind, können wir Behinderten nicht empfehlen, mit KLM zu fliegen, da Krisen nun mal nicht vorhersehbar sind und die Behandlung der Behinderten auf Augenhöhe offenbar noch nicht zur üblichen Praxis gehört.

Also bitte zeigt der Fluggesellschaft, dass das so nicht geht! Gemeinsam schafft man Veränderungen!

Vielen Dank! Mir steht noch immer das Fell zu Berge, ich muss jetzt erstmal schlafen!

Meauu, ich zähle auf Euch!

Schneekönigin Kuka

 

UPDATE: Montag, 13Uhr. Auch die Hamburger sind wohlbehalten zu Hause angekommen. Nur der Koffer ist immer noch nicht in Frankfurt angekommen, er blieb bislang verschollen. Wo der wohl grade Urlaub macht?!

UPDATE: Mittwoch, 13 Uhr. Auch der Koffer hat seinen Sonderurlaub beendet, nachdem er wohl einsah, dass sonst wegen seines vor Ort fehlenden Inhalts der Besitzerin gesundheitliche Probleme drohen könnten…

Ähnlich unglaubliche Erfahrungen mit KLM könnt ihr übrigens bei  Tanja und bei Demipress lesen.

Frau Lierhaus, seien Sie gefälligst glücklich!

Hallo ihr Lieben,

viel zu viel Zeit ist seit dem letzten Mal vergangen, das tut mir leid, es war einfach so viel los! Familienangelegenheiten, ein Umzug und Mamis Lerneifer hielten mich vom Schreiben ab. Nun bin ich aber wieder da – und muss mal ein ernstes Wörtchen mit Euch reden!

Erst gestern habe ich mich wieder tierisch aufgeregt. Da meinte doch ernsthaft eine Gruppe von Menschen, sie dürften mal wieder über einen von ihnen herziehen:

Eine gewisse Frau Lierhaus hat bedauert, ihr Leben mit einer Operation verlängert zu haben, da sie seitdem körperlich eingeschränkt ist. Und das ganze Internet empörte sich. Offenbar habt Ihr Menschen sonntags auch bei dem Wetter nichts Besseres zu tun, als andere in einen Scheißsturm zu verwickeln. Guckt doch lieber mal im RBB oder ZDFinfo die schönen Tierdokus, die Bilder sind so schön, da bräuchte ich fast die tollen Untertitel des RBB gar nicht!

Aber nein, stattdessen erzählt ihr einem Menschen, der im Erwachsenenalter körperlich behindert wurde, wie er sich zu fühlen hat: Er darf nicht unglücklich über seine Behinderung sein, sonst wertet er Euch ab.

Wie schwach seid ihr Menschen denn, dass ihr Euch von der Meinung eines einzelnen über sein Leben und sein befinden abwerten lasst? Ihr seid also immer glücklich mit Eurer körperlichen und seelischen Verfassung? Warum lese ich dann von vielen Behinderten, die im Laufe ihres Lebens einen Therapeuten brauchen? Über Depression soll endlich offen geredet werden, wie #notjustsad zeigte, aber wenn jemand einfach unzufrieden mit der Situation ist, vielleicht eine depressive Verstimmung hat, dann schreit ihr ihn nieder. Das ist also diese menschliche Toleranz, von der alle reden?

Finde ich zum Fell ausrupfen! Die einen sagen, sie ist prominent, deshalb darf sie nicht unglücklich sein, die anderen fühlen sich abgewertet, weil es einer Frau schlecht geht, die nach schwerer Krankheit und Trennung nach 18 Jahren Partnerschaft findet, ohne ihre Behinderung wäre das Leben einfacher, und es wagt, das öffentlich auszusprechen. Aber nirgendwo habe ich bisher gelesen ‚es tut mir leid, dass es Ihnen schlecht geht‘, keiner bietet Lösungen an, alle hauen nur drauf!

Ich schrei doch auch nicht Mami an, wenn ich hungrig bin, weil ich mal meckern will, sondern weil ich tatsächlich Fressen haben will. Alle jammern über zu wenig vorhandene Inklusion, sind damit unzufrieden, aber wehe, einer ist nicht gerne behindert! Ein falsches Bild von Menschen mit Behinderung entsteht also, wenn jemand sagt, die plötzliche Behinderung hat alles schwieriger gemacht? Dann wüsste ich gerne, wie denn das ‚richtige Bild‘ aussieht. Denn die, die das kritisieren, sind interessanterweise die, die ich ständig meckernd und fordernd erlebe. Seid doch endlich glücklich!

In dieser Internet und Medienwelt muss alles perfekt sein, jeder muss glücklich sein – oder zumindest so scheinen. Und dann kommt eine Frau daher und schämt sich nicht, unglücklich zu sein. Frau Lierhaus, wie können Sie nur? Sie haben meine aufrichtige Bewunderung für ihre Ehrlichkeit mitten in dieser verlogenen Welt!

Und noch etwas fällt auf: Das Thema Sterbehilfe wird immer wieder diskutiert. Wie kann man gleichzeitig pro Sterbehilfe sein, aber ablehnen, dass eine Frau ihre Lebensverlängernde Maßnahme bereut. Sollen die Kranken und Schwachen doch endlich glücklich sein, statt sich erlösen zu wollen!

Frau Lierhaus hat von sich gesprochen, nur von sich! Und damit steht sie ziemlich alleine da. Egal was ich bisher gelesen habe, ich lese immer nur von ‚die Behinderten‘. Verallgemeinerung überall. Ich möchte das nicht! Ich kann für mich selber maunzen! Und ganz egal, wer meint, im Namen aller zu sprechen: NEIN. In meinem Namen schon mal nicht.

Liebe Frau Lierhaus, ich wünsche Ihnen, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen sie ganz froh sind, dass Sie noch leben. Ich hoffe, dass Sie erfahren können, dass Behinderungen auch bereichern können! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Und an den Rest: Euch nehme ich erst Ernst, wenn ihr nicht nur dauernd meckert und verurteilt, sondern helft.

Ich schreibe hier nur in meinem Namen, alles andere wäre Anmaßung. Aber ich möchte mich hiermit ausdrücklich von Aussagen wie denen von Frau Julia Probst (@einaugenschmaus) und Frau Link distanzieren. Jeder hat das Recht, etwas zu kritisieren und schlecht zu finden. Aber mir fehlt die Empathie bei Ihnen beiden sehr!

Ich gehe mich nun weiter sonnen! Sonst beiße ich mir vor Ärger noch in den Schwanz!

Meauu, bleibt wie ihr seid!

Schneekönigin Kuka

Marsch für das Leben – Abtreibung – Oder auch: Das Leben der Anderen…

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich aus der Sommerpause zurück. Ich habe sie mit viel schlafen, Protest gegen das neue Katzenstreu und der Erkenntnis, dass es sich als Schoßkatze ganz gut lebt, verbracht.

Nun, drei Tage vor meinem 8. Geburtstag, bin ich zurück, den Flauschekopf voller wichtiger Themen, die ich unbedingt unter die Menschen bringen will.

Anlass um heutigen Post ist der sogenannte “Marsch für das Leben”, der im Fernsehen und im Internet viel diskutiert wurde. Da ich in Eurer Menschengesellschaft kein Recht auf öffentlichen Protest geltend machen kann, werde ich meine Meinung dazu nun mal hier kundgeben.

Der “Marsch für das Leben” – für alle die, die es nicht mitbekamen – war eine große Protestaktion gegen Abtreibung und deren Legalisierung. Die Protestierenden berufen sich dabei auf das “Recht auf Leben”, welches für sie bereits mit der Zeugung beginnt. Manche sind religiös orientiert, andere haben ganz persönliche Erfahrungen zum Protestieren bewogen. Die Gegner begründen ihre Forderung der Legalisierung auf die Selbstbestimmung der Frauen, welche die Kinder nun mal in ihrem Bauch wohnen lassen müssen.

In Deutschland ist Abtreibung von menschlichen Embryonen nicht legal, bleibt unter bestimmten Umständen aber straffrei. – Bei uns Tieren sieht das schon deutlich anders aus, aber Ihr dürft uns ja auch kastrieren ohne unsere Einverständniserklärung und unseren Pfotenabdruck! Aber bleiben wir bei der “Krone der Schöpfung”: Euch Menschen. – Dabei spielen das Alter der Schwangeren, die Schwangerschaftswoche und die psychische und physische Gesundheit von Mutter und Embryo eine wichtig Rolle.

Zunächst muss ich Euch etwas ganz Grundsätzliches erklären: Wenn Ihr Menschen auf Eure Individualität besteht, dann wäre es nur konsequent, jeden Fall, jeden Menschen, jedes Leben individuell zu betrachten, bewerten und beurteilen. Prinzipien und Regeln sind in einer Zivilisation zwar überlebenswichtig, aber sie sollten niemals eine gewisse Flexibilität ausschließen, denn das Leben ist nicht planbar!

Aus diesem Grunde werde ich etwas genauer differenzieren müssen in meinen Ausführungen zum “Recht auf Leben?”.

Hier ein paar Fragen, die jeder mal kurz bedenken sollte, bevor er dann weiter ließt:

1. Menschen:

– Wer treibt ab?

– Wer ist von einer Abtreibung betroffen?

– Wer protestiert?

– Wer berät, führt durch und hilft?

2. Gründe:

– Aus welchen Gründen wird abgetrieben/ eine Abtreibung in Erwägung gezogen?

3. Folgen:

– Aus den Situationen und dem Handeln können sich welche Folgen ergeben?

4. Konsequenzen:

– Welches Handeln könnte also möglichst viele zufriedenzustellen?

Ich beantworte diese Fragen wie folgt:

1. Frauen lassen abtreiben, menschliche Frauen. Betroffen sind Frauen verschiedenster Herkunft, die Erzeuger und die Ebryonen. Proteste gegen die Abtreibung kommen von Männern, von Menschen, die abgetrieben werden sollten und von einigen Frauen, die das Handeln der anderen Frauen nicht nachempfinden können, da sie niemals abtreiben würden. Auf der anderen Seite stehen die Frauen, die alleine gelassen nur konsequent fordern, auch alleine über ihren Körper zu bestimmen. Es gibt verschiedene Beratungsstellen, staatliche und religiöse, die zur Verfügung stehen und auch mit verschiedenen Ansätzen beraten. Den Eingriff nehmen Ärzte vor. Wer den Frauen hilft und beisteht? Meistens niemand.

2. Minderjährigen Frauen wird nicht selten bei einer ungewollten Schwangerschaft zur Abtreibung geraten. Ein Baby würde die gesammte Zukunftsplanung durcheinanderbringen, oft fehlt es an Geld, von den Fähigkeiten, ein Kind zu erziehen, ganz zu schweigen. Hier bleibt eine Abtreibung normalerweise straffrei.

Ab der Volljährigkeit wird die Begründung einer Abtreibung schon schwieriger. Da gibt es Frauen, die niemals Kinder wollen oder viel später und ihre gesamte Lebensplanung in Gefahr sehen; Weil ein Kind den Job gefährdet, der Vater nicht verfügbar ist oder Ergebnis einer unerwünschten Beziehung ist.

Es gibt auch Frauen, die selbst psychisch und oder physisch nicht oder nur schwer in der Lage sind, ein Kind zu bekommen und großzuziehen.

Ein ganz anderer Fall sind Opfer von Missbrauch und Vergewaltigungen. Bei uns Katzen wird da ja nicht unterschieden, wenn wir zur Züchtung benutzt werden, setzt ihr uns einen Partner vor und wartet ab. Mitbestimmung ist also nur Euch Menschen vorbehalten. Ihr habt ein anderes Verständnis von Fortpflanzung…

Dann gibt es noch Frauen, die abtreiben wollen, weil ihr Menschen die Ebryonen bereits vor der Geburt untersuchen könnt und somit entscheiden könnt, ob das Kind Euren Vorstellungen von Gesundheit und geistiger Verfassung entspricht. Bis zur ersten Wehe darf dann im Mutterleib getötet werden, auch wenn das Kind lebensfähig wäre. Geboren werden muss es übrigens trotzdem normal, denn in Luft auflösen könnt ihr den Körper auch im Mutterleib noch nicht.

Das sind die Hauptgründe, auf die sich die meisten Fälle letztendlich zurückführen lassen. Wenn Ihr einen Punkt nicht bedacht seht, verzeiht, ich bin auch nur eine Katze und von der Materie daher nicht betroffen.

3. Die Folgen einer Abtreibung oder das Unterlassen selbiger sind ebenfalls sehr verschieden. Eine Abtreibung kann zur Unfruchtbarkeit führen. Die psychischen Folgen können die Frauen ihr lebenlang verfolgen – oder sie völlig kalt lassen.

Menschen können in Bedrängnis geraten, Zahlungen können anfallen, Jobverlusste sind möglich, wenn das Kind geboren wird. Behinderte Kinder können sehr viel Arbeit machen. Frauen werden täglich an ihre Vergewaltigung erinnert, wenn sie ein Kind bekommen, dass durch Gewalt entstanden ist… Das sind alles nur mal ein paar Stichworte und Gedanken dazu.

4. Sinnvolle Handlungsweisen, die möglichst viele zufriedenstellen, können darauf aufbauen: Geht man davon aus, dass die wenigsten Frauen gerne abtreiben, geht es also um eine Lösung, die Abtreibungen auf ein Minimum reduzieren. Und wie?

In den letzten Tagen habe ich immer wieder gelesen, Abtreibung wäre das drücken vor Verantwortung seitens der Frau. Das mag grundsätzlich stimmen, ist für mich aber nicht weitgenug gedacht: Weil Frauen schwanger werden, sind sie also in der Verantwortung? Soweit mir bekannt ist, gehören dazu immer zwei: Ein Mann und eine Frau. Das ist wie bei uns Tieren auch. Ihr Menschen habt Verhütung erfunden, wenn sie nicht ausreichend benutzt wird, weil ihr nicht richtig kommuniziert, ist das niemals die Schuld einer Person alleine! Wenn die Verhütung versagt (ja, auch das kommt vor trotz richiger Verwendung!) sind immer noch zwei dafür verantworltich. Lediglich bei Anwendung von illegalen Mitteln ist eine Seite Schuld. Die andere sollte dabei aber nicht noch mehr benachteiligt werden, als sie es ohnehin schon ist.

Während ihr also für das Leben marschiert, frage ich mich, warum mal wieder nur Symptombekämpfung betrieben wird. Statt gegen oder für Abtreibung zu protestieren, sollten lieber Maßnahmen ergriffen werden, die Abtreibung weitestgehend unnötig machen. Und da, liebe Menschen, seid ihr alle gefragt!! Ich stelle einfach ein paar Fragen, üblicherweise fühlen sich meistens die Richtigen angesprochen:

Wer von Euch Männern ist schonmal ungewollt schwanger geworden und kann die Sorgen nachvollziehen? Wer von Euch ist der Gefahr ausgesetzt, ungewollt schwnger werden zu können? Wer von Euch tut alles für eine angemessene Verhütung? Wer on Euch drückt sich vor dem Unterhalt für seine Kinder? Wer von Euch hat bei den überraschenden Worten der Sexualpartnerin “Ich bin schwanger!” souverän reagiert, ihr volle Unterstützung zugesprochen und selbige auch genauso gegeben? Wer von Euch hat diesen Frauen Geld, Trost und Zeit gespendet? Wer würde ein Kind adoptieren? Und wer von Euch hat sich nicht nur darauf verlassen, dass sein Kind gesund ist, sondern gesagt, dass er ein behindertes nicht ertrüge?! Wer hat geholfen, diese Kinder großzuziehen? Wer hat seine Kinder vollständig aufgeklärt und würde sie nicht wegstoße, sie würde Euch nicht trotzdem ungewollt zu Großeltern machen?

Kurz: WER VON EUCH HILFT? WER ZEIGT EMPATHIE?

Vom Marschieren allein ist noch keinem Kind geholfen. Und von Verboten auch nicht. Wer nur große Töne spuckt, aber sonst nichts tut, den kann ich leider nicht ernstnehmen. Und liebe Frauen: Ihr müsst ja nicht abtreiben. Nur hört doch endlich mal auf, ständig über die anderen zu urteilen! Gesellschaft und Staat müssen helfen. Wenn der Staat die Kinder braucht, möge er besser mit den Frauen und Kindern umgehen. Die wenigen Abtreibungen, die dann noch blieben, sind Zeichen für unperfekte Menschen. Aber erstmal kümmert Euch um den Rest!

Vom Marschieren alleine kommt nichts! Ihr alle urteilt über das Leben der Anderen. Arme Menschen!

Denkt mal drüber nach. Ich erinnere jetzt Mami daran, dass bald Abendessens-Zeit ist!

Meauu, werdet mal menschlich!

Schneekönigin Kuka

Big Brother is watching you – Von Überwachung im Großen und Kleinen.

Hallo meine Lieben,

nachdem ich nun einigen Zeitaufwand betrieben habe, um den Blog umzutopfen, habe ich nun endlich wieder Zeit, mich einem weiteren Thema zu widmen, dass mir am Herzen liegt.

Über Überwachung wird viel in Euren Medien gesprochen, spätestens seit Snowden. Fast alle sind sich einig, dass Überwachung gegen das Recht auf Freiheit verstößt. Deshalb möchte ich heute mal darüber nachdenken, welche Rolle Überwachung in eurem – und vielleicht auch in meinem – Leben spielt.

Flughafenkontrollen kennen wir alle, ich bin ja auch von Spanien nach Deutschland geflogen. Ist euch eigentlich klar, dass wegen ein paar Verbrechern jeder, der fliegen will, kontrolliert wird? Ihr steht alle unter Generalverdacht, aber wer beschwert sich da über Privatsphäre? Beschwerden kommen erst, wenn ihr Menschen nackt gescannt werden solltet – warum der Aufstand, ich trag ja auch nur Fell am Körper und mecker nicht!?

Dieser Generalverdacht berührt Euch aber nur, wenn Ihr Euch von Nagelscheren und Kosmetika trennen müsst, weil sie irgendeine Länge überschreiten und deshalb als gefährlich gelten oder nur wenig zu trinken mitnehmen dürft, weil ihr Menschen so schlau wart, Flüssigsprengstoff zu erfinden.

Nun werden also Eure Computer, Tablets und Handys überwacht und ihr schreit auf, wieso die Amerikaner so etwas tun. Mal abgesehen davon, dass sich das doch bereits die meisten denken konnten, ist Überwachung für Euch wirklich so neu? Ja?

Dann gehört ihr zu den wenigen, die keine Eifersucht in Beziehungen kennen? Gratulation, das ist schwer bei dem, was die Medien bieten: Zeitschriften voller Treuetest (Natürlich nur als Orientierung, keine absolute Garantie), das Internet voll mit Kontakbörsen, die nur teilweise auf das Verlieben im 11 Minuten Takt (laut Werbung) ausgelegt sind, und das Fernsehen, das in diversen Soaps zeigt, wie Menschen belügen und betrügen und notfalls auch mit Wahrsagern oder Treuetestern dient.

Da ist es fast nicht verwunderlich, wenn immer mehr Menschen auf die Idee kommen, den Partner zu kontrollieren. Es fängt ganz harmlos an, mit dem Kontrollieren der SMS und Anrufe. Irgendwann kommen die sozialen Netwerke und Chats dazu, wer den Partner wirklich liebt, rückt doch sein Passwort raus, wenn er nichts zu verbergen hat. Aber das ist meistens noch nicht genug. Tagebücher – auf Papier, auch das gibts noch – werden gelesen und auf Verdächtiges überprüft.

Und wenn das alles noch nicht reicht, gibts es ja im Internet genug Software, die es gegen Geld erlaubt, Menschen dank zu orten. Zwar muss man dafür auf dem ausspionierten Handy eine Bestätigung ausführen, aber wer SMS kontrolliert, kriegt auch das nebenbei hin. Das ist dann aber ok. Es wird in den Medien erklärt und akzeptiert, es gilt fast als normal.

Es ist natürlich ein trauriger Fakt, dass ihr Menschen Euch teilweise betrügt, doch wenn die Eifersucht begründet sein sollte, warum habt ihr den Partner dann noch? Entweder ihr traut ihm oder ihr lasst es. Nur wenn ihr anderen mehr traut als dem eigenen Partner, ist es eh schon zu spät.

Wir halten also fest: Wenn es um Triebe geht, ist Überwachung ganz normal, wenn es um Macht geht, dann nicht mehr. Aber es fängt im kleinen an. Also wundert Euch nicht, wenn man Euch nicht ernt nimmt…

So, ich gehe jetzt mal grade in Mamis Mails checken, ob sie schon mein Futter für diesen Monat bestellt hat.

Bis demnächst!

Meauu, seid geflauscht!

Schneekönigin Kuka

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Blog-Umzug

Hallo ihr Lieben,

da es zunehmens Beschwerden mit der mobilen Nutzung des Blog gab, bin ich mit dem blog jetzt umgezogen. Ich tüfftele noch etwas am Layout und an den Einstellungen, also bitte nicht wundern, wenn sich plötzlich etwas ändert, aber das grundgerüst bleibt jetzt erstmal so.

Ich hoffe, ihr bleibt mir trotzdem treu!!

Meauu, bleibt wo ihr seid!
Schneekönigin Kuka