Trolle trollen leicht gemacht – Selbstversuch als Trollzielscheibe

Ihr Lieben,

nach so viel körperlicher Gesundheit, müssen wir heute mal über seelische Gesundheit reden. Ich möchte Euch heute Mamis neustes Experiment vorstellen: Ein paar Tage als Zielscheibe von selbsternannten Online-Trollen, die ihre Zeit in sozialen Netzwerken dazu nutzen, möglichst unsozial zu sein.
Schon einige Nutzer sind wegen der Hassattacken zusammengebrochen.
Längst gibt es Nervenzusammenbrüche und auch Suizide wegen dem so genannten Cybermobbing.
Zu Mamis Schulzeiten gab es zwar Mobbing zu genüge, aber nicht online. Die letzten Jahre wurde dies immer mehr zum Alltag und schon lange ist es keine Kinderbeschäftigung mehr, andere öffentlich zu demütigen, auch Erwachsene nutzen diese wenig erwachsene Art des Stressabbaus.
Nachdem Mami immer wieder mitbekommen hat, wie andere auf Twitter angefeindet wurden, hat sie beschlossen, sich einmal selbst zur Zielscheibe zu machen.

Ihre Erfahrungen dazu möchte ich mit Euch teilen, damit alle etwas davon haben:
Immer wieder Zeugin von Hassattacken geworden, beschloss im am Dienstagabend (24.10.16), die Strategien der Trolle kennenzulernen und dabei dem ein oder anderen seine Beschränktheit aufzuzeigen.
Trolle finden ist dabei ganz einfach: Man sucht sich den grade am kontroversesten diskutierten Hashtag (#) auf Twitter raus und nimmt eine Anti-Mainstream-Haltung (auch: Weltverbessererposition) ein, dann kommen die Trolle ganz von alleine.
Ich habe dies mit dem Hashtag #gastoderspast gemacht, Weiteres dazu findet Ihr hier!
Ich habe das Verhalten der Trolle tagelang beobachtet und analysiert und kann behaupten, ich habe neben diversen Beleidigungen auch auf psychologischer Ebene einiges gelernt!

Die wichtigste Trollregel: Trolle niemals alleine!

Schließlich macht Trollen nur mit Publikum Spaß und Mobbing lebt nun mal von einem Machtgefälle: Um zu Mobben, muss man in Zahl oder Position der Zielperson überlegen sein.
Es handelt sich also um ganze Netzwerke, deren Mitglieder aktiviert werden, manche gleichzeitig, andere zeitversetzt, manche aktiv mit Nachrichten, andere passiv durch verbreiten (rten/teilen) und loben (faven/ liken) der Nachrichten.
Alle haben gemeinsam: Sie haben irgendwelche erfundenen Namen und maximal ihre Augen auf ihrem Profilbild. Benehmen haben alle recht wenig, dafür umso mehr Zeit. Manche kleben wie Kletten, andere verlieren nach kurzer Zeit das Interesse. Aber es kommen immer wieder neue dazu, wie so Fruchtfliegen.
Oder um eine treffendere Parallele zu ziehen: könnte man sie auch mit den Römern von Asterix und Obelix vergleichen:
Sie kommen immer wieder und kassieren ihre (verbalen) Prügel, sehen ihre Niederlagen aber nicht wirklich ein. Die spinnen, die Trolle. Aber Zaubertrank kann bekanntlich helfen, man muss nur in einen Kessel voller gesundem Selbstbewusstsein und Verstand gefallen sein: Solange man die Nachrichten als Produkt jämmerlicher Komplexe sieht und nicht persönlich nimmt, können einem die Trolle nicht viel. Es ist lediglich eine Art Psychoterror, gegen den man sich gut wehren kann. Die Methoden sind vielfältig, zielen aber alle darauf ab, den Empfänger in Angst, Wut und Hilflosigkeit zu versetzen und möglichst lange dort zu halten, um eigene Macht zu demonstrieren.
Dies ist nur zu durchbrechen, wenn man sich dessen bewusst wird und die einzelnen Methoden verstanden hat.
Da gibt es die plumpen Beleidiger, die diverse Worte nutzen, um andere möglichst schnell möglichst wütend zu machen. Als Frau bekommt man vermutlich andere zu hören als als Mann.

Hier einige Beispiele:

– Aufforderung, zu putzen oder in die Küche zu gehen
– Body shaming: Aussehen möglichst schlecht machen: Gewicht, Gesicht etc..
– Männer: Kriegst keinen ab, hattest nie wen, bist untervögelt!
-> Daran schließen sie Äußerungen an, die mit Inzest zu tun haben, ebenfalls ohne weiter geistreich zu sein!
– Alter: Ich wurde an einen Tag als 14 jährige, U 16, 30-Jährige und Ü 40 bezeichnet, auch mal gleichzeitig.
– Behinderung: Regelmäßig CAPSLOCKTE mich jemand an mit „OB DU BEHINDERT BIST?“, Autist, Spast etc.
– Gender: Transe in alle Formen
– Prostituierte: Hure(nkind) in Varianten
– Abstammung: Jude (ja, wirklich), Zigeunerin, Rumänin
– Opferblaming: Als Kind geschändet, von der Mutter verstoßen
– Geschlechtsmerkmale: Fotze & Vagina sind also eine Beleidigung. – Werden Männer als Penis bezeichnet?
– Sonstiges: Untermensch, auf Kopf gefallen, Zeugungsfehler, naiv

Interessant hierbei:

Meine Intelligenz wurde erst zum Schluss angezweifelt. Über mich sagt das eher weniger aus, wohl aber über deren Frauenbild. Traurig.
Meine persönlichen Highlights: „Seit wann lebst Du offiziell als Frau?” und „Öko-Schlampen-Fotzenvieh” (Lässt sich prima auf die Melodie von „Alle Vögel sind schon da!“ singen… 😉 ).

Ihr seht, bitte einfach drüber lachen, zu mehr ist das nicht nutzbar.
Und an meinen alten Blogeintrag denken: Beleidigungen funktionieren nur, wenn man etwas Negatives mit den Bezeichnungen verbindet!
Aber dies war nur der plumpe Teil, ich bekam es auch mit psychologischen Tricks zu tun, die ich erst selbst erkennen und verstehen musste:

Sie begannen, sämtliche Aussagen von mir so zu drehen, dass man irgendeine Form von Diskriminierung darauf anwenden konnte; wobei sie sich immer und sofort angegriffen fühlten. Und so gehts dann auch weiter:
Sie reden dir Schuld ein, dass Du andere grade diskriminiert hast. Dabei involvieren sie immer mehr Trolle, denn sie brauchen ja die Plattform, ihren Ruhm. Gleichzeitig reden sie Dir ein, wie einsam Du bist, so ohne Freunde und Partner, den Du mit Deinem Aussehen natürlich nicht hast. Sie machen dich zum arbeitslosen Untermensch, mit Internetsucht und würden jede von Dir ausgeübte Beschäftigung durch den Dreck ziehen.
Sie versuchen Angst zu erzeugen, indem sie dich von angeblichen Hexen verfluchen lassen wollen. Ihre Namen klingen dabei möglichst dramatisch, genauere Präferenzen können sie aber nicht vorweisen! Auch das Drohen beherrschen sie verschieden gut: Manche plump mit einem Bild von Waffen, andere sagen dir bedrohlich “pass auf dich auf Unfälle passieren. Du wohnst ja eh alleine!” Sie nennen sich “King” und schreiben unter Diskussionen, „gewonnen“ mit der Begründung, „muss ich nur keine Mühe geben”. Alles was sie wollen: Dir den Glauben an dich selbst nehmen.
Wenn all das nicht erfolgreich war, packen sie Ihr Photoshop aus – oder doch nur Paint, den Skills nach zu urteilen – und schneiden dich in Bilder rein oder malen dir einen Schleier, um das mit „IS“ zu deklarieren… Sie suchen nach weiteren Netzwerkprofilen von Dir und sind sich nicht zu schade, anzukündigen: “Ich melde mich mit der Mailadresse von deinem Blog jetzt bei Gayporn-Portalen an!” – Bis heute nicht passiert. Sie wollen, dass Du glaubst, sie wüssten alles von dir, auch wenn es nur deine Spam-Mailadresse ist. 😉
Sie faven sich alle immer gegenseitig, um wie eine Übermacht zu wirken – auch nach Tagen noch, man will dich ja möglichst oft an ihre Existenz erinnern, und deine Notifications sind da ihr stärkstes Mittel – und kreieren gerne neue Accounts, um als mehr zu wirken als sie sind. Einfach zu überprüfen: Wenn der Account nur 3 Tweets enthält, von denen zwei Beleidigungen sind und der nur einem folgt, der ihm wiederrum folgt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um die gleiche Person handelt! Sie schreiben dir als Pärchen, um ihren Zusammenhalt zu demonstrieren und wie alleine du ja bist. – Was für eine Pärchenbeschäftigung…
Sie hoffen, dass Du drauf anspringst, deine Netzwerkfreunde dazu rufst und Dich in Diskussionen verstrickst, die du verlieren kannst, da sie jede Logik entbehren. Auch zu völlig belanglosen Themen!

Das sind reine Machtspiele.

Außerdem entbehren sie sämtlicher Rechtschreibung; Worte werden geschrieben wie gesprochen und dabei verniedlicht, ist ja alles nur Spaß, nur ein Spiel, das gewonnen hat, wer vom anderen geblockt wird – oder wenn der andere seinen Account löscht.
– Aber mal ehrlich, das war das Schulmobbing doch auch schon immer: Nur ein Spiel. ODER?
Sie versuchen, Dir möglichst viel Privates zu entlocken, um dich unter Druck setzen zu können. Dies tun sie entweder durch plumpe Fragen oder durch das in den Raumstellen von Behauptungen, denen Du widersprechen sollst.
Dabei setzen sie auf dein Grundbedürfnis, nie schlecht da zu stehen. – Wer will schon gerne als einsam und ohne Freunde dargestellt werden? Wer will schon arbeitslos sein? (Na, du hast doch nicht grade wirklich darüber nachgedacht, ihnen deinen Arbeitgeber zu verraten, um dich zu rechtfertigen?!)

Genau das ist die Grundlage des Trollens:
Rechtfertige Dich! Solange, bis Du es nicht mehr erträgst.
Um Dich möglichst lange zu malträtieren, sagen sie dir in regelmäßigen Abständen, dass du eh nicht mehr lange durchhältst, dann alle blockst und mit Anzeigen drohst. Damit wollen sie dich genau davon abhalten! Das Letzte, das sie wollen, sind Anzeigen, die gut und zeitnah mit Screenshots belegt werden können. Schnell wird es zu viel, die meisten verlieren den Überblick und damit die Möglichkeit, sich zu wehren.
Ist ähnlich perfide, wie Kindern zu sagen, sie dürfen nicht petzen, wenn sie geschlagen werden.

Soweit zu den Methoden, nun zum Handeln. das daraus resultiert.
Als allererstes gewöhn dir ab zu glauben, es wäre relevant, was anonyme Menschen im Internet über dich denken.
Es ist egal, ob sie dich für arbeitslos, psychisch krank oder hässlich und einsam halten. Vergiss das niemals!
Dann kannst du nämlich nach außen hin alle anderen raushalten!
Ich habe meine immerhin 1000 Follower gebeten, sich rauszuhalten, mich bloß nicht zu verteidigen. Sie haben sich alle daran gehalten und ich bin sehr froh darüber. Ich habe die Trolle damit sich seIbst überlassen ohne ihnen weiteres Publikum zu bieten. Gleichzeitig habe ich möglichst viele der Nachrichten weiter verbreitet, das schafft Zeugen, sollten sie notwendig sein. Und habe die Beleidigungen sofort gescreenshotet, alles andere war irrelevant, um Anzeige zu erstatten. Dies war nötig, um am Freitag sofort mit ausreichend Material bei der Polizei aufzuschlagen. Nicht, weil mich auch nur irgendeine Nachricht getroffen hätte, aber um andere zu schützen, denn ich bin ja kein Einzelfall!

Über den weiteren Verlauf werde ich beizeiten berichten.
Wichtig: Nicht mit der Anzeige drohen, einfach machen! Ich wurde mehrfach indirekt gefragt, ob ich vorhabe, zur Polizei zu gehen. Ich habe es ignoriert, die Accounts sind ungelöscht viel einfacher zum Nutzer zurückzuführen!
Das hat nichts mit Schwäche zu tun, nicht mal mit empfundener Wut oder richtigem Verletztsein! Die Würde des Menschen ist und bleibt einfach unantastbar! Anzeigen ist KEIN Petzen! Merkt Euch das bitte!
Und was habe ich den Trollen dann geantwortet, wenn schon nicht das von ihnen erwartete Jammern, Fluchen, Schimpfen und mit Anzeigen drohen?
Mein Motto war stets: Die Gegenseite soll sich möglichst offensichtlich strafbar machen, das macht weniger Arbeit!

Dabei bin ich selbst niemals ausfallend geworden, es gibt keine Äußerung, die man rechtlich gegen mich verwenden könnte. Ich habe einen anderen Weg gewählt, die Trolle zu trollen:
Ich habe mich entsetzlich dumm gestellt. Ich habe auf „OB Du BEHINDERT BIST“ mit „natürlich, steht doch in meiner Twitterbeschreibung” geantwortet. Auf Beleidigungen je nach Inhalt mit „Die ist neu“, „Das kannst Du aber besser“ oder „Die hatten wir schon“ reagiert. Habe mir ‘Frau’ definieren lassen und gesagt, ich werde bekocht, ich muss nicht in die Küche. Habe Bilderverunstalter für Kreativität gelobt und auf „Da weiß jemand Neues aus meinem Sexleben, einfach da nachfragen!“ hingewiesen. Ich habe festgestellt, dass Trolle 100 Worte für Penis kennen, aber Liebe nicht. Dass ich schrecklich einsam bin, weil mich niemand verteidigt. Und dass keine Antwort dumm genug ist, um als absichtlich doof erkannt zu werden. Sie glauben dir jede blöde Frage und Antwort, und merken nicht, dass nicht sie dich manipulieren, sondern du sie. Nicht die haben mit mir gespielt, es war andersrum.

Nur dass ich freundlich war, meine Gegenüber kannten eher wenig Hemmungen: So habe ich mehrere eindeutige und weniger eindeutige Aufforderungen zum Suizid erhalten, abgeschwächte Versionen empfahlen mir Selbstverletzung, diverse Aufforderungen, mich zu löschen und wurde auf unlogischste Art und Weise als rechter Flüchtlingshetzer, behindertenfeindlich etc. verleumdet.
Getroffen haben mich nicht die Äußerungen, wohl aber der viele Hass, der offenbar durch die Anonymität noch verstärkt wird. Es lässt sich vor einem technischen Gerät wohl einfacher ausblenden, dass am anderen Ende wirklich ein Mensch sitzt, mit Gefühlen und auch einer Geschichte. Es ist ja nur ein Account, den man löschen kann im ach sooo rechtsfreien Internet.

Sicher? Es ist eben nicht egal, ob Du ein Hakenkreuz in deiner Selbstbeschreibung nutzt oder den Kopf von anderen auf einen nackten adipösen Körper photoshopst. Das ist und bleibt strafbar!
Aber darf sich ja nun die Polizei drum kümmern.

Bis dahin unterhalte ich wohl weiterhin jeden Abend meine Follower mit „Trolle Trollen leicht gemacht“.
Schicke auf Fragen nach Telefonnummern die von Benimmkursen und Jugendhilfe, biete Hilfe bei der Nutzung von Photoshop an.
Und warte auf weitere Manipulationsversuche.

Oder ich werde einfach uninteressant, wir werden sehen.

Ich habe auch schon Trolle erlebt, die mich anbettelten, sie nicht weiter zu nerven und andere davor warnten, mich zu trollen (Goethes Zauberlehrling lässt grüßen!). Und eine Entschuldigung von einem Troll erhalten, der danach ernsthaft um ein Date bat. Es gibt halt nichts, was es nicht gibt!
Aber ich erfreue mich auch seit Tagen an den vielen persönlichen Nachrichten, die mich direkt oder indirekt erreichen: Da machen sich Menschen Sorgen um mein Wohlbefinden, gratulieren mir zu meinem Trollen der Trolle und äußern ihr Entsetzen über so viel dreiste Dummheit im Netz. Ich habe selten so viele liebe Direktnachrichten erhalten wie in den letzten Tagen (die eine „in paar Tagen löschst Du dich freiwillig“, die ich gescreenshotet verbreitet habe, zähle ich nicht dazu, nein!), sonst ist es eher still in meinen Nachrichten.

Auch habe ich einige Follower hinzugewonnen (die Trolle bin ich durch Blocken-Entblocken immer ganz schnell wieder losgeworden).

Außerdem hatte ich zwei sehr interessante Gespräche mit zwei Trollen, die mich lehrten, es gibt verschiedene Arten von Trollen, nicht nur die, die straffällig werden (Beizeiten dazu mehr)!
Die Menschheit ist also noch nicht verloren, es gibt noch ganz viele liebe Menschen, sie sind nur unauffälliger. Danke dafür! Und danke an alle Follower, die die vielen Tweets ertragen haben ohne mich zu verteidigen.

 

Mami wird berichten. Und sollte einer von Euch mit seinen Trollen nicht klarkommen, melde der sich, sie übernimmt das gerne.
Wenn genug Material zusammenkommt, könnte sie glatt eine Uniarbeit daraus machen.

Stay strong!

Schneekönigin Kuka

Big Brother is watching you – Von Überwachung im Großen und Kleinen.

Hallo meine Lieben,

nachdem ich nun einigen Zeitaufwand betrieben habe, um den Blog umzutopfen, habe ich nun endlich wieder Zeit, mich einem weiteren Thema zu widmen, dass mir am Herzen liegt.

Über Überwachung wird viel in Euren Medien gesprochen, spätestens seit Snowden. Fast alle sind sich einig, dass Überwachung gegen das Recht auf Freiheit verstößt. Deshalb möchte ich heute mal darüber nachdenken, welche Rolle Überwachung in eurem – und vielleicht auch in meinem – Leben spielt.

Flughafenkontrollen kennen wir alle, ich bin ja auch von Spanien nach Deutschland geflogen. Ist euch eigentlich klar, dass wegen ein paar Verbrechern jeder, der fliegen will, kontrolliert wird? Ihr steht alle unter Generalverdacht, aber wer beschwert sich da über Privatsphäre? Beschwerden kommen erst, wenn ihr Menschen nackt gescannt werden solltet – warum der Aufstand, ich trag ja auch nur Fell am Körper und mecker nicht!?

Dieser Generalverdacht berührt Euch aber nur, wenn Ihr Euch von Nagelscheren und Kosmetika trennen müsst, weil sie irgendeine Länge überschreiten und deshalb als gefährlich gelten oder nur wenig zu trinken mitnehmen dürft, weil ihr Menschen so schlau wart, Flüssigsprengstoff zu erfinden.

Nun werden also Eure Computer, Tablets und Handys überwacht und ihr schreit auf, wieso die Amerikaner so etwas tun. Mal abgesehen davon, dass sich das doch bereits die meisten denken konnten, ist Überwachung für Euch wirklich so neu? Ja?

Dann gehört ihr zu den wenigen, die keine Eifersucht in Beziehungen kennen? Gratulation, das ist schwer bei dem, was die Medien bieten: Zeitschriften voller Treuetest (Natürlich nur als Orientierung, keine absolute Garantie), das Internet voll mit Kontakbörsen, die nur teilweise auf das Verlieben im 11 Minuten Takt (laut Werbung) ausgelegt sind, und das Fernsehen, das in diversen Soaps zeigt, wie Menschen belügen und betrügen und notfalls auch mit Wahrsagern oder Treuetestern dient.

Da ist es fast nicht verwunderlich, wenn immer mehr Menschen auf die Idee kommen, den Partner zu kontrollieren. Es fängt ganz harmlos an, mit dem Kontrollieren der SMS und Anrufe. Irgendwann kommen die sozialen Netwerke und Chats dazu, wer den Partner wirklich liebt, rückt doch sein Passwort raus, wenn er nichts zu verbergen hat. Aber das ist meistens noch nicht genug. Tagebücher – auf Papier, auch das gibts noch – werden gelesen und auf Verdächtiges überprüft.

Und wenn das alles noch nicht reicht, gibts es ja im Internet genug Software, die es gegen Geld erlaubt, Menschen dank zu orten. Zwar muss man dafür auf dem ausspionierten Handy eine Bestätigung ausführen, aber wer SMS kontrolliert, kriegt auch das nebenbei hin. Das ist dann aber ok. Es wird in den Medien erklärt und akzeptiert, es gilt fast als normal.

Es ist natürlich ein trauriger Fakt, dass ihr Menschen Euch teilweise betrügt, doch wenn die Eifersucht begründet sein sollte, warum habt ihr den Partner dann noch? Entweder ihr traut ihm oder ihr lasst es. Nur wenn ihr anderen mehr traut als dem eigenen Partner, ist es eh schon zu spät.

Wir halten also fest: Wenn es um Triebe geht, ist Überwachung ganz normal, wenn es um Macht geht, dann nicht mehr. Aber es fängt im kleinen an. Also wundert Euch nicht, wenn man Euch nicht ernt nimmt…

So, ich gehe jetzt mal grade in Mamis Mails checken, ob sie schon mein Futter für diesen Monat bestellt hat.

Bis demnächst!

Meauu, seid geflauscht!

Schneekönigin Kuka

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Fußball – Wer hat eigentlich entschieden, dass Treten mehr Wert ist als Helfen?

Hallo meine Lieben,
es ist wieder Wochenende, also wieder Blog-Time. Mein Brief an Herrn Hoeneß war ja ein Ausnahmefall, ich hoffe, er hat ihn gelesen, bevor er in die Zelle marschiert ist…
Aber ich möchte mal an das Thema Fußball anknüpfen und meine ganz eigene Meinung dazu kundtun.
Fußball – für alle die es noch nicht kennen – ist eine Sportart, die von Menschen betrieben wird. Ich kann nicht ausschließen, dass meines Gleichen nicht auch Fußball spielen, aber bisher habe ich noch keine Katzenmannschaft gesehen. Ich verstehe auch gar nicht, warum die Menschen es spielen, denn dafür gibt es gar kein Fressen. In dem Ball ist nur Luft, also gäbe es eigentlich keinen Grund, ihm hinterherzurennen, geschweige denn, ihn auszuwechseln. Es spielen meistens 22 Personen, von denen 11 in einer Mannschaft sind. Weil diese Personen ihre Mannschaften mitunter aber oft zwischen den Spielen wechseln, tragen alle Mannschaftmitglieder die selbe Kleidungsfarbe. Auf der Kleidung sind komische Bildchen aufgedruckt und von jedem Spieler der Name, falls ihn die Umgebung mal vergessen sollte. Er selber muss ihn sich aber merken, denn er steht immer auf der Oberteil-Rückseite. Die Person, die im großen weißen Netz steht, scheint leicht zu frieren, sie trägt immer Handschuhe, meistens auch eine andere Farbe als der Rest. Das weiße Netz schützt ihn vor den Zuschauern, die sich gerne aufregen und manchmal auch versuchen, den Rasen abzufackeln. So ein Netz habe ich auch: Auf dem Balkon, damit ich nicht runterfalle! Zwischen den Mannschaften läuft noch einer herum, der wieder eine andere Farbe trägt und offenbar seit Jahren schon versucht, Gebärden zu lernen. Er sieht so unbeholfen aus, wenn er auf den Rasen zeigt, mit einem kleinen komischen Plastik-Ding im Mund. Manchmal zieht er eine Karte aus der Brusttasche und hält sie hoch, als wolle er zeigen “ich hab sie noch!” Die Spieler mindestens einer Mannschaft finden das allerdings gar nicht gut und werden oft sauer. Manchmal sogar so sauer, dass einer beleidigt vom Platz geht – so ein Spielverderber! Dann schreibt der Mann auf seine Karte etwas – vermutlich wann er sie triumphierend in die Höhe gehalten hat – und es geht weiter. Allerdings können sich Menschen nicht wirklich entscheiden, in welche Richtung sie laufen und wechseln das einmal im Spiel, alle! Am Spielfedlrand rennen noch einige rum. Manche von ihnen winken mit gemusterten Fahnen – vielleicht wollen sie signalisieren, dass sie in Frieden kommen. Das ist auch bitter nötig, denn auf dem Platz geht es oft böse zu: Da wird getreten, gebissen und gekratzt und alle sind sehr schmerzempfindlich. Ständig fallen welche um und halten sich irgendwelche Körperteile, als würden diese sonst weglaufen. Manchmal werden sie auch plötzlich ganz müde dabei und müssen in einem Bett weggetragen werden. Wenn Frauen auf dem Platz stehen, wird viel weniger gejammert als bei den Männern und sie werden nicht so schnell sauer und schimpfen mit der Karten-Frau.
Am Rande des Spielfeldes sitzt die Mami oder der Papi der Spieler mit vielen weiteren und schaut zu. manche sind schnell böse mit ihren Kindern und schreien viel rum, ganz selten geht auch mal einer ins Publikum, wenn er mit dem Karten-Mann geschimpft hat. Dazwischen laufen einige der Spieler ohne Ball und rudern mit den Armen. Irgendwann wird dann getauscht mit einem anderen in gleicher Kleidungsfarbe.
Noch komischer ist das Publikum. Es teilt sich immer in zwei unterschiedliche Farbkombinationen und nicht selten ist es sauer. Diese Emotionen sind immer gut an den Gesichtern der Personen zu erkennen. Sie tanzen und freuen sich zusammen oder weinen gemeinsam. Das ist ja alles noch harmlos.
Aber böse wirds, wenn diese Fans meinen, Fußball wäre wichtiger als das Gesetz. Wegen Fußball andere zu verletzen, ist nämlich genauso dumm wie jeder andere Grund. Fußball mag für einige eine tolle Familie sein, vielleicht so toll wie meine hier, aber wenn es Streit gibt zwischen Familien, ist das ungesund. Genauso wie ich nicht verstehe, wieso diese Menschen oft nicht mehr grade gehen können und mit Glasflaschen oder Plastikdosen die Umwelt verschmutzen.
Diese Mannschaften spielen einmal die Woche, manchmal auch zweimal an unterschiedlichen Orten.
Das wäre ja alles noch verständlich, aber nicht verständlich ist, was sie zum einen dafür bekommen, und zum anderen, was sie über ihr Talent hinaus tun müssen. Ihr Talent scheint treten und laufen zu sein, warum also halten nach den Spielen irgendwelche Leute ihnen Plastikeis am Stil vor die Nase und lassen sie reden? Wenn die Untertitel stimmen, kommt da meistens großer Mist dabei herum, normalerweise sogar der gleiche Mist immer wieder. Und warum bekommen diese Menschen so viel Geld dafür, dass sie einmal die Woche auf dem Rasen gegen Mensch und Ball treten und dann herumheulen?
Klar, jeder, der etwas tut, was der Allgemeinheit gefällt, sollte Geld dafür bekommen, aber warum ist das immer so ungleichmäßig verteilt? Und warum werden diese Leute wie Sklaven verkauft an andere Vereine? Warum bekommen Menschen, die uns Tieren helfen nicht auch so viel Geld, dass sie problemlos leben können? Oder Menschen die Kinder erziehen? Warum bekommt man für reden nicht auch Geld, wenn man für treten Geld bekommt? Warum tut denn keiner was dagegen? Klar, jeder sollte so viel bekommen, dass er gut leben kann. aber wer bestimmt eigentlich, wie viel Geld man für welche Tätigkeit bekommt?
Ich bekomme von Mami fürs Kuscheln und Rumliegen, Türen AnMaunzen und mich putzen Fressen, trinken, Wohnraum und Liebe. 
Aber was machen die Menschen, die das nicht bekommen? Warum sind Menschen, die aus anderen Ländern rüber kommen, weil ihr nacktes Leben in Gefahr ist, so viel schlechter als jene, die zu wenig Steuern zahlen?
Warum werden Unternehmen dafür bezahlt, behinderte Menschen einzustellen? Warum kriegen die Behinderten nicht genau so viel Geld für ihre Tätigkeit? Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Behinderten kann weniger geben als er braucht. Warum werden sie trotzdem immer als Last angesehen? Warum sollte ich eine weniger tolle Katze sein, nur weil ich man mit mir anders kommunizieren muss? Welcher Behinderte kann in unserem System denn auch nur annähernd so viel verdienen wie ein Fußballer?
WER HAT VERDAMMT NOCH MAL ENTSCHIEDEN, DASS TRETEN MEHR WERT IST ALS HELFEN? 
WER HAT ENTSCHIEDEN, DASS LEBEWESEN, DIE ANDERS SIND MEHR SCHWÄCHEN HABEN ALS STÄRKEN?
WER HAT ENTSCHIEDEN, DASS BEHINDERTE DER GESELLSCHAFT WENIGER NUTZEN ALS ANDERE?
UND WER HAT ENSCHIEDEN, WER BEHINDERT WIRD UND WER NICHT? 

Also, lasst treten, wen treten kann und reden, wer reden kann, lasst jeden das machen, was er am besten kann und gebt ihm dafür das, was er wirklich braucht, aber entscheidet niemals, dass eine Tätigkeit mehr wert ist als eine andere. Hauptsache ist nur, dass sie keinem schadet – aber welche Tätigkeit schließt das schon ganz aus?

INKLUSION IST DIE ANPASSUNG DER GESELLSCHAFT AN DEN EINZELNEN, NICHT UMGEKEHRT – UND VORALLEM NICHT WIDERWILLIG!


Meauu, bleibt wie ihr seid!

Schneekönigin Kuka

Offener Brief an Uli Hoeneß

Sehr geehrter Herr Hoeneß,
ich vermute mal, Sie kennen mich nicht, ich kenne Sie ja auch nur von Bildschirmen. Deshalb werde ich mir auch nicht anmaßen, über Sie zu urteilen, ich möchte Ihnen nur mal schildern, wie ich mich fühle, da sie das auf all diesen Bildschirmen genau so tun. Ich möchte, dass Sie sich mal in mich reinversetzen, dann ist es umgekehrt vielleicht leichter.
Ich habe nichts an Ihnen als Person auszusetzen, sondern an Ihnen als Mensch. Nicht persönlich, sondern menschlich bin ich schwer enttäuscht! 
Es ist mir völlig egal, von welchem Verein Sie angestellt sind und welchen Tätigkeiten Sie dort nachgehen oder nicht. Auch interessiert mich Ihre Sportart genau so viel wie Musik: Ich bin taub! Auch Ihre geschlechtliche Gesinnung oder Ihr Aussehen geht mir am Schwanz vorbei.
Aber Ihr Geld leider nicht mehr so: Offenbar sind Sie sehr begabt in Geld-Dingen – etwas wovon ich als Katze reichlich wenig verstehe, Mami gibt mir mein Futter immer umsonst! – können soviel Geld “gewinnen” wie ich in meinem Leben noch nicht Haare gewechselt habe – und dann noch nicht mal teilen!
Ich meine, Unsterblichkeit ist noch nicht käuflich zu erwerben, warum braucht ein Mensch also mehr Geld als er in seinem ganzen Leben zählen kann?
Jeder Mensch braucht Nahrung, Ein Dach über dem Kopf und Kleidung. Eventuell ein Auto und Einrichtungsgegenstände für seinen Lebensraum. Das ist das, was ein Mensch zum Überleben braucht – rein materiell gesehen. Irgendwann kommen dann Medikamente dazu und Arztbesuche. Der Rest ist hauptsächlich Luxus, der jedem gegönnt sei! Aber Genuss ist nicht unbedingt proportional zu den Kosten! Ich fürchte, das haben Sie über die Jahre vergessen. Vermutlich ist es schwer, noch in der Größenordnung von Scheinen zu denken, wenn man Menschen beim Sport kauft und verkauft, als wären sie Sklaven – zu dem Preis von mehreren Ländern.
Das wäre auch alles nur halb so aufregend, wenn alle Menschen hätten, was sie zum Überleben brauchen. Und genau hier fängt mein Vorwurf an: Während Sie mit Geld spekulieren, als käme es aus der Monopoly-Schachtel, verhungern auch in Deutschland noch Menschen, weil sie kein Geld haben. Menschen ohne Heim erfrieren und von leeren Krankenkassen muss ich wohl keinem etwas erzählen.
Verstehen Sie mich nicht falsch, das hier ist kein Vorwurf nur an Sie, das hier ist ein Vorwurf an alle die, die nicht genug Stellen im Kontostand haben können, aber Sie geben denen grade ein Gesicht.
Sie haben freilich keinen umgebracht oder sein körperliches Wohl mit dem Steuerhinterzug AKTIV versehrt, und im Strafrecht spielt da Fahrlässigkeit auch keine Rolle, aber ich will auch gar nicht mit dem Gesetzbuch winken. Ich möchte nicht darüber urteilen, ob das beschlossene Strafmaß angemessen ist. Alles, was ich möchte ist, an Ihr Gewissen zu appellieren. Keine Geldstrafe dieser Welt wird Sie zum Nachdenken bringen, denn das Geld hatten Sie ja noch nie wirklich in der Hand. Auch die Gefängnisstrafe dürfte sie höchstens zum “armen Opfer” der Justiz machen, als das Sie sich sehen und in Ihrem Stolz kränken. Hat ein Schiri Ausnahmweise mal gegen die Bayern gepfiffen – macht nichts, Sie wissen ja, wo sein Auto steht und vermutlich könnten Sie es zerstören und ihm 3 teurere kaufen und würden glauben, alles wäre wieder gut.
NEIN. DARUM GEHT ES NICHT! Ich glaube, das Einzige, was gerecht wäre, wäre wenn Sie arbeiten. Damit meine ich nicht, mit Menschen oder Geld zocken, damit meine ich lehren und helfen.
Viele unserer Bankmanager erzocken hohe Verluste und Sie haben allein an Steuerschulden über 25 Millionen Euro zu Ihrem Eigentum gemacht. Sie sollten dringend im Gefängnis mal ein Buch schreiben. Allerdings doch bitte nicht über “den armen reichen Mann” sondern lieber “Wie wir alle zu Geld kommen und so viel verdienen, dass wir alle davon leben können”! Jetzt könnten Sie dem Staat genau da nützen, wo Sie ihm geschadet haben: Beim Geld. Ganz egal wofür die Politiker das Geld ausgeben: Wer in einem Staat wie Deutschland lebt, muss auch dafür zahlen – oder wollen Sie auf den Sicherheitsdienst beim nächsten Fußballspiel verzichten? Ich fürchte, das wäre mehr als ungesund.
Aber alleine mit dem Lehren ist es nicht getan. Auch wenn sie AKTIV mit ihrer Geldgier niemandem geschadet haben, so weiß keiner, wie vielen Menschen Sie PASSIV, FAHRLÄSSIG und INDIREKT geschadet haben. Wissen Sie, wie teuer ein Rollstuhl ist? Eine Lichtklingelanlage? Die Ausbildung eines einzigen Blindenhundes? Ein elektronischer Talker für Menschen, die sich selbst nicht äußern können? Das sind alles Dinge, für die wir alle aufkommen müssen, da der Einzelne es in den seltensten Fällen selbst kann.
Sie könnten das natürlich. Sie könnten sich auch eine Rund-um-die-Uhr-Assistenz leisten, Gratulation. Aber lebt es sich denn mit dem Wissen so viel besser? Ist der Besitztum dieses riesigen Vermögens so viel mehr Wert, als das reine Gewissen, für das Land, in dem man lebt, alles getan zu haben? Wenn Ihnen das Land nicht gefällt, wandern Sie aus. Wenn Ihnen der Kontinent nicht gefällt, wechseln Sie ihn. Und wenn Sie diese böse Welt nicht mehr leiden können, kaufen Sie sich ein One-Way-Ticket zum Mars, das Geld dafür haben Sie bestimmt noch übrig. Das ist alles möglich! Aber so lange Sie in diesem Land leben, so lange müssen auch Sie sich an die Gesetze dieses Landes halten! Anstatt herumzuheulen, wie schlecht es Ihnen geht, leisten Sie mal Sozialstunden ab. Für jede Million ein halbes Jahr. Und dann, dann dürfen auch Sie jammern, wie schlecht es Ihnen geht, wenn Ihnen dann noch nach jammern ist.
Vermutlich bräuchten auch sie nur ganz einfach etwas, was man sich mit keinem Geld der Welt kaufen kann: Liebe!
Persönlich kenne ich Sie nicht und das wird sich gewiss nicht ändern, aber menschlich haben Sie gezeigt, wie lieblos Menschen werden, wenn sie Macht in Reichweite sehen! 
Und ich warne Sie vor: Das Leben ist eben kein Fußballspiel! Nur das Runde, das muss tatsächlich ins Eckige: Das Geld muss in die Steuererklärung.

Meauu, schwer enttäuscht!

Schneekönigin Kuka

Ich klage an: Olympia, Paralympics und wie ARD und ZDF unsere Gebühren für Gelaber verschwendeten!

Hallo,
wie angekündigt hier mein zweiter Post zum Thema Fernsehen. Heute geht es um die Programm-Auswahl. Aus aktuellem Anlass um eine ganz spezielle Programmauswahl:

OLYMPIA.
Die Olypischen Spiele sind vorbei und die Wintersportler, die vor wenigen Wochen noch um Olympisches Gold kämpften, sind nun beim Weltcup unterwegs. Wer sich dafür interessiert, bekommt den ganzen Tag von ZDF oder ARD diese live gezeigt, unterbrochen von Nachrichten.
Da wird es Zeit, noch mal zurück zu denken und sich zu fragen: Was war das eigentlich für eine Berichterstattung?
Zugegeben, früher war es relativ egal, wie die öffentlich-rechtlichen Sender berichteten, es gab ja noch einen Sender, der auf Sport spezialisiert war: EUROSPORT! Mit professionellen Kommentartoren wurden so viele Wettkämpfe wie möglich live gezeigt. Was dabei fehlte waren die Interviews mit irgendwelchen Sportlern, die alle Reihenweise nach ihrem Medaillen-Gewinn verkündeten, sie hätten das Ganze noch gar nicht realisiert, oder die Filme über das Leben einzelner Sportler, die ihre Gymnastikübungen bestimmt ohne Kamera genauso gut absolviert haben. Auch mussten die deutschen Sportler sich ihre Souvenirs noch selber kaufen und bekamen keine komischen Stofftiere oder landestypischen Holzpuppen etc. bei ihrem Besuch im Studio geschenkt, bei dem sie über irgendwelche Belanglosigkeiten reden mussten statt sich in ihrer freien Zeit zu entspannen oder selber Andenken zu shoppen. Die Kommentartoren schafften es sogar, professionell zu sein ohne jemals selbst eine Medaille geholt zu haben und ohne vor die Kamera zu treten. Da waren noch keine Filmchen nötig, die die Regeln einzelner Sportarten erklärten, die manchmal länger dauerten als die lieblosen Zusammenfassungen selbiger Randsportarten. Da nahm man gerne die kurzen Werbepausen in Kauf, in denen man aufs Klo hüpfen konnte mit dem guten Gewissen, nichts zu verpassen, da viele kürzer waren als ein Klobesuch.

Doch genug geschwärmt von der Vergangenheit. kommen wir zu den traurigen Tatsachen der Gegenwart: Eurosport darf nicht mehr übertragen, weil die Geldhaie des IOCs Summen verlangen, die der kleine aber feine Sender niemals aufbringen kann.
Genug Geld dafür haben nur noch die öffentlich-rechtlichen, die sich zu zweit das Programm teilten. Abwechselnd – mit einigen Ausnahmen – sendeten ARD und ZDF aus Sochi. Aber was? Im Studio gaben sich Serienweise Sportler die Klinke in die Hand, die von ihren Gewinnen, ihren Leiden und ihrem Leben erzählen mussten, wofür sie mit einem Wolf (ZDF) oder einer typisch russischen Holzpuppe (ARD) belohnt wurden. Manchmal gab es Filmchen über Sotchi und seine Bewohner – gerne auch tagesversetzt auf beiden Kanälen – oder eine stöhnende Maria Höffel-Riesch. Zwischendrin wurde in den Nachrichten berichtet, welche Medaillen geholt oder nicht geholt wurden und wie enttäuschend diese Spiele seien, weil die Sportler dem Druck nicht standhielten, den die Medien genau dadurch selber aufbauten. Plötzlich konnte wieder jeder alles zig mal besser als die Sportler selber und meckerte als gäbe es dafür olympisches Gold.

Ich hatte natürlich Zeit von morgens um 6 Uhr bis Abends um 20 Uhr Olympia zu gucken – und wurde herbe enttäuscht!
Hatten ARD und ZDF vorher auf Twitter groß getönt, “live geht vor” und “wie sollen wir pro Tag 48h Sport senden?” gaben sie den Zuschauern die schreckliche Antwort selbst: “GAR NICHT!” Live waren nur die unnötigen Interviews. Die Wettkämpfe wurden meistens nur zusammengefasst und wild durcheinander gemischt ohne Rücksicht auf den interessierten Zuschauer. Das einzige Eishockeyspiel, das ganz gezeigt wurde, war ohne deutsche Beteiligung. Welche Achtung gegenüber unseren Sportlern!
Die Kommentatoren klammerten sich an Fachbegriffe, die selbst Sportlern unbekannt waren und brachten sonst ziemlich wenig.
Da blieb nur ein Ausweg: Die Online-Streams. Aber auch das klang schöner als es war. Einige Wettbewerbe wurden TROTZ freiem Streamplatz nicht gezeigt und Untertitel waren im Livestream wie bereits erörtert natürlich auch nicht. Dabei waren die Untertitel das einzige Highlight gegenüber Eurosport: Lustig und informativ geleiteten sie ab Morgens um ca. 7 Uhr durch den Tag. Besonders die Verschreiber lockerten die langweiligen Interviews auf: Deutschland holte “Browser” (Bronze), Stalin nutzte Sochi früher um dort “auch zu spannen” (auszuspannen) und auch sonst gab es täglich was zu lachen. Noch einmal hier vielen Dank an die, die für die Untertitel zuständig waren!

Alles in allem konnte man zwar online viele Wettkämpfe verfolgen, wenn die Internetverbindung dies zuließ, aber bei weitem nicht alle und nur, wenn man auf die Untertitel verzichtete – was angesichts der Kommentatorqualität allerdings nicht allzu schwer fiel.


Doch damit nicht genug. Denn ziemlich unbemerkt von ARD und ZDF laufen zur Zeit die Spiele für Behinderte:

PARALYMPICS.
Doch leider sind die Paralympics so doof und laufen parallel zum Winter-Weltcup. So werden nur zwischendurch Zusammenfassungen gesendet. Kein Problem, denkt sich der geübte Olympia-Gucker und geht auf die Seite mit den Livestreams. Hier nun kommt das böse Erwachen: Es wird nur eine minimale Auswahl gesendet!
Und jetzt soll noch einer sagen, die Paralympics würden genauso behandelt wie die Olympischen Spiele zuvor! Nur 3 Streams stehen zur Verfügung – von denen einer der Fernseh-Livestream ist, in dem hauptsächlich Ski-Weltcup läuft.
Bravo. Habt ihr super gemacht! Jetzt sitzen also zig Leute zu Hause, denen die Sportler der Paralympics Mut machen könnten, und können ihre Sportler nicht sehen, weil Euch UNSER Geld zu schade ist!

Da fällt mir nichts mehr zu ein außer: Danke, dass ich eine Katze bin und nicht dieser menschenverachtenden Spezies “Mensch” angehöre!



Meauu, bleibt wie ihr seid!

Schneekönigin Kuka

Augen zu und durch! Wenn’s ja eh nichts zu sehen gibt!