Hallo AfD, ich möchte reden! – Plädoyer für unsere Kinder

Hallo Ihr Alle,

ja heute meine ich ALLE. Alle denkenden, fühlenden, lesenden oder hörenden Menschen. Eure Menschenwahl steht an, nirgendwo kommt man mehr an dem Thema vorbei, nicht mal beim Einkaufen, hat Mami erzählt: Sie kam neulich vom Edeka – da gibt es prima Hähnchenscheiben für mich, so ganz dicke! – als sie an der Ecke neben dem griechischen Imbisswagen einen blauen Parteistand sah. Blau, ein schönes blau. AfD-blau.

Sie entschied, erst die Einkäufe in den Kühlschrank zu räumen und das Internet nach dem genauen Programm zu befragen, um dann erneut aufzubrechen. Aber dieses Mal mit einer anderen Mission: AfD, ich möchte reden!

Bei Euch Menschen ist Außenwirkung ja wichtig und sie wollte natürlich ernstgenommen werden, also zog sie zu dieser kleinen Tour etwas ganz anderes an als zum Einkauf zuvor: Pinkes Sommerkleid, pinke Einkaufstasche, pinke Pumps.

An dem Stand waren zwei Männer und eine Frau. Die Männer verteilten Flyer, die Frau sorgte dafür, dass immer genügend Werbegeschenke griffbereit lagen.

Hier Mamis Gedankenprotokoll des Gesprächs. Mami in pink, die Frau in blau.

“Guten Tat, ich hab grad Mittagspause und wollte mal fragen, wann das Leben so unfair zu ihnen war, dass Sie mich hassen?” “Warum sollte ich Sie hassen?” “Ich bin behindert, studiere, auch noch Psychologie, bin weiblich und Kinderkriegen ist nicht mein Hobby!” „Ich hab auch studiert. Verheiratet. Keine Kinder. Und ne Frau bin ich auch. Also ich hasse Sie nicht.” “Und warum stehen Sie dann an einem Stand, dessen Partei gegen Inklusion ist? Dann hätte ich jetzt vielleicht kein Abi, kein Studium.” “Ich möchte Förderung für ALLE Menschen. Und wenn das für einige an Sonderschulen besser geht, dann warum nicht?” “Sie sagen für ALLE, warum werben Sie dann für diese Partei neben einem Griechischen Imbiss wo ums Eck Kinder vieler Nationen spielen?” “Ich habe nichts gegen Ausländer. Ich war Integrationshelferin!” “Da sagt Ihre Parteispitze aber Anderes.” “Ja, die ist mies!” “Mies?” “Ja, wir hoffen, wir werden den Höcke bald los. Hetzer will ich in meiner Partei nicht haben! Wirklich nicht!” “Also werben sie für eine Partei, deren Anführer Sie nicht mögen? Warum?” “Weil sich was ändern muss!” “Dem stimme ich zu. Sofort!” “Oh. Ok.” “Ich stimme zu, dass es so nicht bleiben kann. Aber nicht auf dem Rücken der Immigranten. Genauso wenig wie auf unserem!” “Aber Deutschland wird immer unsicherer. Allein Berlin hat 50% Immigrantenkinder. Einige gut, aber viele auch nicht!” “Deutsche auch, ja.” “Ja, ein paar schon.” “Wissen Sie, mein Opa hat im 2.WK gekämpft. Er war vorher als Jugendlicher in Nürnberg, er wollte das sehen Er kam wieder, ging sofort ins nächste Parteibüro, und zog seinen Eintrittsantrag zurück. Er sagte, das wolle er niemals mitmachen.” “Mutiger Mann!” “Ja. Die haben ihm gedroht. Er ist trotzdem 97 geworden. Und glücklich. Er sagte, niemals wolle er sowas wieder.” “Ich verstehe.” “Er ging nach Amerika. Ja, dieses rassistische Land, wie er sagte, um Dinge auch zu ändern.” “Oh.” “Er sagte nie wieder darf unser Land rechts werden. Er wusste, wovon er sprach. Deshalb kann ich das nicht unterstützen, diese Art Änderung.” “Also ich möchte kurz klarstellen: Das möchte ich auch nicht. Die meisten der Mitglieder wollen das auch nicht! Die unteren.” “Und wie stellen Sie sich das mit der Partei dann weiter vor?” “Ausschlussverfahren für Höcke. Die lauten Hetzer müssen raus! Alle!” “Und dann?” “Dann brauchen wir die Sicherheit in diesem Land.” “Und dafür sollen 12Jährige vollstrafmündig werden?“ “Ja! Wer ändert denn sonst etwas an den Banden, die Kinder losschicken? Unbelehrbare Kinder, wie hilft man denen?” “Das kann ich Ihnen verraten: Wenn wir was ändern sollten, dann deren emotionale Bindung, nicht deren Wohnort in Sicherheitsverwahrung!” “Und das soll helfen?” “Ich kann Ihnen zumindest was über die Empirie dazu erzählen. Und die ist ziemlich eindeutig, was das angeht.” “Ja?” “Geben Sie einem Kind EINE zuverlässige Person, die an es glaubt, und sie bewahren es mit hoher Wahrscheinlichkeit davor, ein Straftäter zu werden.” “Auch bei den ganz schlimmen Familien?” “Ja, auch da. Und das letzte was ein Kind mit 12Jahren ist, ist fertig ausgereift!”

“Auch wenn die Eltern nicht wollen?”

Da hat sie von den Studien erzählt. Von den Kindern die nicht drogenabhängig werden. Von den Kindern die durch Lehrer/ Nachbar / Tante / Onkel wenauchimmer gerettet wurden, egal was ihre Eltern waren. Von den Kindern, die alles testen, um zu wissen, wann sie eben doch keiner mehr liebt. Von den Kindern, die in den Heimen sind. Davon, dass das völlig Nationalitätenabhängig ist. Dass wir zu wenig Pflegefamilien haben aber auch zu lange Kinder in Heimen behalten. Davon, dass wir manchmal viel früher nach Kindeswohl gehen müssten, was ihre ‘ansteigende Kriminalität’ erklärt. Davon, dass eigentlich dringend davon abgeraten wird, diese Kinder zusammen zu betreuen, weil es sie nachweislich kaputter macht.

“Warum denn?” Entsetzen. “Ist das billiger?” “Haha, nein. Viel teurer.” “Im Ernst???” Verstörung. “Ja. Heim kostet mehrere Tausende im Monat. Pflegeeltern so ungefähr 1000€ Kostenerstattung. Grob.” “Ohaaa. Das wusste ich nicht!” “Jetzt rechnen Sie mal die Gefängnisunterbringung pro Kind durch. Wärter. Lehrer. Erzieher. Betreuer. Psychologen.”

Nicken. “Bewehrungshelfer!” “Genau. Und jetzt stellen Sie sich vor, eine Straftat eines Kindes wäre ein Hilferuf.” “Okay?“ “Dann bräuchten wir pro Kind vllt einen Betreuer, wenn es in der Familie bleiben kann, der für es da ist. Vielleicht 1 auf 2 Kinder.” “Und dann?” “Ein Betreuer der da ist. An es glaubt.” “Und wenn die Familie aber bleibt wie sie ist?” “Das Kind wird es aber nicht.” “Weil?” “Weil es nicht um Meinungen geht. Um intelligent sein. Ich würde niemals mit einem NPDler inhaltlich argumentieren.” “Oh.” “Es geht ums emotionale. Das was wir im Gehirn schon nachweisen können, was da verkümmert, wenn uns keiner liebt. Das braucht jeder. Und wenn der Betreuer Alternative Emotionen bietet, dann ist die Meinung der Eltern erstmal sekundär. Aber im Gefängnis? Alternativen?” “Sie meinen, das ist möglich?!” “Ja! Wir sind uns einig, es muss sich was ändern. Wirklich. Aber bitte für die Kinder!” “Ich verstehe ihren Standpunkt.” “Ich habe mit diesen Kindern gearbeitet. Ich hab ihr Leid gesehen. Und wegsperren will ich sie nicht!” “Ich glaube Ihnen.” “Ja, wenige brauchen nen Warnschuss. Aber die meisten brauchen Liebe. Und das passt nicht zu Ihrem Parteiprogramm.” “Ja, wir gesagt, intern wird viel diskutiert, wenn wir die Lauten da oben nicht loswerden, dann sind wir bald kaputt.” “Nicht nur Sie. Auch die Kinder.” “Ja, wir müssen was tun!” “Ja, müssen Sie. Und die richtigen müssen laut werden!” “Ja, stimmt.” “Aber was immer Sie ändern, ändern Sie es für die Kinder. Die sind unsere Zukunft, nicht unsere Gegner.” Ernster Blick. Dann: “Sie haben mir viel zum Nachdenken gegeben. Ich danke Ihnen!” “Gerne. Ich geh dann mal einkaufen.” “Ja!”

Keinen Flyer, keine Gummiente, nix. Sie akzeptierte es so.

“Viel Erfolg beim Studium noch! Und helfen Sie vielen Kindern! Bitte!” Ernster Blick. “Ich versuchs. Viel Erfolg beim drüber nachdenken.” “Danke.”

Dann hat Mami noch die Leckerli-Stangen vom Netto gekauft und ist wieder nach Hause gekommen.

Liebe Menschen, in sechs Tagen wählt Ihr. Egal ob studiert oder nicht, egal wieviel Ihr besitzt und ob ihr mal Kinder wollt oder nicht: Ihr wart alle mal Kinder. Schutzbedürftig, schwach und auf Liebe angewiesen. Wann habt Ihr Euch das letzte Mal so richtig alleine gefühlt? Davor schützt kein Bildungsgrad. Wünscht Ihr das wirklich irgendeinem Kind? Fragt Euch das bitte, bevor Ihr Euer Kreuzchen macht. Die Kinder sind Eure Zukunft. Eure Rente. Wenn Ihr gelitten habt, so tut mir das leid, wirklich, ich habe das früher auch, wie Ihr auf diesem Blog nachlesen könnt. Aber das heißt nicht, dass andere auch leiden müssen.

Und, wie viele Kinder hast DU auf dem Gewissen? Wie vielen Kindern hast DU nicht zugehört? Hast DU nicht geholfen? Hast DU ausgelacht? Hast DU nicht gerngehabt aus Gründen, die DU nicht mal nennen könntest?

Und wie viele davon haben es verdient, weggesperrt zu werden?

Also, AfD, ich möchte reden! Meldet Euch! Sagt mir, warum Ihr Kinder einsperren wollt, statt sie zu lieben. Kinder, die die jeden lieben, der sie liebt. Warum? Ich warte.

Meauu!

Schneekönigin Kuka

Trolle trollen leicht gemacht – Selbstversuch als Trollzielscheibe

Ihr Lieben,

nach so viel körperlicher Gesundheit, müssen wir heute mal über seelische Gesundheit reden. Ich möchte Euch heute Mamis neustes Experiment vorstellen: Ein paar Tage als Zielscheibe von selbsternannten Online-Trollen, die ihre Zeit in sozialen Netzwerken dazu nutzen, möglichst unsozial zu sein.
Schon einige Nutzer sind wegen der Hassattacken zusammengebrochen.
Längst gibt es Nervenzusammenbrüche und auch Suizide wegen dem so genannten Cybermobbing.
Zu Mamis Schulzeiten gab es zwar Mobbing zu genüge, aber nicht online. Die letzten Jahre wurde dies immer mehr zum Alltag und schon lange ist es keine Kinderbeschäftigung mehr, andere öffentlich zu demütigen, auch Erwachsene nutzen diese wenig erwachsene Art des Stressabbaus.
Nachdem Mami immer wieder mitbekommen hat, wie andere auf Twitter angefeindet wurden, hat sie beschlossen, sich einmal selbst zur Zielscheibe zu machen.

Ihre Erfahrungen dazu möchte ich mit Euch teilen, damit alle etwas davon haben:
Immer wieder Zeugin von Hassattacken geworden, beschloss im am Dienstagabend (24.10.16), die Strategien der Trolle kennenzulernen und dabei dem ein oder anderen seine Beschränktheit aufzuzeigen.
Trolle finden ist dabei ganz einfach: Man sucht sich den grade am kontroversesten diskutierten Hashtag (#) auf Twitter raus und nimmt eine Anti-Mainstream-Haltung (auch: Weltverbessererposition) ein, dann kommen die Trolle ganz von alleine.
Ich habe dies mit dem Hashtag #gastoderspast gemacht, Weiteres dazu findet Ihr hier!
Ich habe das Verhalten der Trolle tagelang beobachtet und analysiert und kann behaupten, ich habe neben diversen Beleidigungen auch auf psychologischer Ebene einiges gelernt!

Die wichtigste Trollregel: Trolle niemals alleine!

Schließlich macht Trollen nur mit Publikum Spaß und Mobbing lebt nun mal von einem Machtgefälle: Um zu Mobben, muss man in Zahl oder Position der Zielperson überlegen sein.
Es handelt sich also um ganze Netzwerke, deren Mitglieder aktiviert werden, manche gleichzeitig, andere zeitversetzt, manche aktiv mit Nachrichten, andere passiv durch verbreiten (rten/teilen) und loben (faven/ liken) der Nachrichten.
Alle haben gemeinsam: Sie haben irgendwelche erfundenen Namen und maximal ihre Augen auf ihrem Profilbild. Benehmen haben alle recht wenig, dafür umso mehr Zeit. Manche kleben wie Kletten, andere verlieren nach kurzer Zeit das Interesse. Aber es kommen immer wieder neue dazu, wie so Fruchtfliegen.
Oder um eine treffendere Parallele zu ziehen: könnte man sie auch mit den Römern von Asterix und Obelix vergleichen:
Sie kommen immer wieder und kassieren ihre (verbalen) Prügel, sehen ihre Niederlagen aber nicht wirklich ein. Die spinnen, die Trolle. Aber Zaubertrank kann bekanntlich helfen, man muss nur in einen Kessel voller gesundem Selbstbewusstsein und Verstand gefallen sein: Solange man die Nachrichten als Produkt jämmerlicher Komplexe sieht und nicht persönlich nimmt, können einem die Trolle nicht viel. Es ist lediglich eine Art Psychoterror, gegen den man sich gut wehren kann. Die Methoden sind vielfältig, zielen aber alle darauf ab, den Empfänger in Angst, Wut und Hilflosigkeit zu versetzen und möglichst lange dort zu halten, um eigene Macht zu demonstrieren.
Dies ist nur zu durchbrechen, wenn man sich dessen bewusst wird und die einzelnen Methoden verstanden hat.
Da gibt es die plumpen Beleidiger, die diverse Worte nutzen, um andere möglichst schnell möglichst wütend zu machen. Als Frau bekommt man vermutlich andere zu hören als als Mann.

Hier einige Beispiele:

– Aufforderung, zu putzen oder in die Küche zu gehen
– Body shaming: Aussehen möglichst schlecht machen: Gewicht, Gesicht etc..
– Männer: Kriegst keinen ab, hattest nie wen, bist untervögelt!
-> Daran schließen sie Äußerungen an, die mit Inzest zu tun haben, ebenfalls ohne weiter geistreich zu sein!
– Alter: Ich wurde an einen Tag als 14 jährige, U 16, 30-Jährige und Ü 40 bezeichnet, auch mal gleichzeitig.
– Behinderung: Regelmäßig CAPSLOCKTE mich jemand an mit „OB DU BEHINDERT BIST?“, Autist, Spast etc.
– Gender: Transe in alle Formen
– Prostituierte: Hure(nkind) in Varianten
– Abstammung: Jude (ja, wirklich), Zigeunerin, Rumänin
– Opferblaming: Als Kind geschändet, von der Mutter verstoßen
– Geschlechtsmerkmale: Fotze & Vagina sind also eine Beleidigung. – Werden Männer als Penis bezeichnet?
– Sonstiges: Untermensch, auf Kopf gefallen, Zeugungsfehler, naiv

Interessant hierbei:

Meine Intelligenz wurde erst zum Schluss angezweifelt. Über mich sagt das eher weniger aus, wohl aber über deren Frauenbild. Traurig.
Meine persönlichen Highlights: „Seit wann lebst Du offiziell als Frau?” und „Öko-Schlampen-Fotzenvieh” (Lässt sich prima auf die Melodie von „Alle Vögel sind schon da!“ singen… 😉 ).

Ihr seht, bitte einfach drüber lachen, zu mehr ist das nicht nutzbar.
Und an meinen alten Blogeintrag denken: Beleidigungen funktionieren nur, wenn man etwas Negatives mit den Bezeichnungen verbindet!
Aber dies war nur der plumpe Teil, ich bekam es auch mit psychologischen Tricks zu tun, die ich erst selbst erkennen und verstehen musste:

Sie begannen, sämtliche Aussagen von mir so zu drehen, dass man irgendeine Form von Diskriminierung darauf anwenden konnte; wobei sie sich immer und sofort angegriffen fühlten. Und so gehts dann auch weiter:
Sie reden dir Schuld ein, dass Du andere grade diskriminiert hast. Dabei involvieren sie immer mehr Trolle, denn sie brauchen ja die Plattform, ihren Ruhm. Gleichzeitig reden sie Dir ein, wie einsam Du bist, so ohne Freunde und Partner, den Du mit Deinem Aussehen natürlich nicht hast. Sie machen dich zum arbeitslosen Untermensch, mit Internetsucht und würden jede von Dir ausgeübte Beschäftigung durch den Dreck ziehen.
Sie versuchen Angst zu erzeugen, indem sie dich von angeblichen Hexen verfluchen lassen wollen. Ihre Namen klingen dabei möglichst dramatisch, genauere Präferenzen können sie aber nicht vorweisen! Auch das Drohen beherrschen sie verschieden gut: Manche plump mit einem Bild von Waffen, andere sagen dir bedrohlich “pass auf dich auf Unfälle passieren. Du wohnst ja eh alleine!” Sie nennen sich “King” und schreiben unter Diskussionen, „gewonnen“ mit der Begründung, „muss ich nur keine Mühe geben”. Alles was sie wollen: Dir den Glauben an dich selbst nehmen.
Wenn all das nicht erfolgreich war, packen sie Ihr Photoshop aus – oder doch nur Paint, den Skills nach zu urteilen – und schneiden dich in Bilder rein oder malen dir einen Schleier, um das mit „IS“ zu deklarieren… Sie suchen nach weiteren Netzwerkprofilen von Dir und sind sich nicht zu schade, anzukündigen: “Ich melde mich mit der Mailadresse von deinem Blog jetzt bei Gayporn-Portalen an!” – Bis heute nicht passiert. Sie wollen, dass Du glaubst, sie wüssten alles von dir, auch wenn es nur deine Spam-Mailadresse ist. 😉
Sie faven sich alle immer gegenseitig, um wie eine Übermacht zu wirken – auch nach Tagen noch, man will dich ja möglichst oft an ihre Existenz erinnern, und deine Notifications sind da ihr stärkstes Mittel – und kreieren gerne neue Accounts, um als mehr zu wirken als sie sind. Einfach zu überprüfen: Wenn der Account nur 3 Tweets enthält, von denen zwei Beleidigungen sind und der nur einem folgt, der ihm wiederrum folgt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um die gleiche Person handelt! Sie schreiben dir als Pärchen, um ihren Zusammenhalt zu demonstrieren und wie alleine du ja bist. – Was für eine Pärchenbeschäftigung…
Sie hoffen, dass Du drauf anspringst, deine Netzwerkfreunde dazu rufst und Dich in Diskussionen verstrickst, die du verlieren kannst, da sie jede Logik entbehren. Auch zu völlig belanglosen Themen!

Das sind reine Machtspiele.

Außerdem entbehren sie sämtlicher Rechtschreibung; Worte werden geschrieben wie gesprochen und dabei verniedlicht, ist ja alles nur Spaß, nur ein Spiel, das gewonnen hat, wer vom anderen geblockt wird – oder wenn der andere seinen Account löscht.
– Aber mal ehrlich, das war das Schulmobbing doch auch schon immer: Nur ein Spiel. ODER?
Sie versuchen, Dir möglichst viel Privates zu entlocken, um dich unter Druck setzen zu können. Dies tun sie entweder durch plumpe Fragen oder durch das in den Raumstellen von Behauptungen, denen Du widersprechen sollst.
Dabei setzen sie auf dein Grundbedürfnis, nie schlecht da zu stehen. – Wer will schon gerne als einsam und ohne Freunde dargestellt werden? Wer will schon arbeitslos sein? (Na, du hast doch nicht grade wirklich darüber nachgedacht, ihnen deinen Arbeitgeber zu verraten, um dich zu rechtfertigen?!)

Genau das ist die Grundlage des Trollens:
Rechtfertige Dich! Solange, bis Du es nicht mehr erträgst.
Um Dich möglichst lange zu malträtieren, sagen sie dir in regelmäßigen Abständen, dass du eh nicht mehr lange durchhältst, dann alle blockst und mit Anzeigen drohst. Damit wollen sie dich genau davon abhalten! Das Letzte, das sie wollen, sind Anzeigen, die gut und zeitnah mit Screenshots belegt werden können. Schnell wird es zu viel, die meisten verlieren den Überblick und damit die Möglichkeit, sich zu wehren.
Ist ähnlich perfide, wie Kindern zu sagen, sie dürfen nicht petzen, wenn sie geschlagen werden.

Soweit zu den Methoden, nun zum Handeln. das daraus resultiert.
Als allererstes gewöhn dir ab zu glauben, es wäre relevant, was anonyme Menschen im Internet über dich denken.
Es ist egal, ob sie dich für arbeitslos, psychisch krank oder hässlich und einsam halten. Vergiss das niemals!
Dann kannst du nämlich nach außen hin alle anderen raushalten!
Ich habe meine immerhin 1000 Follower gebeten, sich rauszuhalten, mich bloß nicht zu verteidigen. Sie haben sich alle daran gehalten und ich bin sehr froh darüber. Ich habe die Trolle damit sich seIbst überlassen ohne ihnen weiteres Publikum zu bieten. Gleichzeitig habe ich möglichst viele der Nachrichten weiter verbreitet, das schafft Zeugen, sollten sie notwendig sein. Und habe die Beleidigungen sofort gescreenshotet, alles andere war irrelevant, um Anzeige zu erstatten. Dies war nötig, um am Freitag sofort mit ausreichend Material bei der Polizei aufzuschlagen. Nicht, weil mich auch nur irgendeine Nachricht getroffen hätte, aber um andere zu schützen, denn ich bin ja kein Einzelfall!

Über den weiteren Verlauf werde ich beizeiten berichten.
Wichtig: Nicht mit der Anzeige drohen, einfach machen! Ich wurde mehrfach indirekt gefragt, ob ich vorhabe, zur Polizei zu gehen. Ich habe es ignoriert, die Accounts sind ungelöscht viel einfacher zum Nutzer zurückzuführen!
Das hat nichts mit Schwäche zu tun, nicht mal mit empfundener Wut oder richtigem Verletztsein! Die Würde des Menschen ist und bleibt einfach unantastbar! Anzeigen ist KEIN Petzen! Merkt Euch das bitte!
Und was habe ich den Trollen dann geantwortet, wenn schon nicht das von ihnen erwartete Jammern, Fluchen, Schimpfen und mit Anzeigen drohen?
Mein Motto war stets: Die Gegenseite soll sich möglichst offensichtlich strafbar machen, das macht weniger Arbeit!

Dabei bin ich selbst niemals ausfallend geworden, es gibt keine Äußerung, die man rechtlich gegen mich verwenden könnte. Ich habe einen anderen Weg gewählt, die Trolle zu trollen:
Ich habe mich entsetzlich dumm gestellt. Ich habe auf „OB Du BEHINDERT BIST“ mit „natürlich, steht doch in meiner Twitterbeschreibung” geantwortet. Auf Beleidigungen je nach Inhalt mit „Die ist neu“, „Das kannst Du aber besser“ oder „Die hatten wir schon“ reagiert. Habe mir ‘Frau’ definieren lassen und gesagt, ich werde bekocht, ich muss nicht in die Küche. Habe Bilderverunstalter für Kreativität gelobt und auf „Da weiß jemand Neues aus meinem Sexleben, einfach da nachfragen!“ hingewiesen. Ich habe festgestellt, dass Trolle 100 Worte für Penis kennen, aber Liebe nicht. Dass ich schrecklich einsam bin, weil mich niemand verteidigt. Und dass keine Antwort dumm genug ist, um als absichtlich doof erkannt zu werden. Sie glauben dir jede blöde Frage und Antwort, und merken nicht, dass nicht sie dich manipulieren, sondern du sie. Nicht die haben mit mir gespielt, es war andersrum.

Nur dass ich freundlich war, meine Gegenüber kannten eher wenig Hemmungen: So habe ich mehrere eindeutige und weniger eindeutige Aufforderungen zum Suizid erhalten, abgeschwächte Versionen empfahlen mir Selbstverletzung, diverse Aufforderungen, mich zu löschen und wurde auf unlogischste Art und Weise als rechter Flüchtlingshetzer, behindertenfeindlich etc. verleumdet.
Getroffen haben mich nicht die Äußerungen, wohl aber der viele Hass, der offenbar durch die Anonymität noch verstärkt wird. Es lässt sich vor einem technischen Gerät wohl einfacher ausblenden, dass am anderen Ende wirklich ein Mensch sitzt, mit Gefühlen und auch einer Geschichte. Es ist ja nur ein Account, den man löschen kann im ach sooo rechtsfreien Internet.

Sicher? Es ist eben nicht egal, ob Du ein Hakenkreuz in deiner Selbstbeschreibung nutzt oder den Kopf von anderen auf einen nackten adipösen Körper photoshopst. Das ist und bleibt strafbar!
Aber darf sich ja nun die Polizei drum kümmern.

Bis dahin unterhalte ich wohl weiterhin jeden Abend meine Follower mit „Trolle Trollen leicht gemacht“.
Schicke auf Fragen nach Telefonnummern die von Benimmkursen und Jugendhilfe, biete Hilfe bei der Nutzung von Photoshop an.
Und warte auf weitere Manipulationsversuche.

Oder ich werde einfach uninteressant, wir werden sehen.

Ich habe auch schon Trolle erlebt, die mich anbettelten, sie nicht weiter zu nerven und andere davor warnten, mich zu trollen (Goethes Zauberlehrling lässt grüßen!). Und eine Entschuldigung von einem Troll erhalten, der danach ernsthaft um ein Date bat. Es gibt halt nichts, was es nicht gibt!
Aber ich erfreue mich auch seit Tagen an den vielen persönlichen Nachrichten, die mich direkt oder indirekt erreichen: Da machen sich Menschen Sorgen um mein Wohlbefinden, gratulieren mir zu meinem Trollen der Trolle und äußern ihr Entsetzen über so viel dreiste Dummheit im Netz. Ich habe selten so viele liebe Direktnachrichten erhalten wie in den letzten Tagen (die eine „in paar Tagen löschst Du dich freiwillig“, die ich gescreenshotet verbreitet habe, zähle ich nicht dazu, nein!), sonst ist es eher still in meinen Nachrichten.

Auch habe ich einige Follower hinzugewonnen (die Trolle bin ich durch Blocken-Entblocken immer ganz schnell wieder losgeworden).

Außerdem hatte ich zwei sehr interessante Gespräche mit zwei Trollen, die mich lehrten, es gibt verschiedene Arten von Trollen, nicht nur die, die straffällig werden (Beizeiten dazu mehr)!
Die Menschheit ist also noch nicht verloren, es gibt noch ganz viele liebe Menschen, sie sind nur unauffälliger. Danke dafür! Und danke an alle Follower, die die vielen Tweets ertragen haben ohne mich zu verteidigen.

 

Mami wird berichten. Und sollte einer von Euch mit seinen Trollen nicht klarkommen, melde der sich, sie übernimmt das gerne.
Wenn genug Material zusammenkommt, könnte sie glatt eine Uniarbeit daraus machen.

Stay strong!

Schneekönigin Kuka

K L M – An diesem Krisenmanagement leiden Menschen

Guten Tag Ihr Lieben,

da bin ich wieder, und ich bin noch viel wütender als in meinem letzten Post. Ich möchte Euch erzählen, was ich heute Morgen zu Hause mitbekommen habe, denn wir alle fragen uns, wie so etwas bei einer professionellen, großen Airline passieren kann?!

Man nehme eine kleine Reisegruppe von 5 Jugendlichen, alle zwar mit Cochlea Implantaten versorgt, aber medizinisch und rechtlich gehörlos bzw. taub, also schwerstbehindert, die eine Woche Ferienfreizeit in England gemacht hatte und nun wieder nach Hause wollte.

Der nette Plan: Am späten Nachmittag des gestrigen Tages (Samstag) sollte die Maschine von Leeds nach Amsterdam starten, mit einer Stunde Umsteigezeit wollte sich die Gruppe dann teilen, der eine Teil wollte nach Hamburg weiter, der andere nach Frankfurt, wo man jeweils kurz vor der nächtlichen Schließzeit eintreffen sollte.

Die bittere Realität: Am Flughafen in Leeds angekommen erfuhr unsere Gruppe, dass ihr Flieger Verspätung habe. Der Grund war ein Unwetter, dass Amsterdam in Atem hielt, es stürmte mit über 100km/h ziemlich kräftig. Die Informationen vor Ort waren ähnlich durchgepustet: Während im Internet längst von zwei und mehr Stunden Verspätung die Rede war, versuchte man die Passagiere offenbar bei Laune zu halten, indem sich die angezeigte Verspätungszeit immer nur leicht erhöhte. Zum Schluss waren es knapp vier Stunden Verspätung, die der Pilot durch einen flotten Flug noch etwas zu kürzen wusste. Die Ankunftszeit lag trotzdem kaum vor Mitternacht, was es bei, deutschen Nachtflugverboten unmöglich machte, direkt weiter zu reisen. Selbst die Zugverbindungen vom großen Amsterdamer Flughafen ins Umland, sowie ins deutsche Nachbarland waren überraschend bescheiden. Der Flughafenservice von KLM funktionierte bis hierhin noch gut, unsere Reisegruppe wurde abgeholt, wie das bei Gehörlosen ein üblicher, kostenloser Service ist, und schließlich wurde beschlossen, man könnte am Flughafen einige Stunden schlafen, wie andere gestrandete Passagiere und dann am Morgen mit den ersten Fliegern endlich nach Hause.

Die fatalen Fehler: Eine Umbuchung konnte am selben Abend nicht mehr erfolgen und damit fingen die richtigen Probleme an. Trotz einer riesigen Menschenmenge, die wegen der Wetterprobleme nun festsaß, hielt es die Fluggesellschaft nicht für nötig, einen Schalter nachts offenzulassen, sondern gab den übermüdeten gehörlosen Jugendlichen die Information, man müsse sich halt ab 4 Uhr anstellen, dann könne eine Umbuchung erfolgen. Ab dem Zeitpunkt dieser Information war unsere Reisegruppe ganz auf sich gestellt. Niemand vom Bodenpersonal von KLM wollte irgendeine Verantwortung übernehmen. Man hätte erwarten können, das den Gehörlosen angeboten worden wäre, daß man sie morgens rechtzeitig wecken könne, denn die notwendigen Wecker waren alle in den Koffern verpackt, um dann umgehend für sie oder gemeinsam mit ihnen, die Umbuchung vorzunehmen. So standen unsere 5 Gehörlosen morgens völlig übermüdet, mit unzähligen anderen verloren in einer endlosen Schlange. Derweil hob der erste Flieger nach Hamburg schon ohne sie ab. So beschloss eine aus der Gruppe mit etwas besseren Englischkenntnissen, sich Hilfe zu suchen, um wenigstens den nächsten Flieger nach Hamburg bzw. Frankfurt zu erreichen.

Die unglaublichen Reaktionen: Sie zog also los, sprach KLM-Mitarbeiter höflich mit den Worten: „Excuse me!“ an und wurde demonstrativ stehen gelassen. Ungelogen, vier weitere Versuche bei Kollegen endeten ebenfalls mit Abweisen bzw. dem Hinweis, man habe zu tun. Erst als sie völlig fertig und verzweifelt in Tränen ausbrach und andere Passagiere auf sie aufmerksam wurden, nahm die Ignoranz ein Ende und eine der zuvor erwähnten Mitarbeiterinnen war zwar bereit ihr zuzuhören, nicht aber deren Mutter am Mobile, um sich von ihr die Situation schildern zu lassen. Jetzt ging es trotzdem wider Erwarten ganz schnell, und sie bekam als Gehörlose plötzlich einen Platz auf der nächsten Maschine. Als sie dann noch um weitere Umbuchungen für die anderen Gehörlosen nach Frankfurt und Hamburg bat, machte die überraschte Mitarbeiterin, nun deutlich freundlicher, auch dieses möglich. So bekam die Reisegruppe tatsächlich noch ihre Umbuchung auf die nächsten beiden Flüge und alle Beteiligten hofften, nun bald wieder zu Hause zu sein.

Daraufhin teilte sich die Gruppe.

Die „Frankfurter“ bestiegen das Flugzeug nach Frankfurt und an Bord klappte der Service wieder. Nur einer der Koffer bekam von KLM eine Runde Extra-Urlaub spendiert und ist nicht mitgekommen. Hoffentlich ergeht es ihm besser, als der anderen Gruppe!

Nun wird es skurril! Die „Hamburger“ saßen völlig übermüdet und wartend am Gate, als kurz vor dem geplanten Boarding ein Mitarbeiter von KLM erschien und verkündete, der Flug sei gecancelt und wieder entschwand. Fassungslos und verzweifelt blieb unserer Gruppe, erneut allein gelassen und verloren zurück. Andere Passagiere machten sich auf den Weg, um neue Lösungen zu finden. Das skurrile an der Sache war, daß das Flugzeug entgegen der Ankündigung tatsächlich ordnungsgemäß nach Hamburg abhob und laut Internet auch pünktlich dort landete. Aber eben u.a. ohne die drei gehörlosen Jugendlichen. Was sich hinter diesem Spuk verbarg, hat sich bisher niemandem aus der Gruppe erschlossen. Nun waren unsere Hamburger endgültig völlig am Ende. Verzweifelt meldeten sie sich hilfesuchend wieder zu Hause. Von hier versuchte man nun Unterstützung zu mobilisieren.Der behinderte Behindertenservice: Kommen wir zum Höhepunkt was den miserablen Umgang der KLM mit ihren behinderten Jugendlichen angeht. Die Telefonnummer von KLM CARE, welche sich um „Reisende mit Einschränkungen“ kümmert, wurde gegooglt und von Elternseite aus Deutschland angerufen (Tel.: 003180055622737).Erfreulicherweise landete man nicht in der Warteschleife. Die Mitarbeiterin hörte zwar zu, erklärte aber sofort, daß man nicht helfen könne, da man weder Umbuchungen vornehme, noch einen Mitarbeiter vor Ort am Flughafen habe, der sich der Gehörlosen annehmen könne, da man seinen Standort in der Stadt habe. Statt notwendiger Hilfe wurde angeboten, zur Reservierungsnummer durchzustellen. Auf die Frage, ob das alles an Unterstützung sei, die man von ihnen zu erwarten habe, wurde man in die völlig überlastete Warteschleife gehängt, in der verschiedene Eltern der Gehörlosen schon seit 4 Uhr früh ewig und völlig vergeblich gehangen haben. Nicht mal hier gibt es anscheinend eine interne schnelle Notfallnummer.

Der kleine Trost: Als man von Elternseite kurz davor war, die Polizei als Freund und Helfer anzurufen, unternahm die Gruppe einen letzten Versuch am Counter. Offensichtlich hatte sich zwischenzeitlich, dank anderer Passagiere, schon der skurrile Spuk bis zum Counter durchgesprochen. Da alle weitern Flüge für den selben Tag nach Hamburg bereits hoffnungslos ausgebucht waren, was ja nicht weiter verwunderlich ist, akzeptierten unsere drei das Angebot auf Kosten von KLM eine Nacht im Hotel zu bleiben und am nächsten Morgen mit der ersten Maschine gen Hamburg zu starten, Verpflegung und Taxi werden hoffentlich übernommen. Da die drei mittlerweile mit Boardingpass versorgt sind, hoffen wir auf eine reibungslose Heimreise ohne weitere Skurrilitäten morgen.

Ich möchte hier anmerken, dass es sich hierbei um eine Doppelbelastung für die Gruppe handelte. Sie war eben nicht nur übermüdet, auch aus Sorge möglicherweise morgens zu verschlafen, wie es bei normal Hörenden auch sein kann, sondern auch durch ihre Gehörlosigkeit und die damit verbundenen Kommunikationsprobleme verbunden mit der ständigen Sorge, keinen Zugang zu notwendiger Information zu haben, wie z. B. sämtlichen Lausprecherdurchsagen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Hörgeschädigte nicht in der Lage sind, alleine zu reisen, sondern nur, dass die Bedingungen und Arbeitsprozesse gezielt angepasst werden müssen. Schriftliche Updates zusätzlich zu Lautsprecheransagen würden vermutlich allen Passagieren helfen, werden bislang aber leider überall vernachlässigt.

Ich hoffe, jedem ist klar, dass diese Geschichte eine unerhörte Sache ist.

Fehlendes Krisenmanagement besonders auf Kosten Behinderter ist absolut inakzeptabel. Noch unverständlicher ist aber die Reaktion von KLM CARE, die, wie ich finde, einen ordentlichen Shitstorm verdient hat. Wir fordern also, dass KLM sich sofort mit seinem lückenhaften Krisenmanagement befasst, damit „die älteste Fluglinie der Welt“ sich nicht noch zur ‚unflexibelsten und inkompetentesten Fluglinie unter den großen mit Note Mangelhaft in Sachen Inklusion‘ umbenennen muss! Es müsste reichen, dass K L M sich in Langform nun erstmal ‘ an diesem Krisenmanagement Leiden Menschen’ nennen darf! Um sicher zu gehen, dass eine Auseinandersetzung stattfindet, fordern wir außerdem eine öffentliche Stellungnahme zu diesem Umgang mit Gehörlosen und Schwerhörigen im Allgemeinen und Jugendlichen im Besonderen!

Meine Bitte: Liebe Benutzer des Internets, die meisten von Euch werden wohl soziale Medien und E-Mailadressen besitzen, deshalb meine Bitte: Im Namen der Inklusion bereitet KLM auf Twitter, LinedIn und Facebook einen angemessenen Shitstorm, damit sie die Notwenigkeit einer Veränderung sehen, und damit vielleicht auch andere Fluggesellschaften prüfen, ob sie besser gehandelt hätten!

Der angebliche 24h-Service von KLM auf Twitter reagierte jedenfalls erst, als alles zu spät war. @KLM_DE reagierte gar nicht, erst der später angetwitterte Hauptaccount @KLM reagierte, wobei es keinen Hinweis gab, dass nur @KLM und nicht @KLM_De Hilfe anbietet, wie es zum Beispiel bei der Deutschen Bahn üblich ist, wenn man statt dem Hilfeaccount den normalen Informationsaccount antwittert.

Solange diese Missstände nicht behoben sind, können wir Behinderten nicht empfehlen, mit KLM zu fliegen, da Krisen nun mal nicht vorhersehbar sind und die Behandlung der Behinderten auf Augenhöhe offenbar noch nicht zur üblichen Praxis gehört.

Also bitte zeigt der Fluggesellschaft, dass das so nicht geht! Gemeinsam schafft man Veränderungen!

Vielen Dank! Mir steht noch immer das Fell zu Berge, ich muss jetzt erstmal schlafen!

Meauu, ich zähle auf Euch!

Schneekönigin Kuka

 

UPDATE: Montag, 13Uhr. Auch die Hamburger sind wohlbehalten zu Hause angekommen. Nur der Koffer ist immer noch nicht in Frankfurt angekommen, er blieb bislang verschollen. Wo der wohl grade Urlaub macht?!

UPDATE: Mittwoch, 13 Uhr. Auch der Koffer hat seinen Sonderurlaub beendet, nachdem er wohl einsah, dass sonst wegen seines vor Ort fehlenden Inhalts der Besitzerin gesundheitliche Probleme drohen könnten…

Ähnlich unglaubliche Erfahrungen mit KLM könnt ihr übrigens bei  Tanja und bei Demipress lesen.

Frau Lierhaus, seien Sie gefälligst glücklich!

Hallo ihr Lieben,

viel zu viel Zeit ist seit dem letzten Mal vergangen, das tut mir leid, es war einfach so viel los! Familienangelegenheiten, ein Umzug und Mamis Lerneifer hielten mich vom Schreiben ab. Nun bin ich aber wieder da – und muss mal ein ernstes Wörtchen mit Euch reden!

Erst gestern habe ich mich wieder tierisch aufgeregt. Da meinte doch ernsthaft eine Gruppe von Menschen, sie dürften mal wieder über einen von ihnen herziehen:

Eine gewisse Frau Lierhaus hat bedauert, ihr Leben mit einer Operation verlängert zu haben, da sie seitdem körperlich eingeschränkt ist. Und das ganze Internet empörte sich. Offenbar habt Ihr Menschen sonntags auch bei dem Wetter nichts Besseres zu tun, als andere in einen Scheißsturm zu verwickeln. Guckt doch lieber mal im RBB oder ZDFinfo die schönen Tierdokus, die Bilder sind so schön, da bräuchte ich fast die tollen Untertitel des RBB gar nicht!

Aber nein, stattdessen erzählt ihr einem Menschen, der im Erwachsenenalter körperlich behindert wurde, wie er sich zu fühlen hat: Er darf nicht unglücklich über seine Behinderung sein, sonst wertet er Euch ab.

Wie schwach seid ihr Menschen denn, dass ihr Euch von der Meinung eines einzelnen über sein Leben und sein befinden abwerten lasst? Ihr seid also immer glücklich mit Eurer körperlichen und seelischen Verfassung? Warum lese ich dann von vielen Behinderten, die im Laufe ihres Lebens einen Therapeuten brauchen? Über Depression soll endlich offen geredet werden, wie #notjustsad zeigte, aber wenn jemand einfach unzufrieden mit der Situation ist, vielleicht eine depressive Verstimmung hat, dann schreit ihr ihn nieder. Das ist also diese menschliche Toleranz, von der alle reden?

Finde ich zum Fell ausrupfen! Die einen sagen, sie ist prominent, deshalb darf sie nicht unglücklich sein, die anderen fühlen sich abgewertet, weil es einer Frau schlecht geht, die nach schwerer Krankheit und Trennung nach 18 Jahren Partnerschaft findet, ohne ihre Behinderung wäre das Leben einfacher, und es wagt, das öffentlich auszusprechen. Aber nirgendwo habe ich bisher gelesen ‚es tut mir leid, dass es Ihnen schlecht geht‘, keiner bietet Lösungen an, alle hauen nur drauf!

Ich schrei doch auch nicht Mami an, wenn ich hungrig bin, weil ich mal meckern will, sondern weil ich tatsächlich Fressen haben will. Alle jammern über zu wenig vorhandene Inklusion, sind damit unzufrieden, aber wehe, einer ist nicht gerne behindert! Ein falsches Bild von Menschen mit Behinderung entsteht also, wenn jemand sagt, die plötzliche Behinderung hat alles schwieriger gemacht? Dann wüsste ich gerne, wie denn das ‚richtige Bild‘ aussieht. Denn die, die das kritisieren, sind interessanterweise die, die ich ständig meckernd und fordernd erlebe. Seid doch endlich glücklich!

In dieser Internet und Medienwelt muss alles perfekt sein, jeder muss glücklich sein – oder zumindest so scheinen. Und dann kommt eine Frau daher und schämt sich nicht, unglücklich zu sein. Frau Lierhaus, wie können Sie nur? Sie haben meine aufrichtige Bewunderung für ihre Ehrlichkeit mitten in dieser verlogenen Welt!

Und noch etwas fällt auf: Das Thema Sterbehilfe wird immer wieder diskutiert. Wie kann man gleichzeitig pro Sterbehilfe sein, aber ablehnen, dass eine Frau ihre Lebensverlängernde Maßnahme bereut. Sollen die Kranken und Schwachen doch endlich glücklich sein, statt sich erlösen zu wollen!

Frau Lierhaus hat von sich gesprochen, nur von sich! Und damit steht sie ziemlich alleine da. Egal was ich bisher gelesen habe, ich lese immer nur von ‚die Behinderten‘. Verallgemeinerung überall. Ich möchte das nicht! Ich kann für mich selber maunzen! Und ganz egal, wer meint, im Namen aller zu sprechen: NEIN. In meinem Namen schon mal nicht.

Liebe Frau Lierhaus, ich wünsche Ihnen, dass auch wieder Zeiten kommen, in denen sie ganz froh sind, dass Sie noch leben. Ich hoffe, dass Sie erfahren können, dass Behinderungen auch bereichern können! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Und an den Rest: Euch nehme ich erst Ernst, wenn ihr nicht nur dauernd meckert und verurteilt, sondern helft.

Ich schreibe hier nur in meinem Namen, alles andere wäre Anmaßung. Aber ich möchte mich hiermit ausdrücklich von Aussagen wie denen von Frau Julia Probst (@einaugenschmaus) und Frau Link distanzieren. Jeder hat das Recht, etwas zu kritisieren und schlecht zu finden. Aber mir fehlt die Empathie bei Ihnen beiden sehr!

Ich gehe mich nun weiter sonnen! Sonst beiße ich mir vor Ärger noch in den Schwanz!

Meauu, bleibt wie ihr seid!

Schneekönigin Kuka

Marsch für das Leben – Abtreibung – Oder auch: Das Leben der Anderen…

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich aus der Sommerpause zurück. Ich habe sie mit viel schlafen, Protest gegen das neue Katzenstreu und der Erkenntnis, dass es sich als Schoßkatze ganz gut lebt, verbracht.

Nun, drei Tage vor meinem 8. Geburtstag, bin ich zurück, den Flauschekopf voller wichtiger Themen, die ich unbedingt unter die Menschen bringen will.

Anlass um heutigen Post ist der sogenannte “Marsch für das Leben”, der im Fernsehen und im Internet viel diskutiert wurde. Da ich in Eurer Menschengesellschaft kein Recht auf öffentlichen Protest geltend machen kann, werde ich meine Meinung dazu nun mal hier kundgeben.

Der “Marsch für das Leben” – für alle die, die es nicht mitbekamen – war eine große Protestaktion gegen Abtreibung und deren Legalisierung. Die Protestierenden berufen sich dabei auf das “Recht auf Leben”, welches für sie bereits mit der Zeugung beginnt. Manche sind religiös orientiert, andere haben ganz persönliche Erfahrungen zum Protestieren bewogen. Die Gegner begründen ihre Forderung der Legalisierung auf die Selbstbestimmung der Frauen, welche die Kinder nun mal in ihrem Bauch wohnen lassen müssen.

In Deutschland ist Abtreibung von menschlichen Embryonen nicht legal, bleibt unter bestimmten Umständen aber straffrei. – Bei uns Tieren sieht das schon deutlich anders aus, aber Ihr dürft uns ja auch kastrieren ohne unsere Einverständniserklärung und unseren Pfotenabdruck! Aber bleiben wir bei der “Krone der Schöpfung”: Euch Menschen. – Dabei spielen das Alter der Schwangeren, die Schwangerschaftswoche und die psychische und physische Gesundheit von Mutter und Embryo eine wichtig Rolle.

Zunächst muss ich Euch etwas ganz Grundsätzliches erklären: Wenn Ihr Menschen auf Eure Individualität besteht, dann wäre es nur konsequent, jeden Fall, jeden Menschen, jedes Leben individuell zu betrachten, bewerten und beurteilen. Prinzipien und Regeln sind in einer Zivilisation zwar überlebenswichtig, aber sie sollten niemals eine gewisse Flexibilität ausschließen, denn das Leben ist nicht planbar!

Aus diesem Grunde werde ich etwas genauer differenzieren müssen in meinen Ausführungen zum “Recht auf Leben?”.

Hier ein paar Fragen, die jeder mal kurz bedenken sollte, bevor er dann weiter ließt:

1. Menschen:

– Wer treibt ab?

– Wer ist von einer Abtreibung betroffen?

– Wer protestiert?

– Wer berät, führt durch und hilft?

2. Gründe:

– Aus welchen Gründen wird abgetrieben/ eine Abtreibung in Erwägung gezogen?

3. Folgen:

– Aus den Situationen und dem Handeln können sich welche Folgen ergeben?

4. Konsequenzen:

– Welches Handeln könnte also möglichst viele zufriedenzustellen?

Ich beantworte diese Fragen wie folgt:

1. Frauen lassen abtreiben, menschliche Frauen. Betroffen sind Frauen verschiedenster Herkunft, die Erzeuger und die Ebryonen. Proteste gegen die Abtreibung kommen von Männern, von Menschen, die abgetrieben werden sollten und von einigen Frauen, die das Handeln der anderen Frauen nicht nachempfinden können, da sie niemals abtreiben würden. Auf der anderen Seite stehen die Frauen, die alleine gelassen nur konsequent fordern, auch alleine über ihren Körper zu bestimmen. Es gibt verschiedene Beratungsstellen, staatliche und religiöse, die zur Verfügung stehen und auch mit verschiedenen Ansätzen beraten. Den Eingriff nehmen Ärzte vor. Wer den Frauen hilft und beisteht? Meistens niemand.

2. Minderjährigen Frauen wird nicht selten bei einer ungewollten Schwangerschaft zur Abtreibung geraten. Ein Baby würde die gesammte Zukunftsplanung durcheinanderbringen, oft fehlt es an Geld, von den Fähigkeiten, ein Kind zu erziehen, ganz zu schweigen. Hier bleibt eine Abtreibung normalerweise straffrei.

Ab der Volljährigkeit wird die Begründung einer Abtreibung schon schwieriger. Da gibt es Frauen, die niemals Kinder wollen oder viel später und ihre gesamte Lebensplanung in Gefahr sehen; Weil ein Kind den Job gefährdet, der Vater nicht verfügbar ist oder Ergebnis einer unerwünschten Beziehung ist.

Es gibt auch Frauen, die selbst psychisch und oder physisch nicht oder nur schwer in der Lage sind, ein Kind zu bekommen und großzuziehen.

Ein ganz anderer Fall sind Opfer von Missbrauch und Vergewaltigungen. Bei uns Katzen wird da ja nicht unterschieden, wenn wir zur Züchtung benutzt werden, setzt ihr uns einen Partner vor und wartet ab. Mitbestimmung ist also nur Euch Menschen vorbehalten. Ihr habt ein anderes Verständnis von Fortpflanzung…

Dann gibt es noch Frauen, die abtreiben wollen, weil ihr Menschen die Ebryonen bereits vor der Geburt untersuchen könnt und somit entscheiden könnt, ob das Kind Euren Vorstellungen von Gesundheit und geistiger Verfassung entspricht. Bis zur ersten Wehe darf dann im Mutterleib getötet werden, auch wenn das Kind lebensfähig wäre. Geboren werden muss es übrigens trotzdem normal, denn in Luft auflösen könnt ihr den Körper auch im Mutterleib noch nicht.

Das sind die Hauptgründe, auf die sich die meisten Fälle letztendlich zurückführen lassen. Wenn Ihr einen Punkt nicht bedacht seht, verzeiht, ich bin auch nur eine Katze und von der Materie daher nicht betroffen.

3. Die Folgen einer Abtreibung oder das Unterlassen selbiger sind ebenfalls sehr verschieden. Eine Abtreibung kann zur Unfruchtbarkeit führen. Die psychischen Folgen können die Frauen ihr lebenlang verfolgen – oder sie völlig kalt lassen.

Menschen können in Bedrängnis geraten, Zahlungen können anfallen, Jobverlusste sind möglich, wenn das Kind geboren wird. Behinderte Kinder können sehr viel Arbeit machen. Frauen werden täglich an ihre Vergewaltigung erinnert, wenn sie ein Kind bekommen, dass durch Gewalt entstanden ist… Das sind alles nur mal ein paar Stichworte und Gedanken dazu.

4. Sinnvolle Handlungsweisen, die möglichst viele zufriedenstellen, können darauf aufbauen: Geht man davon aus, dass die wenigsten Frauen gerne abtreiben, geht es also um eine Lösung, die Abtreibungen auf ein Minimum reduzieren. Und wie?

In den letzten Tagen habe ich immer wieder gelesen, Abtreibung wäre das drücken vor Verantwortung seitens der Frau. Das mag grundsätzlich stimmen, ist für mich aber nicht weitgenug gedacht: Weil Frauen schwanger werden, sind sie also in der Verantwortung? Soweit mir bekannt ist, gehören dazu immer zwei: Ein Mann und eine Frau. Das ist wie bei uns Tieren auch. Ihr Menschen habt Verhütung erfunden, wenn sie nicht ausreichend benutzt wird, weil ihr nicht richtig kommuniziert, ist das niemals die Schuld einer Person alleine! Wenn die Verhütung versagt (ja, auch das kommt vor trotz richiger Verwendung!) sind immer noch zwei dafür verantworltich. Lediglich bei Anwendung von illegalen Mitteln ist eine Seite Schuld. Die andere sollte dabei aber nicht noch mehr benachteiligt werden, als sie es ohnehin schon ist.

Während ihr also für das Leben marschiert, frage ich mich, warum mal wieder nur Symptombekämpfung betrieben wird. Statt gegen oder für Abtreibung zu protestieren, sollten lieber Maßnahmen ergriffen werden, die Abtreibung weitestgehend unnötig machen. Und da, liebe Menschen, seid ihr alle gefragt!! Ich stelle einfach ein paar Fragen, üblicherweise fühlen sich meistens die Richtigen angesprochen:

Wer von Euch Männern ist schonmal ungewollt schwanger geworden und kann die Sorgen nachvollziehen? Wer von Euch ist der Gefahr ausgesetzt, ungewollt schwnger werden zu können? Wer von Euch tut alles für eine angemessene Verhütung? Wer on Euch drückt sich vor dem Unterhalt für seine Kinder? Wer von Euch hat bei den überraschenden Worten der Sexualpartnerin “Ich bin schwanger!” souverän reagiert, ihr volle Unterstützung zugesprochen und selbige auch genauso gegeben? Wer von Euch hat diesen Frauen Geld, Trost und Zeit gespendet? Wer würde ein Kind adoptieren? Und wer von Euch hat sich nicht nur darauf verlassen, dass sein Kind gesund ist, sondern gesagt, dass er ein behindertes nicht ertrüge?! Wer hat geholfen, diese Kinder großzuziehen? Wer hat seine Kinder vollständig aufgeklärt und würde sie nicht wegstoße, sie würde Euch nicht trotzdem ungewollt zu Großeltern machen?

Kurz: WER VON EUCH HILFT? WER ZEIGT EMPATHIE?

Vom Marschieren allein ist noch keinem Kind geholfen. Und von Verboten auch nicht. Wer nur große Töne spuckt, aber sonst nichts tut, den kann ich leider nicht ernstnehmen. Und liebe Frauen: Ihr müsst ja nicht abtreiben. Nur hört doch endlich mal auf, ständig über die anderen zu urteilen! Gesellschaft und Staat müssen helfen. Wenn der Staat die Kinder braucht, möge er besser mit den Frauen und Kindern umgehen. Die wenigen Abtreibungen, die dann noch blieben, sind Zeichen für unperfekte Menschen. Aber erstmal kümmert Euch um den Rest!

Vom Marschieren alleine kommt nichts! Ihr alle urteilt über das Leben der Anderen. Arme Menschen!

Denkt mal drüber nach. Ich erinnere jetzt Mami daran, dass bald Abendessens-Zeit ist!

Meauu, werdet mal menschlich!

Schneekönigin Kuka

Zufriedenheit als Einstellung – Wer mich beleidigt, entscheide ich immer noch selbst!!

Hallo Ihr Lieben,
da bin ich wieder. Die letzten Wochen hat mich die Hitze leider daran gehindert, zu schreiben, ich war zu müde für alles, was mehr als ‘auf dem Balkon liegen’ und ‘fressen’ beinhaltet..
Aber dank des Gewitters gestern bin ich nun wieder fitter und nutze dies gleich, um Euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen, die wie immer schon lange bevor ich sie hier formuliere in mir reifen….
Es geht dabei darum, was ist eigentlich beleidigend und was nicht? Ich habe lange darüber nachgedacht und muss sagen, eigentlich gehts mir ja ziemlich gut: Mich hat noch nie jemand beschimpft, noch nie hat mich jemand fertig gemacht oder gemobbt. Ist das, weil ich eine Katze bin? Weil ich so ein schönes Fell habe? Erst als ich anfing, mich heimlich im Internet zu informieren, hab ich verstanden: Das ist, weil die meisten nicht auf meine Weise kommunizieren. Es ist also gut möglich, dass mich schon viele beschimpft haben, aber ich hab es halt nicht mitbekommen.
Ich begann zu grübeln: Ist es schlimm, wenn ich nicht mitbekomme, wenn andere mich beleidigen? Hab ich jetzt weniger vom Leben? Was, wenn Mami schlecht über mich redet und ich es nicht merke? Wenn sie etwas von mir möchte, gebärdet sie es, oder zeigt es anders. Oft reichen schon ihre Gedanken, ich muss sie nicht hören, ich weiß ja nicht mal, was hören eigentlich ist… Dann fiel mir auf: Wichtig ist doch, was hätte ich denn davon, es zu wissen? Ich würde mich ärgern, ich hätte ein schlechtes Gefühl im Bauch, miese Laune, Lust zu kratzen und zu beißen, mir würde vielleicht mein Futter nicht mehr schmecken und ich wäre noch schlechter gelaunt. Ich hätte also nur Nachteile davon. Wenn ich mich aber darauf konzentriere, was ich tatsächlich habe, sehe ich: Ich bekomme gutes Fressen, Streicheleinheiten und auch sonst fehlt mir eigentlich nichts. Selbst wenn sie also schlecht über mich reden, behandeln sie mich gut. Erst wenn sich das ändert, sollte ich mir Sorgen machen. 
Was bedeutet das also in der Konsequenz? Negative Bemerkungen zu registrieren machen einen nur fertig. Was wir nicht mitkriegen schadet uns also (meistens, ja es gibt IMMER Ausnahmen!) nicht. Wenn wir in einer Sprache beleidigt werden, die wir nicht verstehen, tut es uns nicht weh, weil wir nichts davon wissen.. 
Eigentlich müsste man sich also nur ein dickes Fell gegen Beleidigungen anlegen und fertig. Ja, ich hab leicht reden, mein weißes Fell ist wirklich dick, aber eigentlich ist es gar nicht so schwer, auch für Euch Menschen, die ihr alles wegrasiert, was mal ‘Fell’ ähneln könnte, man muss es nur mal hinterfragen: 
Was hab ich davon, wenn mich eine Beleidigung trifft? Gar nichts. Wie entstehen Beleidigungen? Beleidigen ist nur möglich, wenn zwei Menschen das gleiche NEGATIVE Verständnis von Umständen und Dingen haben: Warum ist ‘Arschloch’ bei Euch eine Beleidigung? Ohne könntet ihr nicht leben. Was ist an einem ‘Schwein’ eigentlich schlecht? Nur weil wir Katzen kein Schweinefleisch vertragen, verdienendiese Tiere das jedenfalls nicht?! Beleidigung funktioniert also nur, wenn Menschen gleich ticken. Das kann man ändern. Wer dich als ‘Hure’ bezeichnet, den nenne halt ‘Beamter’ oder ‘Politiker’ und grinse. Es gibt keinen Grund, das als Beleidigung zu werten. Man kann dich nur so viel beleidigen, wie du zulässt. 
Gegen psychische Gewalt kann man sich wappnen. Die physischen Umstände bekommen wir vorgegeben, die psychischen können wir mit hinterfragen selbst ändern!
Das Geheimnis dabei ist, zu unterscheiden zwischen SELBSTBEWUSSTSEIN und FREMDBEWUSSTSEIN:
Das eine beschreibt, wie zufrieden wir mit uns selbst sind, das andere, wie zufrieden die anderen mit uns sind. Leider vermischen das viele heute. Selbst wenn man das Gefühl hat, keiner liebt einen, kann man zufrieden sein. Ich existiere. Das reicht schonmal. Und es gibt niemanden, der vorschreiben darf, wie dieses existieren aussieht. Damit sind wir wieder bei der ‘Rechtfertigung’, die ich im “Offenen Brief an Herrn Jauch und seine Gäste” thematisierte (bisher habe ich leider keine Antwort erhalten!). “Ich könnte mir mit dir was vorstellen, wenn du nicht behindert wärst!” zum Beispiel, ist ganz leicht beantwortet: “Tja, leider stehe ich nicht auf deine Haarfarbe. Und ich fürchte, dein Charakter gefällt mir auch nicht.” Damit sind zwei Dinge abgeklärt: Die Behinderung ist eine ganz normale Eigenschaft wie die Haarfarbe und, dass man selbst entscheidet und nicht alles nimmt, was sich bietet, weil sich nichts besseres findet. Seid ihr nciht alle schon mal total dumm angemacht worden? Kein Grund zur Unruhe, lächeln, umdrehen, überhören.
“Wenn ich aber nicht behindert wäre, hätte ich längst einen Partner…” Wer sagt Euch das? Keiner kann das wissen! Es ist gut möglich, dass ich nicht so lange in der Pflegestelle gewesen wäre, hätte ich hören können. Dann wäre mein Charakter aber auch ein anderer. Ich wäre eine gaaanz andere Katze. Ob das besser wäre? Auch das kann keiner beurteilen. Was man nicht ändern kann, muss man annehmen und genießen… Leider beziehen die meisten Behinderten Nachteile, die sie haben, immer gleich auf ihre Behinderung. Aber jeder hat das Recht mit etwas nicht klarzukommen. Wenn halt einer nicht damit klarkommt, wenn der Partner im Rollstuhl sitzt, muss man ihm das genauso zugestehen, wie einem anderen, dass er auf Menschen des gleichen Geschlechtes steht. 
Die Botschaft muss sein: “Ich mag mich. Schließ dich an oder lass es bleiben!” 
Dementsprechend muss man auch aufhören, darüber zu schimpfen, wenn nicht-Behinderte über Behinderte berichten. Was soll diese Abgrenzung? Nur weil ich nicht hören kann, gibt es garantiert genug, die völlig andere Erfahrungen und Meinungen haben als ich und finden, dass ich keine Ahnung habe… Wenn falsche Fakten berichtet werden, dann kann das einem Behinderten und einem nicht-Behinderten genauso passieren!?!
Etwas Entspannung täte allen gut. Ja, es ist Mist, wenn es keine Untertitel für die Heuteshow gibt und es ist gut, wenn man darauf aufmerksam macht, aber es als persönlichen Angriff zu werten, finde ich übertrieben. – Man kann auch ohne gut leben! Es ist legitim, eine Katze zu wollen, die gerne schmust, aber es ist nicht legitim, eine Katze zu wollen, die hört? Es liegt nicht jedem alles. Man muss auch seine Grenzen erkennen und akzeptieren. Und wenn ihr noch nicht den Partner fürs Leben gefunden habt, tröstet Euch: Das geht vielen so, vermutlich bleiben den meisten Behinderten nur halt die vielen Deppen erspart, an denen sich andere die Zähne ausbeißen. Es findet schon vorher eine Selektion statt. Seid doch mal dankbar dafür. Wenn sich nämlich jemand mit Euch ‘vegnügen’ würde und sich dann aus dem Staub machen würde, würdet ihr dann jammern ‘nur weil ich behindert bin’… Glaubt ihr denn, das passiert anderen nicht?
Man kann nicht jeden mögen. Also warum darf man Behinderte nicht ‘nicht mögen’?
Wenn ein Politiker wieder Mist redet, dann lasst ihn reden. Gebt ihm nicht die Macht, Euch zu diskriminieren. Es tut Euch nur weh, macht ihn mächtiger als er ist. Er ist auch nur ein Mensch.
Und warum sollten Witze eigentlich beleidigend sein? Warum darf ein Hörender über nicht-Hörende keine Witze machen? Wir Langhaarkatzen dürfen doch auch über die Nacktkatzen witzelnd… Oder Brünetten über Blondinen?! Oder nicht-Hörende über Hörende?! Das führt nur zu einer größeren Barriere in der Kommunikation. Wenn Menschen aus Angst, etwas Falsches zu sagen, gar nichts sagen, finde ich das zum Fell ausreißen, denn das hilft keinem weiter.
Wichtig sind die Taten, nicht die Worte.
Steht auf, damit aus ‘Opfern’ wieder Menschen werden. Akzeptiert Euer Sein mit allen Eigenschaften, dann kann Euch psychisch jedenfalls so schnell nichts mehr schocken. Und dann hören vielleicht auch die Menschen auf, Euch zu bemitleiden, die sich zwar für ‘normal’ halten, aber eigentlich trotzdem immer jammern. Dann müsste man nicht über Begriffe diskutieren, statt Rollstuhlrampen zu bauen und Informationen mit Blindenschrift zu subskribieren!
Es wird eh keine begriffliche Lösung geben, mit der alle zu frieden sind. Baut Brücken statt über ihren Namen zu streiten.
Zufriedenheit ist eine Einstellung. Eine Einstellung, die es erlaubt, sich über Dinge aufzuregen ohne dabei kaputt zu gehen. Sich im Spiegel zu sehen und zu sagen ‘Hey du da, ich mag dich. Schön, dass du da bist! Auf in einen neuen schönen Tag!”

So. Ich geh mich jetzt wieder auf den Balkon legen. Ich bin hier gelandet, weil ich taub bin. Und es geht mir verdammt gut hier. Warum also meckern? 

Meauu, seid geflauscht!

Schneekönigin Kuka

Offener Brief an Herrn Jauch und seine Gäste zum Thema ‘Inklusion’

Sehr geehrter Herr Jauch,
zusammen mit Mami und Papi habe ich gestern Ihre Sendung verfolgt – zumindest das, was die Untertitel hergaben.. Sie hat mich so beschäftigt, dass ich sie mir heute mit Mami noch mal in der Mediathek (ohne Untertitel, wir haben keine gefunden!) angesehen habe. Sie hat sie mir gedolmetscht – schon arm, dass eine Sendung über Inklusion ohne Gebärdendolmetscher gesendet wird…
Doch will ich mich nicht weiter mit Kleinigkeiten aufhalten, ich habe eigentlich ganz andere Anliegen.
Ich möchte mich dabei direkt an die Beteiligten richten, einzeln und Stück für Stück, soweit sich das auseinander dividieren lässt. Ich bin zwar nur eine taube Katze, aber irgendwie liegt mir die Bildung dieses Landes, das mich aufgenommen hat, doch sehr am Herzen.

Liebe Frau Kühne,
ich möchte Ihnen dazu gratulieren, dass Sie ein selbstbewusster Mensch geworden sind und finde es sehr traurig, dass in diesem Sozialstaat arbeitswillige Menschen wie Sie arbeitslos sind, weil sie unterschätzt werden… Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie wirklich ihren Traumberuf ausüben können, es gibt in Deutschland nämlich wenige, die das wirklich tun.
Sie haben auch völlig Recht, dass Angst kein guter Ratgeber ist, aber vorsichtig muss man schon sein. Nur in einem Punkt widerspreche ich: Ja, natürlich müssen Schüler lernen dürfen, aber warum soll das an Förderschulen nicht möglich sein? Genau das ist der Sinn einer Förderschule. Wenn die Lehrer die Kinder nicht ausreichend fördern, sind sie schlechte Lehrer.

Damit komme ich nun zu Ihnen, Frau Ehrhard:

Ich finde es toll, dass Sie sich für Ihren Sohn einsetzen, in dieser Gesellschaft braucht man durchaus Ellenbogen.
Aber bitte verlieren Sie dabei nicht den objektiven Blick:
Ich möchte gar nicht darüber urteilen, was für Henry das Beste ist, ich kenne ihn nicht und man muss wohl davon ausgehen, dass Eltern stets das Beste für ihr Kind wollen, sonst funktioniert unser Rechtssystem nicht mehr. Sie wollen, dass Ihr Sohn wie jedes andere Kind behandelt wird? Ich habe meine Menschenmutti gefragt, wie sie als Schulkind behandelt wurde, sie hat geantwortet:
Sie ist in eine Brennpunktgrundschule gegangen, wo es schon besonders war, wenn Deutsch die Muttersprache war. Mit ihrer gehobenen Sprache war sie da schnell eine Ausgeschlossene, die sie ihre gesamte Schulzeit blieb. Hochbegabung nannte das keiner, auch wenn das wohl richtig gewesen wäre, sie war einfach schwer einzugliedern. Zum Wechsel aufs Gymnasium musste sie die entsprechenden Noten vorweisen, denn da wird längst nicht jeder aufgenommen. Schule ist nun mal Leistung. Es stimmt wohl, dass auf dem Gymnasium längst nicht mehr nur die Intelligenten sind, aber finden Sie das wirklich gut? Was ist denn die Aufgabe von Schule? Bilden und Erziehen. Wenn wir alle über Fachkräftemangel und Pisastudie jammern, geht es wohl vorrangig um die Bildung. Und das ist auch gut so. Natürlich können sich die schwächeren an den Stärkeren orientieren, aber was machen die Starken? Sie gehen kaputt. Nicht alle, denn sie sind genau so individuell wie alle anderen auch, aber die meisten. Ihr Sohn soll angemessen gefördert werden? Dafür hebe ich meine Pfote. Aber dann gestehen Sie doch bitte all den anderen Kindern auch zu, dass sie gefördert werden müssen. Wer soll die Pädagogenausbildung, die gebraucht wird, denn noch machen, wenn alle gleich gemacht werden? Haben Sie immer mit ihren Freunden in einer Klasse sein können? Dann gehören Sie ebenfalls zu einem sehr geringen Prozentsatz, die meisten müssen sich nämlich neue Freunde suchen nach dem Schulwechsel. Weshalb sollte Henry denn nicht neue Freundschaften schließen? Warum soll er bei den alten bleiben? Jeder muss neue Freunde suchen, warum er nicht?
Natürlich müssen die Behinderten in unserer Gesellschaft präsenter werden, aber warum soll das alles die Schule machen? Schule ist lernen und Bildung. Viel wichtiger wäre doch, dass Freizeitveranstaltungen für alle angeboten werden. Solche, bei denen alle gleich mitmachen können und nicht in Sonderpositionen ihr eigenes Niveau verfolgen müssen.
Und Kochen wird auch in Regelschulen unterrichtet. Wer sich die aktuellen Zahlen zur Ernährung ansieht, wird mir wohl zustimmen, dass Dosenfutter eigentlich selbst für uns Katzen zu schlecht ist. Kochen sollten also eigentlich alle lernen, wobei das früher die Eltern vermittelt haben.
Denken Sie bitte mal ganz neutral drüber nach ohne das arrogante Gehabe von gestern Abend, das auch nur viele Tränen verstecken sollte, dann wären Sie viel sympathischer!

Herr Kraus,
Sie sehen also, ich stimme Ihnen zu, Deutschland braucht ein differenziertes Bildungssystem und Italien kann man nicht als pauschales Beispiel nehmen, denn die Qualität der Inklusion hat keiner genannt… Ich halte Partnerschaften von Schulen untereinander für eine prima Idee, das sollte ausgebaut werden. Natürlich müssen Schüler auch mit schlechteren zurecht kommen, aber nicht immer und überall. Ich finde sogar, das System muss noch individueller werden.. (siehe Blogeintrag: Inklusive Bildung – Umdenken dringend nötig, Gleichmacherei nicht!),
Doch rate ich Ihnen mal, eine Förderschule zu besuchen, so rein zum Hospitieren. Dort wird bei weitem nicht alles so gefördert wie es sollte. Auch in den Förderschulen wird nur mit Wasser gekocht, wirklich kreativ sind die wenigsten, neue Wege wären hier durchaus sinnvoll…
Ihre Definition von Inklusion gefällt mir dabei genauso wenig wie die der anderen, später (und im vorherigen Post) mehr dazu… Kindeswohl sollte dabei ohne Frage das erklärte Ziel sein, nur wer darüber urteilen kann, bleibt wohl zu diskutieren… Danke an dieser Stelle auch dafür, dass sie sich über die Politik in Rheinland-Pfalz informiert haben, Sie haben Recht, es ist mau dort mit Inklusion,

denn, werte Frau Dreyer,
was Sie da gestern so schön erzählt haben, ist leider nur ein kleiner Teil der Wahrheit, ich denke, dass wissen wir beide… Ihre Schwerpunktschulen, die Sie als Allheilmittel verkaufen, sind zwar ein netter Anfang, aber nichts worauf man sich ausruhen sollte. Wenn der Besuch eines Förderkindergartens den normalen Schulbesuch verbaut, sollten Sie vielleicht zur Abwechslung mal Geld in die Hand nehmen und in die Betreuung investieren. Sie werden die Förderschulen zwar nicht aktiv schließen, aber Sie machen die Ausbildung der Förderschulpädagogen so schlecht, raten sogar davon in Flyern ab, dass Sie sie von innen heraus zerstören. Glückwunsch. Sie müssen schließlich genauso wenig wie all die anderen Entscheidungsträger nochmal die Schulbank drücken und ich maße mir an, zu behaupten, sie haben auch nie ‘als Behinderte’ eine gedrückt. Es war ja nett, dass sie als Politikerin da waren – das mag Ihre Äußerungen ja teilweise erklären – aber die Erwähnung als MS-Krankheit glich eher einer Farce, denn sie hat mit der Inklusion an Schulen gar nichts zu tun.
Die Welt, in der nicht kategorisiert wird könnten Sie mir dann übrigens bitte gleich nach der gelebten Inklusion in den letzten 30 Jahren zeigen. Wenn das alles ist, was in den letzten 30 Jahren passiert ist, dann verstehe ich, warum Sie sich auf die Schulter klopfen, dass nicht mehr wie im 3. Reich Euthanasie von Behinderten und chronisch Kranken betrieben wird! Lassen Sie bitte die Kirche im Dorf, auch wenn ich die Idee Ihres Heimatdorfes toll finde; von Inklusion habt Ihr Politiker genauso viel Ahnung wie ich als Katze von Kirchen….

Eindeutig mehr Ahnung hat da eindeutig Herr Klinge,
dem ich hoch anrechne, dass er direkt jeglichen Expertenstatus jenseits der Glasknochen ablehnte. Mit den aktuellen Kapazitäten haben auch Lehrer wie Sie wenig Möglichkeiten, eindeutig. Ich finde es gut, dass Sie auf die emotionale Seite der Kinder aufmerksam machen. In einer Zeit wo immer mehr von euch Menschen emotional überlastet sind, müssen doch besonders die Kinder ernstgenommen werden. Schule und Pubertät sind schon für jeden schwer zu meistern, ohne jemand ‘Verbündeten’ an der Seite kann das ganz schön grausam sein (sagt Mami!) Ob wir nun wirklich für jedes Fach einen Sonderpädagogen brauchen, sei dahingestellt, aber mehr auf jeden Fall. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft für die Kommunikation, sie wird noch bitter nötig sein.

Lieber Herr Jauch,
Sie sehen, ich habe kein Interesse, Ihre Sendung einfach so zu zerreißen, ich möchte schon eine Botschaft loswerden: Die Welt muss anfangen, wertzuschätzen. Wir brauchen keine Akzeptanz oder Tolleranz, wir brauchen Wertschätzung. Ich möchte ein paar Beispiele nennen:

Die Meinungen! Ein objektiver Journalismus wurde gestern eindeutig NICHT betrieben. Wer ein Beispiel von gelungener Inklusion in die Runde aufnimmt, muss auch einen dazusetzen, der gescheitert ist, kaputt gegangen und verzweifelt ist. Auch waren die Gäste zwar vielseitig, aber auch der erste Einspieler zur Inklusion zeigte: Behinderung ist in den Medien nicht viel mehr als Down-Syndrom und Rollstühle. Wo waren “die Körperbehinderten”, die vielleicht einfacher einzupassen sind, aber trotzdem fast alle ziemlich verzweifelt über die Bedingungen sind?

Die Informationen! Es gibt weitaus mehr Informationen als irgendwelche Zahlen für Kosten, wer kann damit schon etwas anfangen? Selbst die Politiker haben die ja nicht im Griff.

DIE FÖRDERSCHULEN! Ich bin froh, mich nicht als Mensch bezeichnen zu müssen. denn was seid ihr für Wesen, dass Ihr Förderschulen als ‘Abschieben’ bezeichnet. Das 3. Reich habt ihr wohl noch lange nicht überwunden. Wenn wir nicht in einer Leistungsgesellschaft leben sollen, warum ist es dann so wichtig, wie man die Schule bezeichnet, an der gelernt wurde? Solange wir Menschen darüber bewerten, welchen Abschluss sie haben, solange ist Inklusion noch weit weg. Warum wäre es denn schlimm, wenn Henry eine Sonderschule besucht? Ist er davon ein schlechterer Mensch? Wer dieser Meinung ist, gehe sich in meinem Katzenklo vergraben.

DIE MENSCHEN! Die ganze Unterhaltung war reinste Rechtfertigung. Solange Menschen sagen ‘Ich bin blind, aber gebildet’, ‘ich hab Down-Syndrom, aber kann Klavier spielen’, solange glaubt die Gesellschaft, dass eine Reckfertigung notwendig ist. Hört auf, die Vielfalt zu rechtfertigen. Erst dann wird sie normal!!!

Ein behinderter Mensch muss genauso wie jeder andere seine Grenzen und Stärken kennen. Wenn er damit im Reinen ist, rechtfertigt er sich nicht mehr. Dann kann er souverän sagen ‘Ich war auf der Förderschule für XY’. Hier werden mal wieder nur die Symptome gelindert. Erst wenn Ihr versteht, dass jeder Fehler hat, und das auch gut so ist, könnt Ihr jeden so sein lassen, wie er ist. Um dazuzugehören muss man nicht die gleichen Einrichtungen besucht haben, man muss nur eines verstehen: Es sind nicht DIE BEHINDERTEN. Sondern es sind die Menschen, die alle einzigartig sind und es gibt keinen Grund, sich dafür zu rechtfertigen.

Tatsächlich würde keiner auf die Idee kommen, einen Rollstuhlfahrer auf ein Schwimminternat zuschicken, wo die Elite ausgebildet wird. Warum? Weil es keine Schande ist, nicht soooo sportlich zu sein. Warum sollte es also eine Schande sein, auf einer guten Förderschule zu sein?

Ich wünsche mir, dass Sie alle sich das mal genau überlegen, es geht um EURE ZUKUNFT. DIE KINDER SIND EURE ZUKUNFT, also geht gefälligst mit ihnen auch so um! Und eigentlich sollten die Politiker vor den Bildschirmen sitzen und von den Betroffenen lernen, nicht umgekehrt.

Mir kann es ja egal sein, ich höre den Mist, den ihr redet nicht!
Hochkatzungsvoll,

Schneekönigin Kuka

P.S. Über eine Antwort freue ich mich sehr!

Inklusive Bildung – Umdenken dringend nötig, Gleichmacherei nicht!

Hallo ihr Lieben,
nach meinem Eintrag gestern zur blauen Briefen, folgt heute einer speziel zu Inklusion an Schulen. Ich muss zugegebener Maßen auf diverse Erzählungen von Mami zurückgreifen, da ich selber noch nie in einer Schule war – die gibt es nur für Menschen, Hunde und Bäume – bin mir aber sicher, genug zu wissen, um Euch berichten zu können. Ich kann dabei selbstverständlich nicht vollständig berichten, aber ich gebe mir Mühe, so viel wie möglich anzusprechen….
Zunächst möchte ich dazu noch mal den Grundgedanken der Inklusion erwähnen: “Gleiche Rechte für alle, unabhängig von Geschlecht und körperlicher Verfassung”, so mal kurzgefasst.
Nun ist die Frage, was ist die Aufgabe der Schulen? Fürs Leben lehren. Sie soll uns für das Berufsleben später rüsten, uns sozialisieren und nebenbei auch noch Wissen vermitteln.
Was passiert nun, wenn man diese beiden Dinge zusammenpackt, Schule und Inklusion? Um ehrlich zu sein passiert fast nur Murks. Wurde der Gedanke der Inklusion geboren, um Menschen von Benachteiligung zu befreien, werden sie es nun erst recht! Denn man muss doch unterscheiden zwischen den Behinderungen, die so verschiedenartig sind, dass es vermutlich keine mehrmals gibt, weil jede doch wieder eine Abwandlung hat. Behinderung – die meisten denken da an jemanden im Rollstuhl oder jemanden mit Trisomie 21 (Down-Syndrom). Schon dies sind Beispiele für zwei völlig unterschiedliche Phänomene. Das eine ist eine körperliche Einschränkung, das andere wirkt sich auf die Intelligenz und Handlungsfähigkeit aus. Würde wir beide nun in eine normale Schule schicken, viele wären überrascht, was für Probleme auftreten könnten: Der Rollstuhlfahrer würde vor den meisten Schulen einfach stehen bleiben – er käme nicht rein. Unser Alltag ist von Treppen bestimmt, auch zu den meisten Aufzügen führen Treppenstufen.. Unser Trisomie21-Kind käme rein, wenn auch vermutlich mit langsamen Schritten. Manche bekämen Angst bei den vielen Schülern, andere gehen auf sie zu, begrüßen sie freundlich, nehmen sie in den Arm, auch völlig fremde. – Spätestens hier schüttelt ihr nun den Kopf. Ihr findet es zwar toll, wenn ich als Katze Euch begrüße, Euch um die Beine streiche und mich ankuschel – aber Menschen dürfen das nicht. Ihr seid schon ein komisches Volk. Wenn ein Mensch auf Euch zukommt und Euch umarmt, erwartet er zuerst meist etwas schlimmes, wenn ich auf Euch zukomme, erwartet ihr erstmal nicht, dass ich Euch kratze! Warum denn? Nur weil ich Fell habe? Es gibt kaum Menschen, die lieber sind als grade diese Kinder – und doch schreckt ihr zurück. Damit diese Kinder angenommen werden, müsste sich ale das Denken ändern, das Körperkontakt und Freundlichkeit für vorgeschoben und unnatürlich hält. Unser Rollstuhl-Kind hätte da eher andere Probleme: Sportunterricht. Pausenvertreiben, Toilettenbesuche – und das nur bei einfacher Behinderung, von mehrfacher Behinderung ganz zu schweigen.
Jetzt habe ich nur die schwierigen Beispiele genannt? Ok, nehmen wir mal was ‘leichtes’: Blinde. Damit meine ich eine irreparable Schädigung des Sehvermögens, die NICHT mit Gestellen mit Glas oder kleinen gewölbten Gläschen behoben werden kann. Im Gegensatz zu uns Katzen seid ihr Menschen übrigens angeblich alle nachtblind. Mami sagt, ich bin nachtblind – also fast, aber das stört nicht wirklich, da ich bei Dunkelheit eh lieber schlafe…
Der blinde Schüler wird mit Stock und/ oder “Schnalzen” wohl ins Schulgebäude kommen, hinfinden kann er alleine aber nicht einfach so. Auch die Räumlichkeiten muss er erst auswendig lernen, bevor er sie findet. Er kann problemlos mit seiner Umwelt kommunizieren, die Emotionen entnimmt er den Stimmen, aber auch das schützt ihn bestimmt nicht davor, einfach umgerannt zu werden… Sport ist ebenfalls anders und Pausengestaltung ist beim geistigen Austausch ohne Auffälligkeiten, bei körperlicher Betätigung aber schwer…
Den Unterrichtsstoff müssen sie auditiv aufnehmen oder mit Braille-Schrift – aber welche Unterlagen liegen auditiv vor? Auch mitschreiben wird schwer, hier ist eine Asistenz gefragt….
– Da doch lieber nicht hören können – oder? Also ich lebe damit ja sehr gut. Aber ich muss auch nicht dem Unterricht folgen. Bei Gebärdensprachlern werden Dolmetscher gebraucht und Mitschreibkraft – wer gebärdet und gucken muss, kann nicht mitschreiben! Filme müssen untertitelt (gezeigt!!) werden und Unterrichtsbeiträge müssen in BEIDE Richtungen übersetzt werden – meistens jedenfalls äußern sich Gebärdensprachler nicht verbal – schon peinlich, dass Ihr das ‘mündliche’ Noten nennt…
Kinder, die lautsprachlich erzogen wurden (dafür gibt es genauso viele gute Gründe!) haben es da doch am besten – oder nicht? Genau weil das alle denken, ist es für sie richtig schwer. Sie ‘können ja reden und hören auch bestimmt’. Mitschreiben ist aber schon bei geringem Hörverlust sehr schwer. Technik funktionierte noch nie wie sie sollte – und Fremdsprachen lernt man doch übers hören, also üben alle schön Hörverstehen. Dem schnellen Wechsel der Sprecher zu folgen ist dabei so anstrengend, dass die Pause meist zu völligen Regenerierung benötigt wird…
Dies sind nur einige, sehr wenige Beispiele für Barrieren im Schulalltag, die viele vergessen, wenn sie von “voranschreitender Inklusion” sprechen. Was schreitet denn voran? Die nicht-Akzeptanz von den Schulen, die mal ‘Sonderschulen’ hießen. ihr benennt sie um in “Schule mit Förderschwerpunkt XY” und meint, Schüler hätten “Sonderpädagogischen Förderbedarf”, aber angesehener sind sie davon noch lange nicht, eher mitleidig.
Das Problem ist das “Normal-Denken”. Wer nicht in Normen passt, hat halt Pech. Dabei wird gerne übersehen, dass ein Umdenken allen helfen würde. Inhalte vom Lehrer zu Papier gebracht verhindern Fehler beim Abschreiben und bei richtiger Anleitung werden sie durchaus nochmal in die Hand genommen, wenn etwas nicht verstanden wird. Mit dem richtigen Programm ist das dann schnell in Blindenschrift übersetzt: Mitschreiben UNNÖTIG. Ihr glaubt gar nicht, wie viel mehr Beteiligung das geben kann, wenn ihr plötzlich beide Pfoten freihabt und denken könnt, statt zu schreiben… Gebäude mit Fahrstühlen und Barrierefreien Brandschutzvorkehrungen helfen beim Transport vieler Dinge, nicht nur von Rollstühlen.
Erst wenn solche Maßnahmen getroffen wurden, müssen wir über den sozialen Aspekt reden. Aber das mache ich ganz kurz: DEUTSCHLAND; DEINE SCHÜLER GEHEN AN DEINEM SOZIALEN GEFÜGE ZU GRUNDE, ALLE! DIE EINEN VERLIEREN OHRE PERSÖNLICHKEIT, DIE ANDEREN DEN GLAUBEN IN SOZIALE MENSCHEN!! (Post dazu folgt garantiert noch mal.. Wenns passt!)
Ihr merkt, viele ‘teure’ Dinge sind entweder für viele von Nutzen, oder mit nachdenken zu umgehen. Wenn der Unterrichtsstoff schriftlich verteilt wird, braucht keiner mehr eine Mitschreibkraft.
Was dann fehlt, ist eine fehlende Kommunikationsart zwischen tauben und Blinden.. Wenn wir die finden, brauchen wir auch keine Dolmetscher mehr – aber sie muss alltagstauglich sein… Bis dahin würde es schon reichen, Gebärden als Unterrichtsfach anzubieten, dann wären Dolmetscher in den meisten Fällen auch nicht nötig!

Fest steht: Es bleibt noch viel zu tun! Oder wollt ihr einen Autisten, dessen absolutes No-Go meist auch die Berührung von fremden Menschen ist, in eine Schule stecken mit einem Kind mit Trisomie21, das gerne jeden umarmt? Liebe Leute, so geht das nicht. Wenn Schüler nie alleine in den unterricht gehen können, weil sie immer eine Assistenz brauchen, SIND DIE BEDINGUNGEN FALSCH, NICHT DIE SCHÜLER!
Ändert die Bedingungen, es wird den meisten viel Frust und Demütigung ersparen. Dafür setzt lieber mehr Betreuer in die Schulen, die sich rein um das psychische Wohl der Kinder kümmern. Ansprechpartner für Probleme, die nicht nur aufnehmen, sondern HANDELN!

INKLUSION IST EINE FRAGE DER QUALITÄT; NICHT DER QUANTITÄT!
ihr müsst erst eure Einstellung zu Behinderungen ändern, bevor ihr einfach Kinder in irgendwelche Schulen verpflanzt, weil sie ein Recht darauf haben. Wer in die Gesellschaft möchte, dem macht Platz. Wer aber nicht hineinpasst, weil er nicht möchte oder aus körperlich/ psychischen Gründen nicht kann, dem müsst ihr genauso erlauben, so zu sein, wie er will.
Inklusion ist ein Recht. Aber macht es nicht zur Pflicht. Es sind schon Kinder kaputt gegangen, weil Eltern sie unbedingt auf Regelschulen schicken wollten. Das können wir alle verhindern, indem wir alle Lehrer gleich achten, egal welche Schüler sie haben, und alle Menschen gleich, egal welche Schule sie besuchen. Es ist noch niemand ein liebenswerterer Mensch geworden, nur weil er auf einem Gymnasium war!

WACHT AUF! IHR SEID DOCH ALLE MENSCHEN, BEHANDELT EUCH GEFÄLLIGST AUCH SO! Kinder können gemeinsam spielen und doch auf verschiedene Schulen gehen. Nur lernen, das sollte jeder so, wie ers am besten kann, nicht so, wie es nun mal alle machen!

Ihr erinnert Euch? INKLUSION IST DIE ANPASSUNG DER GESELLSCHAFT AN DEN EINZELNEN!

Und während Ihr mal drüber nachdenkt, wie viele Schranken in euren (studierten) Köpfen sind, hoffe ich still, dass vielleicht mal irgendein Politiker das ließt UND VERSTEHT. Bitte. Danke.

Meauu, seid geflauscht!

Schneekönigin Kuka

Der Blaue Brief – Ein Rotes Tuch: Liebe Lehrer, ich habe heute leider KEIN Verständnis für Euch!

Hallo Ihr Lieben,
heute melde ich mich mal wieder, weil ich meine Wut ablassen muss und der Kratzbaum zum Abreagieren grade nicht reicht. Mami hat mir heute aus gegebenem Anlass mal etwas über das Menschliche Schulsystem erklärt – und mich geschockt. Ich wusste nicht, dass Ihr “intelligenten, sozialen” Menschen so mies mit Euren Kindern umgeht!
Ich maunze hier nun von allen Schülern, die Noten bekommen, möchte aber anmerken, dass in diesen Zeiten der unvollständigen Inklusion natürlich besonders auf die ‘anderen’ Kinder geachtet werden muss!
Ich rede dabei gar nicht vom Schulsystem allgemein (dazu könnte ich mindestens noch so viele Blogeinträge schreiben wie ich Haare habe!) sondern von einem ganz bescheuerten Phänomen: Dem blauen Brief.
Zur Erklärung für die Glücklichen, die nie mit ihm Bekanntschaft machen mussten: Wenige Monate vor der Zeugnisvergabe, wenn es quasi schon zu spät ist, verschickt die Schule Briefe (früher in einem blauen Umschlag!), in denen Eltern von versetzungsgefährdeten Schülern darüber informiert werden, in welchen Fächern ein “ausreichend” nur noch schwer erreicht werden kann. 
Jetzt im Ernst, das machen die Schulen und Lehrer wirklich so. Noch Fragen, warum Eure Menschenkinder kaputt gehen? 
Jetzt denken wir doch mal logisch: Was ist das Problem bei schlechten Noten? Entweder das Kind ist faul oder der Lehrer hats nicht verständlich genug erklärt. Bei letzterem ist die Lösung ganz einfach: Anders erklären! Mühe geben, wir denken und verstehen halt alle unterschiedlich! Ist das Kind “faul”, muss man das Gespräch suchen. Braucht es Nachhilfe, oder gibt es Probleme in der Familie, die das Lernen erschweren? 
Nun ist die Frage, wessen Aufgabe sind die Noten? Meine Antwort lautet ganz klar: Die der Lehrer! Es ist Aufgabe der Lehrer, sich um Hausaufgaben zu kümmern, sich um das Wohlbefinden der Schüler in der Schule zu kümmern, und dafür zu sorgen, dass jeder mitkommt. Es gibt keine schlechten Schüler, es gibt nur schlechten Unterricht. Wenn ein Lehrer seine Schüler nicht motivieren kann: JOB VERFEHLT! Wenn ein Lehrer sich nicht durchsetzen kann und die Schüler keine Hausaufgaben machen: JOB VERFEHLT! Wenn Schüler gemobbt werden und kein Lehrer einschreitet: JOB VERFEHLT! Wenn der Lehrer die Denkrichtung befiehlt und nicht zum selbstständigen Denken animiert: JOB VERFEHLT! Wenn ein Lehrer ständig Filme zeigt und dann die Arbeiten irrsinnig schwer macht: JOB VERFEHLT! Wenn ein Lehrer bemerkt, dass ein Schüler nicht gut genug in seinem Fach ist und ihm keine Hilfe anbietet: JOB VERFEHLT! Wenn ein Lehrer das Gespräch mit einem minderjährigen (!!!) Schüler gesucht hat und keine Einsicht erwirken konnte und sich dann nicht an die Erziehungsberechtigten wendet: JOB VERFEHLT! 

Hierbei geht es keines Wegs darum, irgendwelche Verantwortung auf die Lehrer abzuwälzen, sondern all dies gehört zu dem Beruf dazu. Erziehung ist in erster Linie Aufgabe der Eltern, aber wenn die versagen muss der Lehrer einschreiten. Zumal hat die Erziehung heute nur noch sehr bedingt etwas mit den Noten zu tun, genauso wenig wie lernen mit guten Noten, oder Intelligenz etwas mit gutem Schulabschluss. 
So würde ich niemals einen Lehrer dafür verantwortlich machen, wenn auf einer Klassenfahrt jemand trächtig (so sagt man das doch?!) wird. Ihr Menschen seid offenbar nicht in so großer Zahl kastriert wie wir Katzen (bei manchen bedaure ich das schon!), dafür aber angeblich Herr über Eure Triebe. Wenn also nach einer Klassenfahrt eine Menschin ein Kind wirft, so ist zum einen etwas in der Aufklärung schief gelaufen (die in den meisten Fällen aber nicht Aufgabe des aufsichtführenden Lehrers ist) und zweitens etwas in der Wertevermittlung. Wer meint, alt genug zu sein um sich zu paaren, der ist auch alt genug, selbst dafür die Verantwortung zu übernehmen. Selbiges gilt für Alkohol-, Zigaretten und anderen Drogenkonsum!. Dies ist alles eindeutiges Versagen der Eltern. 

Mit Noten sieht das aber anders aus. Ohne über die Sinnhaftigkeit von Noten diskutieren zu wollen – ich komme auch super ohne durchs Leben… – muss ich doch sagen, dass Noten ziemlich runterziehen können. Einem bemühten Schüler ‘die schlechtere Note’ geben als Ansporn ist genauso schlau, wie mir ein kleineres Katzenklo zu geben, damit ich weniger Häufchen machen, (besonders wenn es dabei ums Halbjahreszeugnis geht, ist das der größte Schwachsinn überhaupt, denn die Note zählt ja ins Ganzjahreszeugnis und somit wird fast nie auf dem Ganzjahreszeugnis “die bessere” Note erreicht!) Außerdem möchte ich Euch nicht vorenthalten, dass Lehrer einen beachtliche Notenspielraum haben aus ‘pädagogischen Gründen’. Dieser Spielraum sollte eigentlich genauso angewandt werden wie das Jugendstrafrecht: Zum Erziehen, nicht zum Bestrafen. Wenn ich Mami anfalle und sie böse zurückfaucht, dann nicht, um mich zu bestrafen, sondern um mich zu erziehen, damit ich es nicht nochmal mache. Sinnloses Bestrafen wäre zum Beispiel, sie würde mir für den Tag das Fressen streichen, denn das hat zum einen keinen Bezug dazu und zum anderen ist das eine arg harte Strafe.  – Das könnt ihr alle noch nachvollziehen, oder?

Könnt ihr dann auch nachvollziehen, dass ein Lehrer kaum effektiver zeigen kann, dass er als Pädagoge versagt hat, als mit einem Blauen Brief?!  Pädagoge, das ist jemand, der mit Kindern (siehe im Griechischen ‘Pais, Paidos!) arbeitet. Und Kinder müssen und können ihre Leistungen zum einen nicht immer so gut einschätzen, zum anderen ist es Aufgabe der Lehrer TRANSPARENT den Schülern alle gemachten Noten mitzuteilen und im Zweifelsfall auch den Eltern, solang diese erziehungsberechtigt sind! Erst wenn gar nichts mehr hilft, ist ein “blauer Brief” legitim, aber dann wird auch der nichts mehr ausrichten können! Es ist NICHT Aufgabe der Schüler, ihren Noten hinterher zu rennen, Ihr wollt den Hausaufgaben ja auch nicht nachrennen, ODER?

Es bleibt, zu danken. DANKE AN ALL DIE LEHRER, DIE NICHT AUFGEBEN UND UM IHRE SCHÜLER KÄMPFEN! DIE WISSEN; SIE SIND DIE ERWACHSENEN; AUSGEBILDETEN UND STUDIERTEN; DIE AUF DIE SCHÜLER ZUGEHEN MÜSSEN! DANKE, DASS ES EUCH GIBT; IHR RETTET VIELEN SCHÜLERN MEHR ALS NUR DIE NOTEN UND DIE VERSETZUNG!

An alle anderen: Jeder hat mal nen schlechten Tag, aber es ist Eure Aufgabe, zu verhindern, dass Eure Schüler ein schlechtes (Schul-)Leben haben! Wenn ich krank bin und zum Arzt gebracht werde, dann muss der mich ja auch über alles aufklären, was er gefunden hat, ich sollte den Befunden NICHT nachrennen müssen!

Denkt immer daran: Wie wollt Ihr behandelt werden? Wollt Ihr einfach so eine Abmahnung bekommen oder wollt Ihr, dass man erst mit Euch redet?

Ich will schon ne Vorwarnung, bevor man mir eine runterhaut..
Daher meine Meinung: Der Blaue Brief bleibt für mich ein Rotes Tuch: Liebe Lehrer, ich habe heute leider KEIN Verständnis für Euch! 

Ich leg mich nun wieder in die Sonne! 

Meauu, seid geflauscht!

Schneekönigin Kuka

“Nazi” kommt nicht von Narzissmus – Wir Katzen maunzen alle gleich.

Ihr Lieben,
lange habe ich schweigend beobachtet, wie ihr die verschiedenen Blogausführungen benutzt. Es wird vermutlich bald einen Umzug dieses Blogs geben, aber ich sage dann Bescheid…
Jetzt möchte ich mich aus gegebenem Anlass erstmal zu etwas anderem äußern: Auf Twitter konnte ich bei Mami immer wieder verfolgen, wie gegen Extremisten (meist Rechts-Extremisten) vorgegangen wird und möchte Euch mal meine Meinung dazu mitteilen…
Um er vor allem klarzustellen: Ich bin gegen jegliche Art von Extremismus, der Lebewesen schadet. Überhaupt, unter uns Katzen gibt es das nicht! Wir Rassekatzen hetzen nicht gegen die anderen oder die Langhaarigen nicht gegen die Kurzhaarigen oder die Weißen nicht gegen die Schwarzen. Wo kämen wir denn da hin? Wir würden ja nie fertig werden mit hassen und das ist stets ungesund.
Aber das verstehen nicht alle Menschen. Wer das abstellen will, muss sich also mit der Frage nach den Beweggründen für Extremismus beschäftigen. Was geht in diesen Menschen vor?
Zunächst einmal: Hass. Alle von ihnen empfinden Hass. Doch woher kommt dieser Hass? Die Ursachen sind sehr verschieden. Doch alle fühlen sie sich ungeliebt. Die einen von den Eltern, die nächsten waren Mobbingopfer, manche beides.. Es gibt viele Möglichkeiten, aber sie alle sind irgendwo Opfer. Und haben versucht, sich zu befreien, stark zu werden, indem sie einer Gemeinschaft beitraten, die ihnen das Gefühl von Sicherheit gab. Gemeinschaften rücken enger zusammen, wenn sie einen Feind haben, etwas gegen das man gemeinsam ankämpfen kann. Was ist da leichter als Menschen zu Feinden zu erklären? Die einen sind gegen “Ungläubige”, die anderen gegen “Reiche” oder “Ausländer” oder “Behinderte”. Dabei geht es den Mitgliedern oft gar nicht wirklich um die Sache, sondern um das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Feindbilder sind dabei relativ austauschbar, in welcher Gruppierung man landet hängt von den Lebensumständen ab oder schlicht von Kontakten in die jeweilige Szene…
Bevor ich zu den Konsequenzen komme, möchte ich kurz auf die genannten “Feindbilder” eingehen:
1. Ungläubige
Wir sind alle Ungläubige, das ist nur eine Frage der Perspektive. Bin ich Katze auch eine Ungläubige, weil ich kein Kopftuch trage, ungesegnetes Fleisch esse und keine Kreuzkette trage? Es kann den anderen Katzen doch mal grade egal sein, woran ich glaube, wir glauben eh alle anders. Amen.
2. Reiche
Oh, das kenne ich, Futterneid gibt es bei uns auch. Auf der Pflegestelle warne wir so viele Katzen, irgendwer hat sich immer ums Essen geprügelt. Aber in Spanien habe ich viel schlimmeres Leid gesehen: Da war Katze froh, sie bekam überhaupt auf der Straße etwas zu fressen. Da war die Qualität kein Thema. Natürlich ist es unfair, dass ich nun faul auf dem Balkon liegen kann und weiß, ich hab mein Fressen sicher und muss nicht jagen (was ich vermutlich eh nicht könnte mit meinem Gehör…), während andere um ihr Fressen kämpfen. Aber es wird immer jemanden geben, dem es besser geht. Andere Katzen haben teure Sofas, eigene Betten und vergoldete Näpfe. Aber habe ich deshalb ein Recht, ihnen das zu neiden? Nein. Ich darf es mir wünschen. Ich darf auch mal meckern, aber ich dürfte ihnen niemals den Napf klauen… Und wenn ich nicht wüsste, dass es das gibt, wäre ich auch zufrieden. Es gibt viel Ungerechtigkeit auf dieser Welt, aber ich darf sie nicht mit Unrecht bekämpfen. Lieber mal zufrieden sein.
3. Ausländer
Wir sind alle Ausländer. Ich bin Spanierin. Ich bin also genaugenommen in jedem Land dieser Welt Ausländerin – außer in Spanien. Aber sieht man mir mein Herkunftsland an? Ich glaube nicht. Woran soll also definiert werden, wer Ausländer ist? Am Aussehen? Am Pass? An der Sprache? Gilt das nur für Menschen oder auch für Tiere? Wir Hauskatzen maunzen alle gleich. Und wenn das definiert ist, wohin mit den Ausländern? Ausrotten? Dann zieht doch mal als helle Menschen nach Afrika und arbeitet dort im Sommer auf dem Feld, viel Spaß. Ihr schickt doch auch keinen Pinguin in die Wüste!?! Oder ein Känguru in den Schnee.. Oder sollen sie einfach nur alle in ihre Heimatländer zurück gehen? Dann aber mit ihren Erzeugnissen. Mit ihrem Essen, ihrer Kleidung, ihrer Kultur… Dann könnt ihr alle Döner essen (der ist eine deutsche Erfindung!) aber keine Cola dazu trinken… Und wegnehmen Euch die Ausländer genauso viel wie jeder andere auch. Ich nehme Mami morgens den Schlaf, Euch etwas Wasser was ich trinke und das Futter, das sich von Eurem oft nur minimal unterscheidet.. Bin ich nun auch ein böser Ausländer?
4. Behinderte
Ich kann schon lange nicht mehr zählen, wie oft ich Hetze gegen behinderte gelesen habe. Mütter, denen vorgeworfen wurde, sie hätten ihre Kinder abtreiben sollen und andere Scheußlichkeiten. Menschen, die solche Sachen von sich geben, wünsche ich nur, dass sie niemals in einen Unfall geraten. Ihr müsst Euch an Eure Behinderung nämlich erst noch gewöhnen, ich weiß nicht mal wie es ist, zu hören, mir fehlt also nichts. Und übrigens, sehe ich da eine Brille? Sieh an, du bist ja sehbehindert UND emotional behindert…

Fazit: Wir gehören alle in verschiedene Gruppen gegen die man hetzen kann. Oder man lässt es bleiben.
ABER: Gegen Menschen hetzen, weil sie hetzen, ist, wie jemandem die Augen rauszuoperieren, damit er wieder sieht. Menschen zu verprügeln, weil sie auch schon mal jemanden verprügelt haben, gibt ein endloses Domino-Umfallen, das jeden trifft.
Niemand verlangt, dass ihr diese Ansichten unerstützt oder respektiert. ABER DIE MENSCHEN DAHINTER, DIE VERLIEREN IHRE MENSCHENRECHTE NICHT, NUR WEIL SIE ANDEREN DEREN GENOMMEN HABEN!
Verbrechen gehören bestraft. Immer und gleich, egal wer sie begeht. Aber davon ist dem Menschen nicht geholfen. Niemand begeht gerne Verbrechen. Selbst diejenigen, die laut unserer Erkenntnis genetisch belastet sind, begehen diese Verbrechen nicht gerne und brauchen Hilfe. Jeder hat einen Leidensdruck bevor er handelt. Das entschuldigt keine Tat, aber es erklärt und kann helfen, die Ursachen zu bekämpfen.
Leider ist es heute üblich, nur die Symptome zu bekämpfen statt die Ursachen:
Flüchtlinge werden bekämpft, statt die Situationen in den Ländern aus denen sie kommen.
Kopfschmerztabletten werden geschluckt, statt sich Ruhe zu gönnen.
Nazis werden angeschrien, beleidigt und bedroht, statt ihnen ernsthafte Auswege zu zeigen.

Natürlich kann man nicht in jedem Land Friede herrschen, nicht jede Kopfschmerzen mit Ruhe und Trinken vertrieben werden und auch nicht jeder Nazi überzeugt werden, auszutreten – aber habt ihr es wenigstens mal versucht?
Prävention statt Aggression.
Schützt die Ausländerheime. Aber geht nicht auf Nazis los. Beschimpft sie nicht, sondern verteilt lieber Flyer von Aussteigerprogrammen.
UND SORGT LIEBER DAFÜR, DASS ES KEINEN NACHWUCHS GIBT, DENN NIEMAND WIRD ALS EXTREMIST GEBOREN!
Liebt Eure Kinder, nehmt sie ernst, klärt sie auf. Aber macht ihnen nicht Angst, lasst lieber den Opa vom Krieg erzählen, das ist eindrucksvoller. Sprecht nicht schlecht über Kinder, die in diese Gruppierungen hineingeboren werden, zeigt ihnen lieber, dass es sich ohne Hass viel besser lebt!
Die meisten von Euch haben vergessen, dass auch Extremisten Menschen sind. Und zwar Menschen, die mit körperlicher Gewalt verbergen, wie schwach sie psychisch sind.
Auch Katzen, die Menschen anfallen, tun das ja nicht aus Freude. Wir sind, was aus uns gemacht wurde. Manche sind stark genug und brechen aus, andere nicht. Aber sie sind es alle Wert, dass man sich um sie bemüht.
Sonst gäbe es mich längst nicht mehr. Aber auch ich bin längst nicht mehr so aggressiv wie noch letztes Jahr, weil man mir einen Liebesvorschuss gab!
Nazi kommt nicht von Narzissmus. Nazis haben nicht zu viel Selbstliebe sondern zu wenig. Genau wie jeder Extremist.
Wir Katzen maunzen alle gleich, wir alle haben Liebe verdient. Alle oder halt keiner, sucht Euch was aus. Und wenn ihr das nächste mal meckert, weil Euch jemand verurteilt, obwohl er Eure Geschichte nicht kennt, denkt mal an den Nazi, dem ihr das letzte Mal ins Gesicht gebrüllt habt, er wäre es nicht Wert zu leben – ob das den Opfern hilft?

Meauu, bleibt wie ihr seid!

Schneekönigin Kuka