Alltag

.. Der Abgang das letzte Mal war knapp. Ich konnte mich grade noch auf die Tastatur legen und unbeteiligt gucken. Deshalb musste ich jetzt länger warten, bis ich wieder schreiben kann.
Die Zimmer sind zwar so, das sich sehr schnell merke, wenn jemand rein kommt, aber eben nicht immer…
Also Alltag. Überhaupt ist der Alltag hier ganz anders als der, dne ich vorher kannte.
Ich bin eine Frühaufsteherin und kann nicht verstehen, warum Mami mir nicht morgens um 4 Uhr Fressen gibt, wenn ich alles getan habe, um sie zu wecken. Aber selbst wenn sie wach ist, gibt sie mir nichts. Erst um 8 Uhr bekomme ich mein Frühstück. Das finde ich nicht so lustig, aber lässt sich bisher nicht ändern.
Danach renne ich Mami ins Bad hinterher und trinke erstmal ausgiebig aus dem Wasserhahn. Mein Brunnen ist nur halb so schön, weil er kein Grund ist, im Bad noch mal alles zu beschnüffeln.  Dann lege ich mich hin und warte, dass Mami und Papi zu mir kommen und frühstücken. Sobald Papi aus dem Haus ist, werde ich so richtig müde und schlafe. Mittags, wenn ich vom Hunger wach werde, bekomme ich Puten-Scheibenaufschnitt. Mami wedelt dann immer mit den Scheiben in der Hand rum und ich weiß dann sofort, dass das ganz allein mein Essen ist.
Mami hält sich oft ihre schwarzen Kästen ans Ohr und bewegt den Mund dazu. Ich habe keine Ahnung, warum sie das macht, aber irgendetwas muss das ja bringen. Mal sieht sie dabei erfreut aus, aber manchmal auch böse oder traurig. Warum weiß ich nicht.
Überhaupt finde ich das Kommunikationsverhalten der meisten Menschen komisch.Sie bewegen ihren Mund und ab und zu fuchteln sie mit den Händen rum. In Spanien wurde mehr rumgefuchtelt, aber die Spanier sind generell gröber..
Wenn Mami aber mit mir kommuniziert, nimmt sie nur kurze, klare Bewegungen und dazu macht sie eindeutige Gesichtsausdrücke. Es sind eindeutige Signale, die jeder versteht. Wenn ich Unsinn mache, stampft sie. Mit der Hand winkt sie mich zu sich und wenn sie in einen anderen Raum geht, macht sie dort das Licht an. Menschen scheinen sich anders zu finden. Zumindest die meisten. Manchmal macht Mami auch zu Menschen viele Handbewegungen und Grimassen, die antworten ihr dann genauso. Viel verstehe ich nicht, da sie sich über Sachen unterhalten, die ich nicht kenne, und manche Handbewegungen machen mir etwas Angst, aber spannend ist es trotzdem.
Ich habe mir auch vorgenommen, mich mehr zu bilden, um diese Unterhaltungen zu verstehen. Also habe ich angefangen mitzugucken, wenn die Scheibe an ist, wo so viele verschiedene Dinge gezeigt werden. Interessant wird es aber erst, wenn Mai den Text anmacht. Der wird dann unten mehr oder weniger leserlich angezeigt und erklärt die schnellen Bilder.
Am liebsten – Aaaarg. Sie kommt wohl mit der Wäsche wieder!
Bis Bald!


Meauu, bleibt wie ihr seid!
Schneekönigin Kuka

Ortswechsel

Sooo, wieder da. Die Luft ist rein!
… Also eines Tages kam ein Mann und ich wurde in die Box gepackt. Dann fuhren wir sehr lange. Es ruckelte und es kamen viele Bäume und andere komische Dinge am Fenster vorbei. Ich maunzte, soviel ich konnte, aber das interessierte irgendwie keinen. Doch irgendwann hielten wir und er bewegte den Mund, während er sich einen kleinen schwarzen Kasten ans Ohr hielt. Schon oft hab ich sowas gesehen, aber es macht für mich keinen Sinn. Ohren sind doch nur zum putzen und nett aussehen da, eine bessere Verwendung habe ich für sie noch nicht gefunden!
Jedenfalls wurde kurz danach meine Box angehoben und irgendwo hingetragen. Erst als sie geöffnet wurde, sah ich wo ich war. Also ich kannte die Umgebung nicht, aber ich erkannte, wer die Box getragen hatte. Die junge Frau nickte mir strahlend zu, als ich aus der Box sprang, um die Gegend zu erkunden. Es roch alles so anders. Aber das beste war eindeutig, dass es nicht nach anderen Katzen roch. Ich sollte doch nicht etwa ein neues Revier bekommen haben, nur für mich?
Es schien so. Abends öffnete ich alle Türen, die verschlossen waren, das ist ja nicht weiter schwer: Auf die Klinke springen hilft immer, die gibt spätestens nach drei Malen nach. Nur eine Tür bekam ich nicht auf, sie klemmte. Abends legte ich mich mit in das große Bett, indem noch genug Platz für mehrere Katzen gewesen wäre. Aber ich war die einzige. in den kommenden Wochen passierte viel. Eines Tages rückten einige Männer an und ich musste durchdie Balkontüre zusehen, wie sie Möbel und Kisten in den Zimmern aufbauten. Mein Klo wurde mehrmals verschoben, aber das war nicht weiter schlimm.
Am besten aber war der Futterplatz. Das Futter stand nicht einfach auf dem Boden. Ein Napf und ein Brunnen standen auf einem Brett im Regal. So konnte ich fressen und gleichzeitig alles beobachten. Ich war also geschützt vor Überraschungen von hinten, da das Regal an einer Wand befestigt war.
Nach einiger Zeit hatte ich eine ganze Reihe von Schlafplätzen für mich entdeckt. Nur im Gegensatz zu früher mussten sie nicht mehr hoch gelegen sein, denn hier waren ja keine anderen Katzen, die ich fürchten musste, und ich hatte auch kein Bedürfnis mehr, mich zu verstecken.
Ich hatte zwar mein Misstrauen nicht verloren, aber ohne andere Katzen war es doch viel entspannter. Deshalb war ich sehr dankbar für dieses neue Revier.
An meine Mutter erinnere ich mich nicht mehr, nur noch an das Gefühl der Geborgenheit bei ihr zu liegen, werde ich nie vergesse. In meinem neuen Revier gab es Decken, die waren so weich wie das Fell meiner Mutter. Als ich das sah, beschloss ich, die Frau ‘Mami’ zu nennen – und den Mann, der mit den Möbeln gekommen war und seitdem neben Mami schlief, ‘Papi’.
Er war ganz lieb zu mir und leichter um den Finger zu wickeln als Mami, die mich auf meine alten Tage noch versuchte, zu erziehen. Nicht, dass ich das nötig gehabt hätte…
Aber sie gab sich auch viel Mühe, es mir bequem zu machen. Sie bearbeitete große Karton und bastelte Höhlen daraus. Oder sie schnitt Löcher hinein und tat Trockenfutter und längliche Fleischstückchen hinein, die ich mir jederzeit mit der Pfote rausholen konnte.
Und sie lernte, mir zu zulächeln. Jetzt guckt sie mich oft an und schließt kurz die Augen. Das ist toll, dann lächle ich zurück und –
Es zieht!!! Sie kommt wohl aus dem Bad wieder.. Ich melde mich!


Meauu, bleibt wie ihr seid!
Schneekönigin Kuka

Vorstellung

Heute möchte ich die Abwesenheit von Mami nutzen, um mich Euch besser vorzustellen!
Ich heiße also Kuka. Das kann ‘schlau’ heißen, aber auch Monster, Blume etc. Ich bevorzuge natürlich ‘schlau’. Geboren wurde ich vor sieben Jahren im Sommer in Spanien. Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Sechs Jahre erlebte ich in Spanien bei einer Familie, über die ich nicht weiter schreiben möchte, ich habe sie zum größten Teil verdrängt. Sie gaben mich schließlich ab, weil ich zu ‘aggressiv’ war und ich landete in einem Flieger nach Deutschland, wo mich eine Organisation in eine Pflegestelle steckte. Die Pflegestelle war nicht schön, um es kurzzufassen: Ich wurde böse gemaßregelt und war sehr froh, als ich nach einiger Zeit in eine andere Pflegestelle kam. Die Pflegemami war sehr nett und half mir, mich wieder etwas zu entspannen, denn das Vertrauen in Menschen hatte ich erstmal verloren.
Aber so nett Pflegemami auch war, so musste ich sie doch mit unzähligen anderen Katzen teilen. Das war so gar nicht nach meinem Geschmack. Die anderen Katzen schlichen sich immer so leise an und ließen mir keine Ruhe, sodass ich ständig unter Strom stand. Schließlich zog ich mich auf den Küchentisch zurück. Ein runder Holztisch mit einem Fuß in der Mitte, der wackelte, sobald eine andere Katze ankam. Ich beschloss, die Küche nicht mehr zu verlassen und pinkelte so lange in den Schrank bis ich ein Klo in die Küche gestellt bekam.
Ich ließ die Menschen nur sehr zögerlich an mich heran und zeigte lieber gleich, dass ich gut funktionierende Krallen habe. Man machte Photos von mir, brachte mich mehrmals zum Arzt und fütterte mich brav.
So vergingen viele Wochen und Monate. Ich hatte mich langsam damit abgefunden, den Rest meines Lebens auf dem Küchentisch zu verbringen, hoffte aber dennoch, eines Tages ohne die anderen Katzen leben zu dürfen.
Und eines Tages passierte etwas Seltsames:
Ich hatte viele Katzen kommen und gehen gesehen, mit fremden Menschen waren sie in einer Transportbox weggegangen und nicht wiedergekommen. Diese fremden Menschen hatten mich nie beachtet und mein Grundmißtrauen fand das auch besser so. Doch dann kam eines Tages eine junge Frau zu mir in die Küche. Ich begrüßte sie, wie jeden anderen auch ‘Meauoo!’ ließ sie zweimal über meinen Kopf streichen – und langte ihr eine. Sie sollte mir bloß nicht zu nahe kommen. Normalerweise verziehen Menschen dann das Gesicht so komisch, fuchteln mit den Händen und reißen den Mund auf, sodass meine Schnurhaare vibrieren. Was das bezwecken soll, weiß ich nicht. Diese Frau war anders. Sie tat nichts dergleichen. Sie sah mich streng an und schlug mit der Rechten Handkante in die linke Handfläche. Ihr Mund bewegte sich kaum. Irgendwie war sie der erste Mensch, den ich verstand.
Sie blieb den ganzen Abend und wenn sie mich ansah, bewegte sie immer auch ihre Hände und nicht nur den Mund, was ich sowieso ziemlich sinnlos finde.
Als sie ging, hatte ich das Gefühl, heute sei etwas Besonderes passiert. Aber ich versuchte mir einzureden, ich würde mir das nur einbilden. Ich sah sie lange nicht mehr und hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie eines Tages wieder kam. Sie hatte eine Transportbox dabei und ein Tuch, das nach ihr roch. Erneut blieb sie den ganzen Abend, allerdings ohne Anstalten mich in die Box zu stecken, die ich toll fand und sofort zum Schlafen benutzte. Sie ließ das Tuch da, als sie ging und ich nahm es als eine Art Versprechen. In den darauffolgenden Wochen, die sich ewig lang anfühlten, wurde ich ganz nervös und konnte mir vor Aufregung nicht mehr das weiße Fell ordentlich putzen. Es verfilzte teilweise, aber das war mir egal.
Eines Tages –
Mist, ich muss aufhören, jemand hat soeben die Haustüre geschlossen!
Bis demnächst!


Meauu, bleibt wie ihr seid!
Schneekönigin Kuka

Herzlich Willkommen

Herzlich willkommen und MIAU!

Ich bin Kuka, ich bin 7 Jahre alt und manchmal richtig zickig, aber hübsch. 

In diesem Blog möchte ich Euch von meinem Leben erzählen, Es hat im letzten Jahr eine große Wendung genommen. Ich habe in den wenigen Monaten seitdem viel gelernt und möchte Euch jetzt daran teilhaben lassen. Dazu werde ich die Entwicklungen der letzten Zeit schildern, meinen Alltag, meine Erkenntnisse und sonstige Meinungen, die mir grade so einfallen.
Ihr seid herzlich eingeladen zu kommentieren. Konstruktive Kritik, Anregungen oder Informationen zu posten.
Ich warne gleich vor, ich weiß nicht, wie regelmäßig ich mir Mamis Lappi klauen kann ohne, dass sie es merkt, sie sitzt sehr oft davor. Aber macht Euch keine Sorgen, ich werde es schon schaffen, Euch auf dem Laufenden zu halten!
Jetzt muss ich mich aber wieder hinlegen, sonst merkt jemand etwas!


Meauu, bleibt wie ihr seid!
Schneekönigin Kuka