Hallo AfD, ich möchte reden! – Plädoyer für unsere Kinder

Hallo Ihr Alle,

ja heute meine ich ALLE. Alle denkenden, fühlenden, lesenden oder hörenden Menschen. Eure Menschenwahl steht an, nirgendwo kommt man mehr an dem Thema vorbei, nicht mal beim Einkaufen, hat Mami erzählt: Sie kam neulich vom Edeka – da gibt es prima Hähnchenscheiben für mich, so ganz dicke! – als sie an der Ecke neben dem griechischen Imbisswagen einen blauen Parteistand sah. Blau, ein schönes blau. AfD-blau.

Sie entschied, erst die Einkäufe in den Kühlschrank zu räumen und das Internet nach dem genauen Programm zu befragen, um dann erneut aufzubrechen. Aber dieses Mal mit einer anderen Mission: AfD, ich möchte reden!

Bei Euch Menschen ist Außenwirkung ja wichtig und sie wollte natürlich ernstgenommen werden, also zog sie zu dieser kleinen Tour etwas ganz anderes an als zum Einkauf zuvor: Pinkes Sommerkleid, pinke Einkaufstasche, pinke Pumps.

An dem Stand waren zwei Männer und eine Frau. Die Männer verteilten Flyer, die Frau sorgte dafür, dass immer genügend Werbegeschenke griffbereit lagen.

Hier Mamis Gedankenprotokoll des Gesprächs. Mami in pink, die Frau in blau.

“Guten Tat, ich hab grad Mittagspause und wollte mal fragen, wann das Leben so unfair zu ihnen war, dass Sie mich hassen?” “Warum sollte ich Sie hassen?” “Ich bin behindert, studiere, auch noch Psychologie, bin weiblich und Kinderkriegen ist nicht mein Hobby!” „Ich hab auch studiert. Verheiratet. Keine Kinder. Und ne Frau bin ich auch. Also ich hasse Sie nicht.” “Und warum stehen Sie dann an einem Stand, dessen Partei gegen Inklusion ist? Dann hätte ich jetzt vielleicht kein Abi, kein Studium.” “Ich möchte Förderung für ALLE Menschen. Und wenn das für einige an Sonderschulen besser geht, dann warum nicht?” “Sie sagen für ALLE, warum werben Sie dann für diese Partei neben einem Griechischen Imbiss wo ums Eck Kinder vieler Nationen spielen?” “Ich habe nichts gegen Ausländer. Ich war Integrationshelferin!” “Da sagt Ihre Parteispitze aber Anderes.” “Ja, die ist mies!” “Mies?” “Ja, wir hoffen, wir werden den Höcke bald los. Hetzer will ich in meiner Partei nicht haben! Wirklich nicht!” “Also werben sie für eine Partei, deren Anführer Sie nicht mögen? Warum?” “Weil sich was ändern muss!” “Dem stimme ich zu. Sofort!” “Oh. Ok.” “Ich stimme zu, dass es so nicht bleiben kann. Aber nicht auf dem Rücken der Immigranten. Genauso wenig wie auf unserem!” “Aber Deutschland wird immer unsicherer. Allein Berlin hat 50% Immigrantenkinder. Einige gut, aber viele auch nicht!” “Deutsche auch, ja.” “Ja, ein paar schon.” “Wissen Sie, mein Opa hat im 2.WK gekämpft. Er war vorher als Jugendlicher in Nürnberg, er wollte das sehen Er kam wieder, ging sofort ins nächste Parteibüro, und zog seinen Eintrittsantrag zurück. Er sagte, das wolle er niemals mitmachen.” “Mutiger Mann!” “Ja. Die haben ihm gedroht. Er ist trotzdem 97 geworden. Und glücklich. Er sagte, niemals wolle er sowas wieder.” “Ich verstehe.” “Er ging nach Amerika. Ja, dieses rassistische Land, wie er sagte, um Dinge auch zu ändern.” “Oh.” “Er sagte nie wieder darf unser Land rechts werden. Er wusste, wovon er sprach. Deshalb kann ich das nicht unterstützen, diese Art Änderung.” “Also ich möchte kurz klarstellen: Das möchte ich auch nicht. Die meisten der Mitglieder wollen das auch nicht! Die unteren.” “Und wie stellen Sie sich das mit der Partei dann weiter vor?” “Ausschlussverfahren für Höcke. Die lauten Hetzer müssen raus! Alle!” “Und dann?” “Dann brauchen wir die Sicherheit in diesem Land.” “Und dafür sollen 12Jährige vollstrafmündig werden?“ “Ja! Wer ändert denn sonst etwas an den Banden, die Kinder losschicken? Unbelehrbare Kinder, wie hilft man denen?” “Das kann ich Ihnen verraten: Wenn wir was ändern sollten, dann deren emotionale Bindung, nicht deren Wohnort in Sicherheitsverwahrung!” “Und das soll helfen?” “Ich kann Ihnen zumindest was über die Empirie dazu erzählen. Und die ist ziemlich eindeutig, was das angeht.” “Ja?” “Geben Sie einem Kind EINE zuverlässige Person, die an es glaubt, und sie bewahren es mit hoher Wahrscheinlichkeit davor, ein Straftäter zu werden.” “Auch bei den ganz schlimmen Familien?” “Ja, auch da. Und das letzte was ein Kind mit 12Jahren ist, ist fertig ausgereift!”

“Auch wenn die Eltern nicht wollen?”

Da hat sie von den Studien erzählt. Von den Kindern die nicht drogenabhängig werden. Von den Kindern die durch Lehrer/ Nachbar / Tante / Onkel wenauchimmer gerettet wurden, egal was ihre Eltern waren. Von den Kindern, die alles testen, um zu wissen, wann sie eben doch keiner mehr liebt. Von den Kindern, die in den Heimen sind. Davon, dass das völlig Nationalitätenabhängig ist. Dass wir zu wenig Pflegefamilien haben aber auch zu lange Kinder in Heimen behalten. Davon, dass wir manchmal viel früher nach Kindeswohl gehen müssten, was ihre ‘ansteigende Kriminalität’ erklärt. Davon, dass eigentlich dringend davon abgeraten wird, diese Kinder zusammen zu betreuen, weil es sie nachweislich kaputter macht.

“Warum denn?” Entsetzen. “Ist das billiger?” “Haha, nein. Viel teurer.” “Im Ernst???” Verstörung. “Ja. Heim kostet mehrere Tausende im Monat. Pflegeeltern so ungefähr 1000€ Kostenerstattung. Grob.” “Ohaaa. Das wusste ich nicht!” “Jetzt rechnen Sie mal die Gefängnisunterbringung pro Kind durch. Wärter. Lehrer. Erzieher. Betreuer. Psychologen.”

Nicken. “Bewehrungshelfer!” “Genau. Und jetzt stellen Sie sich vor, eine Straftat eines Kindes wäre ein Hilferuf.” “Okay?“ “Dann bräuchten wir pro Kind vllt einen Betreuer, wenn es in der Familie bleiben kann, der für es da ist. Vielleicht 1 auf 2 Kinder.” “Und dann?” “Ein Betreuer der da ist. An es glaubt.” “Und wenn die Familie aber bleibt wie sie ist?” “Das Kind wird es aber nicht.” “Weil?” “Weil es nicht um Meinungen geht. Um intelligent sein. Ich würde niemals mit einem NPDler inhaltlich argumentieren.” “Oh.” “Es geht ums emotionale. Das was wir im Gehirn schon nachweisen können, was da verkümmert, wenn uns keiner liebt. Das braucht jeder. Und wenn der Betreuer Alternative Emotionen bietet, dann ist die Meinung der Eltern erstmal sekundär. Aber im Gefängnis? Alternativen?” “Sie meinen, das ist möglich?!” “Ja! Wir sind uns einig, es muss sich was ändern. Wirklich. Aber bitte für die Kinder!” “Ich verstehe ihren Standpunkt.” “Ich habe mit diesen Kindern gearbeitet. Ich hab ihr Leid gesehen. Und wegsperren will ich sie nicht!” “Ich glaube Ihnen.” “Ja, wenige brauchen nen Warnschuss. Aber die meisten brauchen Liebe. Und das passt nicht zu Ihrem Parteiprogramm.” “Ja, wir gesagt, intern wird viel diskutiert, wenn wir die Lauten da oben nicht loswerden, dann sind wir bald kaputt.” “Nicht nur Sie. Auch die Kinder.” “Ja, wir müssen was tun!” “Ja, müssen Sie. Und die richtigen müssen laut werden!” “Ja, stimmt.” “Aber was immer Sie ändern, ändern Sie es für die Kinder. Die sind unsere Zukunft, nicht unsere Gegner.” Ernster Blick. Dann: “Sie haben mir viel zum Nachdenken gegeben. Ich danke Ihnen!” “Gerne. Ich geh dann mal einkaufen.” “Ja!”

Keinen Flyer, keine Gummiente, nix. Sie akzeptierte es so.

“Viel Erfolg beim Studium noch! Und helfen Sie vielen Kindern! Bitte!” Ernster Blick. “Ich versuchs. Viel Erfolg beim drüber nachdenken.” “Danke.”

Dann hat Mami noch die Leckerli-Stangen vom Netto gekauft und ist wieder nach Hause gekommen.

Liebe Menschen, in sechs Tagen wählt Ihr. Egal ob studiert oder nicht, egal wieviel Ihr besitzt und ob ihr mal Kinder wollt oder nicht: Ihr wart alle mal Kinder. Schutzbedürftig, schwach und auf Liebe angewiesen. Wann habt Ihr Euch das letzte Mal so richtig alleine gefühlt? Davor schützt kein Bildungsgrad. Wünscht Ihr das wirklich irgendeinem Kind? Fragt Euch das bitte, bevor Ihr Euer Kreuzchen macht. Die Kinder sind Eure Zukunft. Eure Rente. Wenn Ihr gelitten habt, so tut mir das leid, wirklich, ich habe das früher auch, wie Ihr auf diesem Blog nachlesen könnt. Aber das heißt nicht, dass andere auch leiden müssen.

Und, wie viele Kinder hast DU auf dem Gewissen? Wie vielen Kindern hast DU nicht zugehört? Hast DU nicht geholfen? Hast DU ausgelacht? Hast DU nicht gerngehabt aus Gründen, die DU nicht mal nennen könntest?

Und wie viele davon haben es verdient, weggesperrt zu werden?

Also, AfD, ich möchte reden! Meldet Euch! Sagt mir, warum Ihr Kinder einsperren wollt, statt sie zu lieben. Kinder, die die jeden lieben, der sie liebt. Warum? Ich warte.

Meauu!

Schneekönigin Kuka

Ich bitte Sie um eine Bewertung dieses Artikels

Es gibt noch keine Bewertungen

Schreibe einen Kommentar